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Ralph Hasenhüttl (l.) und Ralf Rangnick (r.) haben bei RB Leipzig in der Winterpause viel Arbeit
Ralph Hasenhüttl (l.) und Ralf Rangnick (r.) haben bei RB Leipzig in der Winterpause viel Arbeit © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago

München - RB Leipzig bereitet sich in Portugal auf die entscheidende Phase der Saison vor und steht vor neuen Herausforderungen. SPORT1 nennt die Brennpunkte beim Tabellenzweiten.

RB Leipzig geht seinen eigenen Weg. Sein Wintertrainingslager hält der Aufsteiger und Bayern-Verfolger in Portugal ab - kein anderer Bundesligist wählte das Land des Europameisters als Ziel für die Vorbereitung.

Der Kurs des Red-Bull-Klubs war in der Hinrunde äußerst erfolgreich. Niemand hätte gedacht, dass RB Leipzig auf Tabellenplatz zwei überwintern würde. 

Doch nach dem ersten halben Jahr in der Bundesliga ist RB mit neuen Problemen konfrontiert.

SPORT1 nennt die Brennpunkte bei den Leipzigern:

- Psyche

Zu Beginn der Saison ging RB als Underdog in jede Partie und überraschte die Konkurrenz ein ums andere Mal. Diese Zeiten sind vorbei.

Im letzten Spiel vor der Winterpause bekam die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl den ersten dicken Dämpfer verpasst. Beim Gastspiel in München hätte man das Fußball-Märchen 2016 perfekt machen können. Aber der FC Bayern nordete den Emporkömmling eindrucksvoll ein.

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Beim 0:3 war Leipzig gegen den Rekordmeister chancenlos. Der Tenor nach der Klatsche: Mit den großen Bayern kann sich RB noch nicht messen.

Den Leipziger Spielern und besonders den Verantwortlichen war danach die große Enttäuschung anzumerken. Coach Hasenhüttl muss es nun im portugiesischen Lagos schaffen, seiner Truppe wieder die Unbeschwertheit zurückzugeben.

- Zielsetzung

RB hat einen Plan. Es ist davon auszugehen: Intern werden klare Ziele formuliert. Doch nach außen tun sich die Leipziger Verantwortlichen schwer, mit einer Stimme zu sprechen.

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz gab genau vor dem Spiel in München öffentlich die Qualifikation für Europa als Mindestziel aus. Angesprochen auf die Aussage seine milliardenschweren Chefs zeigte sich RB-Sportdirektor Ralf Rangnick nach dem Spiel in der Allianz Arena dünnhäutig.

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"Zu wem hat er das gesagt? Zu Ihnen?", entgegnete er dem Fragesteller. Die Antwort: Die Zitate waren in der Schweizer Zeitung Blick zu lesen. Rangnick darauf: "Ok, und das glauben Sie jetzt einfach so, oder? Ich habe es nicht gelesen. Unser Saisonziel habe ich mindestens fünf oder sechsmal genannt. Wir wollen eine sorgenfreie Saison spielen."

Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff erklärte dem kicker am vergangenen Donnerstag: "Es ist auch nicht so, dass wir dauerhaft auf Augenhöhe mit Bayern und Dortmund sein wollen."

Die Leipziger haben sieben Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz. Auf Dauer wird es schwer werden, den Klassenerhalt als Ziel aufrecht zu erhalten.

- Anfangsprogramm

"Es ist eine sehr kurze und knackige Vorbereitung, da müssen wir schauen, dass wir jeden Tag nutzen, um uns perfekt in Schuss zu bringen", wurde Trainer Hasenhüttl in der Leipziger Volkszeitung zitiert. Und damit hat der Österreicher Recht.

Denn seine Mannschaft hat nach der Winterpause gleich ein knallhartes Anfangsprogramm vor der Brust.

Zuhause gegen den Tabellenvierten Frankfurt, danach noch ein Heimspiel gegen den Fünften Hoffenheim und dann geht es zum Tabellensechsten Borussia Dortmund.

Drei Duelle gegen drei Verfolger an den ersten drei Spieltagen. Diese Spiele werden richtungsweisend sein. 

- Personalien

Die Gesetze des Marktes gelten auch für RB. Die Spieler, die bisher beim Bundesliga-Neuling glänzten, stehen nun im Schaufenster. Und viele andere Vereine würden gerne zugreifen.

Emil Forsberg spielte eine starke Hinrunde. Sein Berater Hasan Cetinkaya sagte bereits der Bild, er könne "nicht versprechen, dass Emil im Winter in Leipzig bleibt." Der FC Liverpool um Trainer Jürgen Klopp, der FC Arsenal und Juventus sollen interessiert sein.

Forsberg selbst sagte der dpa im Trainingslager: "Ich fühle mich wohl bei RB Leipzig und ich fixiere mich nur auf RB Leipzig. Um alles andere kümmert sich mein Berater." Ein echtes Treuebekenntnis klingt anders.

Rangnick stellte jedoch klar: "Ich kann versprechen, dass Emil auf jeden Fall bis Sommer und hoffentlich noch lange bleibt."

Einige Premier-League-Klubs sollen auch die Fühler nach Mittelfeldspieler Naby Keita ausgestreckt haben.

Will man solche Top-Spieler halten, kann man die Gehaltsobergrenze von drei Millionen Euro im Jahr knicken.

Davie Selke kommt in Leipzig nur selten zum Einsatz und wird mit Bayer Leverkusen in Verbindung gebracht, Kyriakos Papadopoulos mit dem HSV. Kommen könnte dagegen Dayot Upamecano von Red Bull Salzburg. Offensiv-Mann Matty Cash von Nottingham Forrest soll auch das Interesse von RB geweckt haben.

Beim Personal könnte sich also während dieser Transferperiode also noch einiges tun.

Auf Sportdirektor Rangnick kommt in den nächsten Wochen viel Arbeit zu.

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