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München - Matthias Sammer meldet sich auf der Fußball-Bühne zurück und kritisiert Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Zudem verurteilt der ehemalige Münchner Sportvorstand die Diskussion um Leipzig.

In den vergangenen Monaten war es ruhig um Matthias Sammer. Der frühere Sportvorstand des FC Bayern München hatte sich erst einmal verabschiedet vom Fußball-Geschäft.

Doch nun hat er die öffentliche Bühne wieder betreten und sich gleich verbal in Erinnerung gerufen.

"Der FC Bayern ist mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bestens aufgestellt", sagte Sammer Eurosport, wo er ab nächster Saison als Experte arbeiten wird, zwar zunächst. Darüber hinaus sieht er die Münchner im Rennen um die Meisterschaft konkurrenzlos: "Ihnen kann niemand das Wasser reichen."

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"So geht man nicht miteinander um"

Andererseits übte Sammer vor allem aber am zurückgekehrten Präsidenten der Bayern heftige Kritik.

"Er ist gleich mit aller Kraft wieder da. Scharmützel dürfen aber nicht alles sein, er hat da auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Das ist gefährlich und gehört mitnichten zum Geschäft, so geht man nicht miteinander um", ermahnte Sammer seinen ehemaligen Weggefährten, nachdem sich dieser einen Schlagabtausch mit Dortmunds Hans-Joachim Watzke geliefert hatte.

Sammer erinnert Hoeneß an Vorbildrolle

Konkret wollte Sammer nicht bewerten, ob Hoeneß an dieser oder anderer Stelle "ein bisschen zu viel oder zu wenig" gesagt habe": "Ich glaube aber, dass Vereinsverantwortliche als Elite auch eine Wirkung auf die Gesellschaft haben und damit eine gewisse Verantwortung einhergeht. Ganz am Ende muss man drauf achten, welche Bedeutung das vom Wertekostüm her auch für Jugendliche hat."

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verteidigte Sammer am Dienstag gegen die Kritik - ohne auf Sammer einzugehen.

"Ich kenne Uli Hoeneß jetzt seit über 42 Jahren. Wir haben ein sehr intaktes, harmonisches Verhältnis zueinander. Wenn es irgendetwas zu besprechen gibt, dann tue ich das nicht über die Medien, sondern auf direktem Weg", sagte Rummenigge am Rande des DFL-Neujahrsempfangs.

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Diskussion um RB Leipzig "scheinheilig"

Sammer ist nach eigenem Bekunden "froh und glücklich über die Entscheidung, bei Bayern aufgehört zu haben". Es gebe ein Leben neben dem Fußball mit anderen Themen: "Sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag wollte ich nicht mehr."

Sammer war am 10. Juli vergangenen Jahres aus gesundheitlichen Gründen als Sportvorstand des deutschen Rekordmeisters zurückgetreten.

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Neben dem FC Bayern äußerte sich Europas Fußballer des Jahres von 1996 auch zu RB Leipzig. Er verurteilte die Debatte um das Engagement von Red Bull und die in Leipzig fehlende Tradition. "Diese Diskussion ist scheinheilig. Warum sollen junge Unternehmen, die Infrastruktur und Arbeitsplätze sichern, wo auf einem Toplevel für eine Region gearbeitet wird, das nicht machen?", fragte Sammer.

Den Rücktritt von Hansi Flick als DFB-Sportdirektor bedauerte er: "Das tut mir persönlich leid. Man muss die Qualität haben, ein Amt zu schmücken, nicht umgekehrt - das hat er geschafft."

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