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Bochums Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis (l.) kontert die Kritik von HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer
Bochums Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis (l.) kontert die Kritik von HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer © SPORT1-Grafik Philipp Heinemann / Imago

München - Bochums Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis antwortet bei SPORT1 auf die HSV-Kritik in Sachen Hochstätter. Dietmar Beiersdorfer habe nie mit dem Klub geredet.

Christian Hochstätter geht nicht zum Hamburger SV, sondern bleibt beim VfL Bochum.

Schuld daran ist der VfL - findet HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer, der viel Kritik einstecken muss, weil ihm der nächste Kandidat für den Sportdirektoren-Job öffentlich durch die Lappen gegangen ist. Die Bochumer hätten "absurde Forderungen" gestellt, berichtete er: "Ich betrachte die Gesamtlage und muss neben der wirtschaftlichen Machbarkeit auch die Selbstbestimmung des HSV beachten."

Hans-Peter Villis, Bochums Aufsichtsratschef mag sich den schwarzen Peter aber nicht zuschieben lassen.

Im Gespräch mit SPORT1 verteidigt er seinen Standpunkt.

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Villis: Kein Gespräch mit Beiersdorfer

"Von Seiten des VfL Bochum aus ist alles sauber und professionell abgelaufen", sagt der frühere Vorstandschef des Stromkonzerns EnBW.

"Bei Verhandlungen gibt es immer die Möglichkeit, dass diese nicht zu einem gemeinsamen Abschluss kommen", ergänzt er: "Als Sprecher des VfL-Aufsichtsrats kann ich nur betonen, dass wir uns freuen, dass Christian Hochstätter Sportvorstand des VfL Bochum bleibt. Wir haben immer, auch dem Hamburger SV gegenüber, deutlich gemacht, dass wir die Arbeit von Herrn Hochstätter sehr wertschätzen."

Was Villis ebenfalls ergänzt: Dass "keines der Gespräche direkt mit Herrn Beiersdorfer" stattgefunden habe.

Ablöse-Forderung war HSV zu hoch

Der Knackpunkt: Bochum wollte drei Millionen Euro Ablöse vom HSV, um Hochstätter aus dem eben erst bis 2020 verlängerten Vertrag zu entlassen. Der HSV bot angeblich nicht mehr als 800.000.

Villis mag diese Zahlen nicht bestätigen: "Wir haben die gesamte Verhandlung absolut professionell und seriös gestaltet, dabei nach innen und außen so transparent wie möglich agiert. Dass wir keine konkreten Zahlen nennen wollen und werden, gehört dazu."

Hochstätter selbst - der sich mit dem HSV schon einig war - zog am Sonntag jedenfalls einen Schlussstrich und beendete die Verhandlungen mit dem HSV. "Ich habe die Entscheidung getroffen, dass ich dem ganzen Spuk ein Ende bereite. Weil ich das Gefühl hatte, dass sich beide Vereine nicht einigen konnten", sagte der 50-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

"Dazu kommt, dass ich denke, dass eine Woche ausreicht, um eventuell zusammenzukommen. Ich habe mich entschieden, indem ich gesagt habe: Bis dahin und nicht weiter", ergänzte Hochstätter.

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Schon Probleme bei Hoogma

Villis bestätigte den Gang der Dinge: "Herr Hochstätter hat mir am Sonntag bei einer Zusammenkunft mitgeteilt, dass er angesichts der bevorstehenden sportlichen Aufgaben (der VfL empfängt am Freitag Tabellenführer Eintracht Braunschweig; Anm. d. Red.) zu Wochenbeginn Klarheit haben wollte. So ist die Entscheidung gefallen, dem HSV abzusagen."

Die Highlights von VfL Bochum - Eintracht Braunschweig sehen Sie am Freitag ab 22.15 Uhr bei "Hattrick - Die 2. Bundesliga" LIVE im TV auf SPORT1.

Erst am Freitag hatte der mächtige Mann des VfL im Gespräch mit SPORT1 gesagt: "Wir sind nicht die Getriebenen, sondern machen das sehr professionell und in aller Ruhe."

Mit dem Ergebnis des Prozesses kann Villis gut leben - besser als Beiersdorfer, der schon die Absagen von Horst Heldt und Nico-Jan Hoogma verkraften musste. 

Der frühere HSV-Kapitän hatte Beiersdorfer zudem wegen einer angeblich falschen Darstellung des geplatzten Deals kritisiert. "Nicht Beiersdorfer hat mir abgesagt, sondern ich dem HSV", hatte Hoogma SPORT1 gesagt. Beiersdorfer behauptet das Gegenteil.

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