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München - Uli Hoeneß' geplante Wahl zum Präsidenten sorgt für Chaos beim FC Bayern. Der Audi Dome ist überfüllt, gegen die Alternativlösung gehen die Fans auf die Barrikaden.

Die Jahreshauptversammlung des FC Bayern mit der anstehenden Wahl von Uli Hoeneß zum neuen Präsidenten hat rund um den Audi Dome für großes Chaos gesorgt.

Schon am frühen Abend kam der Verkehr am Veranstaltungsort teilweise zum Erliegen, vor der Halle bildeten sich riesige Menschenmengen, die auf die Öffnung der Türen warteten.

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Als kurz vor dem geplanten Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr klar wurde, dass nicht alle vor der Halle wartenden Fans ins Innere kommen würden, machte sich unter den Wartenden zunehmend Unmut breit.

Die vom Verein vorgesehene Alternativlösung mit einem großen Zelt gegenüber des Haupteingangs, in dem die Veranstaltung für bis zu 2000 weitere Personen auf Videoleinwand übertragen werden sollte, sahen viele Mitglieder als nicht zufriedenstellend an.

Bayern-Stadionsprecher Stephan Lehmann und Hoeneß selbst versuchten daraufhin minutenlang, die wartenden Bayern-Fans via Mikrofon zu beruhigen - unter anderem mit Essen und Getränken auf Kosten des Vereins.

"Es war kurzzeitig eine schwierige Situation, da die Leute draußen aufgebraucht waren", sagte Hoeneß auf der Pressekonferenz nach der Jahreshauptversammlung.

SPORT1 hat die letzten Minuten der beschwichtigenden Ansprache der Bayern-Verantwortlichen im Wortlaut:

Uli Hoeneß: "Wir möchten euch dringend bitten, euch in das Zelt zu begeben. Das Präsidium hat im Vorfeld bekanntgegeben, dass diese Möglichkeit besteht. Es sind alle Vorkehrungen getroffen worden." 

Zwischenruf: "Lehmann erklärt uns seit einer Stunde, dass alle reinpassen."

Stephan Lehmann: "Karl und Uli müssen jetzt wahrscheinlich reingehen. Bitte, hört mir kurz zu. Es war um halb 6, das ist richtig, als ich hierher kam und wir das alles überblickt haben, wo wir gesagt haben: Lasst euch bitte Zeit, es schaut gut aus. Ich habe schon da darauf hingewiesen, dass der FC Bayern ein Zelt aufgebaut hat, sollten wir in die Situation kommen. Das ist hier keine böse Absicht von niemandem. Es ist ein großer Andrang, das ist natürlich schön. Auf der anderen Seite verstehen wir die Enttäuschung, wenn jetzt jemand sagt: Ich wäre gern bitte in dieser Halle gewesen. Aber es ändert nix dran. Wir haben eine Möglichkeit vorgesehen, um voll mit Stimmgewalt und Stimmrecht dieser Jahreshauptversammlung beizuwohnen und abzustimmen. Einen Gutschein mit Essen und Trinken. Wir bitten euch einfach, diese Möglichkeit jetzt zu nutzen. Lasst euch jetzt nicht so gehen."

Zwischenrufe: "Absagen, absagen, absagen!"

Lehmann: "Absagen ist natürlich nicht möglich, liebe Bayern. Es haben sich natürlich auch schon sehr viele, als es sich abgezeichnet hat, dass es wirklich eng wird drin, jetzt schon umgedreht und lassen sich schon registrieren. Essen und Getränke im Zelt sind frei, das möchte ich an dieser Stelle auch noch mal betonen. Es gibt dort drüben auch als Entgegenkommen letztendlich also die Möglichkeit, zu essen und zu trinken auf Einladung des Vereins. Und ich bitte euch noch mal liebe Bayern, auch wenn die Enttäuschung für viele Einzelne eine große ist, wofür wir Verständnis haben: Lasst uns jetzt nicht die Sache schlimmer machen als sie eh schon ist. Und deswegen die Bitte an euch: Geht rüber, ich komm natürlich mit rüber ins Zelt und schaue es mir natürlich vom Zelt aus an. Und ich denke das neu gewählte Präsidium - wie Karl und Uli gesagt haben - wird dann auch noch rüberkommen nach der Veranstaltung sofort ins Zelt. Das ist letztendlich unsere Bitte, liebe Bayern."

Hoeneß war nach der Wahl tatsächlich im Zelt, wie er hinherher berichtete: "Wir waren im Zelt. Leuten dort versprochen, dass wir bald mit ihnen Party machen. Klar ist, so was wird u. darf nicht wieder vorkommen."

Letztendlich dauerte es aber bis weit nach 19 Uhr, ehe alle Bayern-Mitglieder einen Platz gefunden hatten, die Veranstaltung hatte da bereits begonnen - allerdings ebenfalls mit Verspätung. Entgegen der ursprünglichen Planung wurden anschließend noch weitere Fans in die Halle gelassen, die die Jahreshauptversammlung in der Folge von sichtbehinderten Plätzen verfolgen konnten.

Insgesamt waren 7152 Mitglieder anwesend, davon rund 6000 im Audi Dome.

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