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Doha - Halbzeit im Trainingslager des FC Bayern: Was läuft rund? Wo hat der Rekordmeister noch Nachholbedarf? SPORT1 zieht eine Zwischenbilanz.

Vier Tage ist der FC Bayern nun in Katar - der Rekordmeister feiert damit sein Bergfest. Was läuft gut, was schlecht? SPORT1 zieht eine Zwischenbilanz!

- Die Intensität

Sieben Trainingseinheiten liegen hinter den Bayern-Stars. In den öffentlichen Einheiten am Morgen setzte Trainer Carlo Ancelotti vor allem auf Passübungen auf engem Raum und kleinere Spielformen. Am Nachmittag ging es dann eher um Ausdauer, Schnellkraft und das Einstudieren von Spielzügen.

Reporter Christoph Küppers ist für SPORT1 in Doha vor Ort
Reporter Christoph Küppers ist für SPORT1 in Doha vor Ort © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/SPORT1/Getty Images

Manuel Neuer zeigte sich am Samstag zufrieden, sagte auf SPORT1-Nachfrage: "Wir haben jetzt endlich mal mit dem neuen Trainer die Zeit, zweimal am Tag zu trainieren und können mehr Zeit miteinander verbringen. Wir arbeiten hart und intensiv, gehen schon in Richtung Limit."

Am Sonntag wird Ancelotti das Tempo vermutlich noch einmal steigern. Montag wird dann nur am Nachmittag trainiert, Dienstag trifft der Rekordmeister in einem abschließenden Testspiel auf den belgischen Erstligisten KAS Eupen.

- Das Personal

Wenig erfreulich: bislang konnte Ancelotti noch kein einziges Mal mit allen mitgereisten Spielern trainieren. Zwar befindet sich der in der Hinrunde verletzte Kingsley Coman wieder im Aufbautraining - der Franzose darf aber noch nicht mit der Mannschaft trainieren.

Am Samstag dann eine wahre Hiobsbotschaft: Thiago griff sich während einer Kleinfeld-Spielform an den Oberschenkel, musste verletzt vom Platz. Bitter für die Bayern: Der Spanier fällt mit einer Muskelverletzung aus, verpasst womöglich den Bundesliga-Start.

Abseits des Lazarettes sticht im Training besonders Arjen Robben hervor. Der Niederländer treibt die Kollegen immer wieder lautstark an, gibt Kommandos, fordert Bälle. Nachholbedarf besteht bei Renato Sanches: der Portugiese fiel mit einer Erkältung einen Tag aus, agiert im Training bislang eher zurückhaltend.

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- Die Systemfrage

Was plant Carlo Ancelotti für die Rückrunde? Versucht er es im 4-3-3 oder bleibt er bei der Umstellung aufs 4-2-3-1? In Katar lässt sich der Italiener nicht in die Karten schauen. In Trainingsspielen probt er beide Systeme, lässt ein Team auch mal im 4-4-2 spielen.

Heißt: Ancelotti präferiert noch kein bestimmtes System. Einige Spieler hingegen haben eine klare Meinung. Arjen Robben sagte etwa auf SPORT1-Nachfrage: "Das ist meine achte Saison hier. Wir haben schon oft mit einem Zehner gespielt. Und das hat eigentlich immer sehr gut geklappt."

- Das Trainerteam

Es war die Meldung zu Beginn des Trainingslagers: Carlo Ancelottis langjähriger Assistent Paul Clement verließ den FC Bayern und wurde Chefcoach bei Swansea City. Zum neuen Co-Trainer beförderte Ancelotti ausgerechnet seinen eigenen Sohn Davide, bislang Fitness-Coach.

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Wer zu Beginn kurz Zweifel an dieser Personalie hatte, wurde in Katar eines besseren belehrt. Auf dem Trainingsplatz leitet Ancelotti junior viele Übungen, dirigiert, macht klare Ansagen. Einzig: So lautstark wie Vorgänger Clement gibt sich Davide Ancelotti nicht.

Die Spieler stört's nicht. Thomas Müller: "Pauls Abgang hat uns schon überrascht, ist aber kein Problem für uns." Robert Lewandowski: "Früher hat Paul schon viele Übungen mit Davide und dem Tiger (Hermann Gerland, d. Red.) zusammen geleitet. Jetzt ist Paul eben weg und Davide kann ein bisschen mehr machen."

- Die Zukunft

Unklar ist immer noch Holger Badstubers Zukunft. Der Innenverteidiger absolviert weiter das Trainingslager mit dem FC Bayern, läuft in den Trainingsspielen an der Seite von Mats Hummels oder Javi Martínez in der Innenverteidigung auf.

Auch wenn Badstuber angeblich in Gesprächen mit einem englischen Klub stehen soll und der Rekordmeister gesprächsbereit ist, den 27-Jährigen zu verleihen - die Entscheidung über einen Wechsel ist weiterhin offen.

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Das gilt auch für Arjen Robben und Xabi Alonso. Die Verträge der beiden Superstars laufen am Saisonende aus. Beide verspüren offenbar keinen Zeitdruck. "Es gibt keine Deadline", sagte Alonso. Robben erklärte: "Ich konzentriere mich jetzt auf die nächsten sechs Monate. Ich will fit bleiben und Titel holen. Schauen wir mal, was dann kommt."

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