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Paul-Georges Ntep wechselte von Stade Rennes zum VfL Wolfsburg
Paul-Georges Ntep wechselte von Stade Rennes zum VfL Wolfsburg © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/iStock

München - Der VfL Wolfsburg holt Paul-Georges Ntep von Stade Rennes. Der 24-Jährige nannte einst Bad Boy Paul Gascoigne als Vorbild - und erinnert auf dem Platz an Franck Ribery.

Ein Typ wie Paul Gascoigne ist Paul-Georges Ntep ganz und gar nicht - auch wenn der jüngste Neuzugang des VfL Wolfsburg die gefallene englische Legende als sein erstes Vorbild bezeichnet.

Der junge Paul-Georges sah damals nicht Gascoignes Eskapaden und Exzesse, sondern nur die fußballerische Brillanz des heute schwer suchtkranken 49-Jährigen.

Mittlerweile nennt Ntep, den die Wolfsburger von Stade Rennes verpflichteten, ein anderes Idol: Eden Hazard.

Schnell und torgefährlich

Genau wie der belgische Superstar vom FC Chelsea fühlt sich Ntep auf dem linken offensiven Flügel am wohlsten. Und dort soll er auch die schwächelnden "Wölfe" verstärken.

Der neue VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe beschreibt Ntep so: "Er ist ein klassischer Außenbahnspieler mit besonderen Merkmalen, der unser Offensivspiel bereichern wird. Er ist schnell, stark in Eins-gegen-Eins-Situationen, bringt Torgefährlichkeit und hat zudem ein Auge für seine Mitspieler."

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Mit seinem explosiven Antritt, den schnellen Übersteigern und scharfen Hereingaben in den Strafraum erinnert Ntep an die spektakuläre Spielweise seines französischen Landsmanns Franck Ribery. Diese Qualitäten sollen den Wolfsburgern eine Ablöse zwischen fünf und acht Millionen Euro wert gewesen sein.

Zwei Länderspiele für Frankreich

Geboren wurde Ntep in Douala, der größten Stadt Kameruns. Seine fußballerische Ausbildung genoss der heute 24-Jährige in Frankreich, wo er letztlich in der Jugendabteilung des AJ Auxerre landete. Für den Verein aus dem Burgund gab Ntep 2012 auch sein Profidebüt in der zweiten französischen Liga.

Nur ein Jahr später wurde er zum besten Profi der Spielklasse gewählt. 2014 folgte der Wechsel zu Stade Rennes in die Ligue 1. Seine Bilanz dort: 74 Spiele mit 18 Treffern und 15 weiteren Torbeteiligungen.

Als Belohnung gab es zwei Nominierungen für die französische A-Nationalmannschaft. Eine Karriere als kontinuierlicher Aufstieg. Jetzt also Wolfsburg.

Wichtiger Baustein beim neuen VfL

Über seinen neuen Klub sagt Ntep: "Wolfsburg hat große Ambitionen. Auch wenn die Situation gerade ein bisschen schwierig ist, will der Klub nach oben."

Beim VfL wird Ntep als ein wichtiger Baustein beim Umbau der Mannschaft gesehen, den die Verantwortlichen in der Winterpause konsequent vollziehen.

Nach dem Verkauf von Julian Draxler an Paris Saint-Germain wurden bereits Riechedly Bazoer von Ajax Amsterdam für das zentrale Mittelfeld und Yunus Malli aus Mainz für die Zehnerposition geholt. Dazu kommt das nigerianische Sturm-Talent Victor Osimhen.

Ismael: "Mit ihm sind wir flexibler"

In der Offensive sah man großen Handlungsbedarf. Besonders vom Zusammenspiel von Malli und Ntep in Verbindung mit dem potenziellen Verwerter Mario Gomez erwartet man sich nun einiges.

Trainer Valerien Ismael sagte nach Nteps Unterschrift beim VW-Klub: "Er ist pfeilschnell, technisch versiert und verfügt trotz seines jungen Alters bereits über enorme Erfahrung. Mit ihm sind wir im taktischen Bereich noch flexibler und im Offensivspiel noch schwerer auszurechnen." 

In seiner letzten Zeit in Rennes fiel Ntep aber auch negativ auf. Im vergangenen September wurde er im Spiel gegen Caen in der Schlussphase eingewechselt und motzte anschließend: "Das ist das letzte Mal, dass ich für zehn Minuten auf den Platz gehe."

Knapp drei Wochen später kommentierte er eine Auswechslung mit einer abfälligen Geste - und erklärte auch mit einigen Tagen Abstand auf einer Pressekonferenz, dass er seine Aktion nicht bereue: "So ist Fußball. Ich wollte unbedingt zu Ende spielen."

Ntep: "Ich mache nicht auf Star"

Seine gelegentlichen emotionalen Ausbrüche will er aber auf den Fußballplatz beschränken und im Zusammenhang mit seinem schier grenzenlosen Ehrgeiz verstanden wissen.

"Ich mache nicht auf Star, ich fordere nichts", betonte Ntep, abseits des Platzes sei er "sehr ruhig, zurückhaltend, nachdenklich. Ich mag es, ruhig zu sein."

Ganz anders also als sein erstes Vorbild Paul Gascoigne. In Wolfsburg sind sie darüber sicher nicht böse.

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