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Holger Badstuber schmorte 90 Minuten auf der Bank, während Guido Burgstaller für Schalke zum Matchwinner wurde © Getty Images

München und Gelsenkirchen - Wintereinkauf Guido Burgstaller wird zum Last-Minute-Helden für Schalke 04. Der nominelle Königstransfer Holger Badstuber hängt auch bei Königsblau in der Warteschleife.

Kapitän Benedikt Höwedes sprach entschuldigend von einem "Duselsieg", Trainer Markus Weinzierl fielen "ganz viele Steine vom Herzen" - nur einer war rundum glücklich: Guido Burgstaller, Winter-Aufsteiger aus der Zweiten Liga, genoss sein Traumdebüt bei Schalke 04 in vollen Zügen.

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"Es ist ein überragend geiles Gefühl, wenn du in der Nachspielzeit vor der blauen Wand triffst", sagte der 27-jährige Österreicher nach dem mühsamen 1:0 (0:0) gegen den FC Ingolstadt freudestrahlend.

Burgstaller bewahrt S04 vor Fehlstart

Mit seinem ersten Bundesliga-Tor Sekunden vor dem Schlusspfiff (90.+2) hatte der Ex-Nürnberger die erschreckend schwachen Königsblauen vor einem erneuten Fehlstart bewahrt.

Nur dem zur zweiten Halbzeit eingewechselten Burgstaller hatten es die Schalker zu verdanken, dass sie die in der Winterpause angekündigte erneute Aufholjagd auf die Europapokalplätze nicht schon wieder abblasen mussten. (Die Tabelle der Bundesliga)

Einen Teil der 1,5 Millionen Euro, die der beste Zweitliga-Torjäger der laufenden Saison kostete, spielte er gleich wieder ein: Ohne Burgstaller wäre die Hoffnung auf die Rückkehr ins internationale Geschäft wohl schon mit dem Hinrundenende gestorben.

Chancenwucher bei den Knappen

Schon für die allererste Torchance hatte Burgstaller mit einem Kopfball knapp neben den Pfosten gesorgt (69.), dann hatte er für den ebenfalls eingewechselten Jungstürmer Donis Avdijaj aufgelegt, dessen missratenen Schuss Ingolstadts Verteidiger Marvin Matip von der Linie kratzte (81.).

Erst mit dem Österreicher, der für Nürnberg seit Januar 2015 in 70 Pflichtspielen 34 Treffer erzielt hatte, geriet das gegnerische Tor überhaupt in Gefahr.

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Trotz des Happy Ends hielt sich die Freude auf Schalke deshalb auch in Grenzen. Viele der 58.004 Zuschauer - Minuskulisse bei einem Bundesligaspiel in der Veltins Arena - waren schon längst frustriert auf dem Weg nach Hause, als Burgstaller traf.

Trainer Weinzierl, der an der Seitenlinie angesichts der Darbietung seiner Elf verzweifelte, war am Ende "sehr erleichtert" und gab offen zu: "Wir haben nicht gut gespielt."

Badstuber 90 Minuten auf der Bank

Doch nicht nur bei Trainer und Zuschauern war der Frust über die über weite Strecken maue Leistung am Ende groß, auch Königstransfer Holger Badstuber hatte sich sein erstes Pflichtspiel mit Schalke sicherlich anders vorgestellt.

Über die kompletten 90 Minuten saß die Bayern-Leihgabe auf der Bank, lediglich in der zweiten Halbzeit warmlaufen durfte sich der 27-Jährige, der sich von seinem Wechsel eigentlich mehr Spielpraxis versprochen hatte.

Weinzierl stellte seine Dreierkette stattdessen mit Naldo, der nach einer Rotsperre wieder zurückkehrte, dem wiedergenesenen Matija Nastasic und Kapitän Benedikt Höwedes auf.

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