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Doha - Beim ersten Training der Bayern in Katar überrascht Carlo Ancelotti als stiller Beobachter, findet danach aber umso klarere Worte - und beendet einige Spekulationen.

Auf dem Trainingsplatz hielt sich Carlo Ancelotti an Tag eins des Bayern-Trainingslagers in Katar eher zurück. Bei angenehmen 25 Grad beobachtete der "Mister" die erste Einheit seiner Mannschaft zumeist vom Rand aus - kurze Hose, graue Basecap, Trillerpfeife um den Hals.

Nur in zwei Übungen, an denen die ganze Mannschaft teilnahm, griff Ancelotti direkt ein. Ansonsten überließ der Italiener seinen Assistenten, Sohn Davide und Hermann Gerland, in der knapp einstündigen Einheit das Feld.

Unmittelbar nach dem Katar-Auftakt der Bayern zeigte sich der Italiener vor rund 50 Medienvertretern dann deutlich redseliger - und ließ kaum eine Frage offen.

- Die Badstuber-Frage

"Wir haben noch nicht über seine Zukunft gesprochen, aber wir sind offen: Wenn er bleiben möchte, sind wir glücklich, weil er ein echter Profi ist", sagte Ancelotti über Wechselkandidat Holger Badstuber: "Wenn er sechs Monate Spielpraxis sammeln will, sind wir aber auch offen."

Reporter Christoph Küppers ist für SPORT1 in Doha vor Ort
SPORT1-Reporter Christoph Küppers ist vor Ort im Bayern-Trainingslager in Doha © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/SPORT1/Getty Images

Eine klare Ansage des Bayern-Cheftrainers. Der Italiener schätzt Badstuber, hält ihn aber für verzichtbar. Denn Ancelotti sagte auch, dass im Winter keine Zugänge zum Kader kommen würden.

Auf die Anmerkung eines Journalisten, er habe im derzeit verletzten Jerome Boateng, in Javi Martinez und Mats Hummels bei einem Badstuber-Abgang nur noch drei Innenverteidiger im Team, entgegnete Ancelotti: "David Alaba kann das auch sehr gut spielen."

Fazit: Badstuber geht wohl. Offen ist allerdings, ob der Innenverteidiger den FCB in diesem Winter abschließend verlässt oder im Sommer nach einer Leihe noch einmal zurückkehrt.

- Die Co-Trainer-Frage

Dass Ancelotti seinem Sohn Davide als Ersatz des zu Swansea abgewanderten Paul Clement vollends vertraut, konnte man schon im Vormittagstraining sehen. Der 27-Jährige, der bisher als Fitnesstrainer arbeitete, leitete direkt einen Großteil der Übungen.

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In bestem Deutsch trieb Ancelotti junior die Bayern-Stars bei Passübungen über das Feld. Die Anweisungen kamen dabei gleichsam kurz wie präzise: "Schneller", "genauer spielen", "noch eine Minute". Vater Carlo beobachtete und nickte zuweilen zufrieden.

In der PK legte der Italiener dann nach: "Pauls Abschied war schon überraschend. Er war ein großartiger Assistent und Freund. Das wird für uns aber kein Problem. Wir haben Hermann Gerland und meinen Sohn."

- Die Wechsel-Frage(n)

Ancelotti räumte nicht nur in der Badstuber-Frage und bezüglich möglicher Zugänge auf, der Bayern-Trainer äußerte sich auch zu den Gerüchten um Arturo Vidal. Der Chilene soll angeblich auf dem Wunschzettel von Englands Spitzenreiter FC Chelsea stehen.

Ancelotti lächelte nur müde, als er mit den Spekulationen konfrontiert wurde. Auf Englisch antwortete er: "Absolute rubbish!" Absoluter Schwachsinn also. Vidal bleibt bei den Bayern - wie auch Thomas Müller.

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Der passe laut Lothar Matthäus ja nicht in Ancelottis System, wie der Rekordnationalspieler in der Sport Bild erklärte. Direkter Konter des Bayern-Chefs: "Er ist ein sehr intelligenter Spieler, der immer die richtige Position finden kann. Er wird in der Rückrunde viel spielen."

- Die Trainingslager-Frage

Klar wurde auch: Die acht Tage in Katar haben für den Bayern-Trainer höchste Bedeutung. 13 Trainingseinheiten wird der Rekordmeister in Doha absolvieren, dazu einen Test gegen den belgischen Erstligisten KAS Eupen. "Das wird zum Abschluss ein guter Check, wo wir stehen", prophezeite Ancelotti.

Ganz sicher wird dabei nicht jede Einheit so ruhig verlaufen wie der eher gemäßigte Start am Mittwochmorgen.

"Diese Periode ist sehr wichtig", betonte auch Ancelotti und ergänzte: "Wir müssen die Woche nutzen, um uns gut für den Rest der Saison vorzubereiten."

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