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Borussia Dortmund v AS Monaco - UEFA Champions League Quarter Final: First Leg
BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat sich zu den Motiven des mutmaßlichen Täters geäußert © Getty Images

Nach dem Anschlag auf das Team von Borussia Dortmund versuchen die Verantwortlichen bei der Verarbeitung zu helfen. Jeder auf seine spezielle Art.

Die Verantwortlichen von Borussia Dortmund haben sich zur neuesten Entwicklung der Ermittlungen im Anschlag auf die BVB-Mannschaft geäußert.

Nach der Verhaftung des Verdächtigen Sergej W. gehen die Behörden von Geldgier als Motiv aus.

"Die Motivlage ist genauso krank, als wäre es ein terroristischer Hintergrund gewesen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei Sky vor dem Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Dennoch könnten die neuen Informationen hilfreich sein, sagt Zorc. "Vielleicht hilft es in der weiteren Verarbeitung und in der schnelleren Verarbeitung."

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Kein Druck auf die Mannschaft

An den Ligaaltag ist aber noch nicht zu denken. Druck auf die Dortmunder Mannschaft will Zorc trotz des engen Rennens um die Teilnahme an der Champions League nicht aufbauen.

"Natürlich kennen wir unsere Tabellensituation, wir brauchen jeden Punkt, bräuchten einen Sieg heute", sagte Zorc, "aber jetzt große Erwartungshaltungen an diese Mannschaft dahingehend zu formulieren, halten wir für falsch."

Der Verein versuche die Mannschaft mit psychologischer Hilfe und vielen Gesprächen zu helfen, so Zorc.

Tuchel bleibt bei seinem Muster

Trainer Thomas Tuchel setzt auf ein Stück Normalität. In der Vorbereitung auf Spiele hat sich für ihn wenig bis nichts verändert. Von seinen Spielern fordert er aber nicht denselben Umgang mit der Situation.

"Wenn ich mein Gefühl auf alle überstülpen würde, dann würde ich sicher ein paar Spieler überfordern. Mir fällt es leichter mich darauf einzulassen, wieso auch immer", sagte Tuchel bei Sky.

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Seine Spieler seien sehr offen und hätten auch Lust zu spielen. "Ob wir das in der allerletzen Schärfe einfordern können, glaube ich nicht", sagte Tuchel.

Die Gespräche untereinander seien sensibler geworden. "Die Töne im Miteinander zwischen den Spielern und zwischen mir und den Spielern sind leiser", sagte Tuchel.

Spielvorbereitung bleibt gleich

Wenn es um Fußball geht, hätte sich aber nichts verändert. "Die Ansprache, da geht es um Fußball. Das ist der Tonfall so, wie es das Spiel erfordert, da versuche ich auch Verständnis zu wecken."

Trotz des Anschlags hätte kein BVB-Spieler um eine Pause vom Fußball gebeten. "Weil sie das ablenkt und weil es ihre Herzensangelegenheit ist", begründete Tuchel.

"Dann fühlen sie sich alle dem Team verpflichtet. Da möchte niemand gerne sagen, bei mir geht es gar nicht", räumte der BVB-Trainer ein. 

Bei aller Normalität in der Vorbereitung kämpfen manche Spieler mit den Folgen des Anschlags.

"Wir haben auf jeden Fall Spieler, die nach wie vor Probleme haben zu schlafen oder ich zu konzentrieren. Das ist eher ein Problem in der Vorbereitung auf ein Spiel", sagte Tuchel.

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