vergrößernverkleinern
SC Freiburg v Hertha BSC - Bundesliga
Hertha-Trainer Pal Dardai muss die zweite Niederlage in Folge in der Bundesliga hinnehmen © Getty Images

Freiburg - Die Hertha zeigt auch in Freiburg wieder eine schwache Leistung. Trotz vier Pleiten in fünf Spielen will Trainer Pal Dardai nichts von einem Absturz wissen.

Pal Dardai starrte mit eisiger Miene vor sich her, nachdem seine Berliner im frostigen Breisgau die nächste kalte Auswärtsdusche kassiert hatten.

"Die haben zwei Torschüsse, und dann steht es 0:2. Die Jungs wollen ja, aber wir müssen so etwas einfach besser lösen", sagte der Trainer von Hertha BSC nach der bitteren 1:2 (0:1)-Niederlage bei Aufsteiger SC Freiburg. (Ergebnisse und Spielplan)

Wie im Vorjahr droht dem Hauptstadtklub nach der Winterpause wieder der Sturzflug. "Ach, erneuter Absturz - damit beschäftige ich mich nicht", sagte Dardai bei Sky trotzig: "Wir wollen unseren sechsten Platz verteidigen. Ich hatte mit drei Punkten aus den ersten beiden Auswärtsspielen geplant, jetzt gehen wir leer nach Hause - das kann passieren."

Dennoch: Wie sich die Hertha bei kampfstarken, aber insgesamt doch limitierten Freiburgern zum Rückrunden-Auftakt die zweite Niederlage im Jahr 2017 abholte, war wieder einmal höchst vermeidbar.

Schmerzhafte Erinnerung an Vorsaison

Vor 23.800 Zuschauern gelang Julian Schieber (88.) nur noch der Anschlusstreffer für die Hertha, nachdem zuvor Janik Haberer mit einem platzierten Linksschuss (39.) und Top-Joker Nils Petersen (87.) die Freiburger auf Siegkurs gebracht hatten. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Video

Auswärts haben die Berliner, die mit 30 Punkten nur noch vier Zähler vor den achtplatzierten Freiburgern liegen, nur eine der zurückliegenden neun Partien für sich entschieden. Die Pleite erinnerte die Gäste schmerzhaft an die Vorsaison. In dieser hatte auch die Auswärtsschwäche zu einer unterirdischen Rückrunde und letztlich dem Absturz in der Tabelle geführt. (Die Tabelle der Bundesliga)

Dardai hatte nach der 1:3-Pleite bei Bayer Leverkusen versichert, dass seine Berliner zumindest nicht einbrechen und mit einer erneut desaströsen Rückrunde die direkte Qualifikation für den Europapokal verspielen würden. "Das wird nicht passieren", sagte der Ungar.

Freiburg arbeitet sich ins Spiel

Sein Gegenüber Christian Streich war nach dem sechsten Heimsieg im neunten Saisonspiel im Schwarzwald-Stadion dagegen sehr zufrieden. "Das war ein wahnsinnig wichtiges Spiel. Die Mannschaft hat verdient gewonnen, wir waren über 90 Minuten einen Tick besser als die Hertha", sagte der 51-Jährige bei Sky.

Die Freiburger legten schnell ihre anfängliche Passivität ab und lauerten auf Fehlpässe der Berliner - die es zuhauf gab. Einer der gefürchteten Gegenstöße führte für das laufstärkste Team der Liga zunächst aber nicht zum erhofften Erfolg.

Als auf den Rängen mit zunehmender Spielzeit die Unzufriedenheit hörbar wuchs, wurde es doch noch zweimal gefährlich. Erst scheiterte Herthas Per Skjelbred (38.) mit seinem Distanzschuss knapp, wenige Sekunden später erzielte der formstarke Haberer die nicht unverdiente Freiburger Führung, die auch Streich lautstark bejubelte.

Dabei stieß der durchaus für seine Jubelszenen bekannte SC-Trainer beinahe einige Mitglieder seines Trainerstabes um. "Ich habe auch noch Kraft, obwohl ich über 50 bin", witzelte er nach dem Spiel bei Sky.

Hertha nach Wechsel verbessert

Nach dem Seitenwechsel stemmten sich die Berliner merklich gegen die drohende Niederlage, die Angriffe wurden nun in einer deutlich höheren Frequenz ausgeführt. Aber qualitativ hochwertiger waren sie deshalb freilich nicht, nach wie vor fehlten im letzten, entscheidenden Drittel Genauigkeit und Kreativität für zündende Ideen.

Der Ex-Freiburger Vladimir Darida, als zentrale Figur in Berlins Offensive weitestgehend unauffällig und ohne Esprit, zwang SC-Keeper Alexander Schwolow aus der Distanz zu einer Glanztat. "Uns haben der letzte Wille und das Durchsetzungsvermögen gefehlt", brachte es Verteidiger Niklas Stark nach dem Spiel bei Sky auf den Punkt.

Auf der anderen Seite verpasste Florian Niederlechner (68.) die mögliche Vorentscheidung. In der Schlussphase wurde es spannend, Schiebers Anschlusstor kam aber zu spät.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel