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Carlo Ancelotti sieht Julian Nagelsmann (r.) als zukünftigen Bayern-Trainer
Carlo Ancelotti sieht Julian Nagelsmann (r.) als zukünftigen Bayern-Trainer © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/ Getty Images

Carlo Ancelotti bringt Julian Nagelsmann erneut als möglichen Nachfolger beim FC Bayern ins Visier. SPORT1 erklärt, warum Nagelsmann zu den Bayern passt.

Er hoffe, sagte Carlo Ancelotti, dass er in zehn Jahren noch Trainer des FC Bayern ist. "Warum nicht 20?" fügte der Italiener hinzu. Weitaus ernster – und realistischer – war Ancelottis Vorschlag für seinen Wunschnachfolger: Julian Nagelsmann.

"Ich wünsche ihm, dass er eines Tages Trainer des FC Bayern ist", sagte Ancelotti am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Werder Bremen. Wie bereits vor dem direkten Duell mit Hoffenheim Anfang November schwärmte der Trainer-Oldie vom aufstrebenden Kollegen.

Nicht zum ersten Mal rückt der 29-Jährige damit in den Fokus als möglicher Bayern-Trainer.

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Einzigartiges Hoffenheim

Als einzige Mannschaft aus Europas Top-Ligen ist Hoffenheim noch ohne Niederlage. Nagelsmann rettete das Team im Vorjahr bravourös vor dem Abstieg und mischt dieses Jahr die Liga auf. Klar ist: Der Erfolg mit Hoffenheim lässt sich nicht automatisch auf die Bayern übertragen.

Vor allem der Umgang mit Stars wäre Neuland. Gut für Nagelsmann: Trotz seines jungen Alters besitzt er eine natürliche Autorität und mentale Stärke, Spieler heben neben seiner taktischen Flexibilität die Fähigkeiten als Motivator hervor.

"Ich wusste schon früh, dass wir mit Julian nicht nur einen besonderen Trainer, sondern auch einen besonderen Menschen haben. Neben seiner fachlichen Kenntnis hat er ein starkes Auftreten und kommt gut an", sagte Hoffenheims Manager Alexander Rosen, der auch auf dessen Vertrag bis 2019 verweist, bei SPORT1.

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Passt ins Muster

In das Muster der Trainer-Verpflichtungen in München würde er passen. Mit Pep Guardiola folgte ein ambitionierter Taktikfuchs auf Onkel-Typ Jupp Heynckes, Nagelsmann würde nach Ancelotti in dieses Schema passen.

Der Ehrgeizling, für den ein Engagement in München die Rückkehr in die Nähe der Heimat Landsberg wäre, bezeichnet sich selbst als schlechten Verlierer - für einen Bayern-Trainer unabdingbar. In brenzligen Situationen bewies er aber bisher Größe und reagierte besonnen auf Provokationen von Jörg Schmadtke und Roger Schmidt. Ein Vorteil gegenüber dem ebenfalls häufig gehandelten BVB-Coach Thomas Tuchel, der durchaus schon mit unbeherrschten Äußerungen und Aktionen auffiel.

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Nagelsmann reagiert mit Witz und Wette

Noch nimmt der Hochgelobte die Thematik mit Humor. "Ich bin im Austausch mit Ralph Hasenhüttl und Thomas Tuchel. Wir einigen uns gerade, wer Trainer und wer Co-Trainer wird", witzelte Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor dem Spitzenspiel am Samstag (15.30 Uhr in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) bei RB Leipzig.

Selbst eine Wette um eine Kiste Weißbier hat Nagelsmann am Laufen. Anfang Januar nahm er von der Rhein-Neckar-Zeitung einen Vorschlag an. Ein Redakteur hatte ihm prophezeit, dass er spätestens bei Ancelottis Vertragsende 2019 Trainer bei den Bayern werde. Nagelsmann hielt dagegen, nahm aber eine Niederlage schmunzelnd in Kauf: "Okay, als Bayern-Trainer könnte ich mir das ja dann leisten."

Einen Wechsel zum Rekordmeister schloss er also nicht aus – im Gegensatz zum Sommer 2015, als er nach einem Gespräch mit Uli Hoeneß eine Stelle als U17-Coach an der Säbener Straße ablehnte. Doch Hoeneß, der ihn als "interessant" bezeichnete, wird einen neuen Versuch wagen. Nicht erst in zehn Jahren.

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