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Martin Hinteregger (vorn) brachte den FCA gegen Köln in Front © Getty Images

Augsburg - Augsburg gelingt nach sechs sieglosen Spielen gegen Köln der dringend benötigte Dreier. Dennoch bleiben die Schwaben im Keller. In der Endphase wird es äußerst turbulent.

Der FC Augsburg hat im Abstiegskampf der Bundesliga ein Lebenszeichen gesendet, für den 1. FC Köln gerät die Teilnahme am Europapokal in Gefahr.

Mit einer lange Zeit vor allem kämpferisch starken Vorstellung gewannen die Schwaben gegen defensiv häufig unerklärlich fahrige Rheinländer trotz am Ende doppelter Unterzahl 2:1 (2:0) und beendeten eine Serie von zuletzt sechs Spielen ohne Sieg auf eindrucksvolle Weise.

FCA bleibt trotz Sieg unten drin

Auch für FCA-Trainer Manuel Baum, dem Manager Stefan Reuter unter der Woche eine Jobgarantie ausgesprochen hatte, war der wichtige Erfolg eine Erleichterung. Dennoch hat sich Augsburg mit nunmehr 32 Punkten längst nicht aller Sorgen entledigt und verbleibt trotz des achten Saisonsiegs auf Relegationsplatz 16.

Köln versäumte es unterdessen, seine Ausgangsposition im Rennen um die Qualifikation für die UEFA Europa League zu verbessern und belegt nach dem sechsten sieglosen Spiel in der Fremde in Folge mit 40 Zählern weiter Platz sieben (Tabelle der Bundesliga).

Die Highlights der Partie am Sonntag in Bundesliga Pur ab 9.15 Uhr im TV auf SPORT1.

Wilde Schlussphase mit Doppel-Rot

Der Österreicher Martin Hinteregger (5.) mit einem wuchtigen Kopfball und der niederländische Kapitän Paul Verhaegh (23.) mit einem Fouelfmeter sorgten für einen zunächst beruhigen Vorsprung der Gastgeber. Nachdem Augsburgs Philipp Max (65.) aber einen Schuss von Frederik Sörensen ins eigene Tor abfälschte, wurde es wieder spannend, zumal die Platzherren durch Platzverweise gegen Ja-Cheol Koo (89./wiederholtes Foulspiel) und Alfred Finnbogasson (90.+2/Tätlichkeit) dezimiert wurden.

In der hektischen Schlussphase wurde auch FCA-Trainer Baum auf die Tribüne verwiesen (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

"Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft. Wir haben in der ersten Halbzeit ganz gut gespielt und verdient geführt. Ich bin heilfroh über die drei Punkte, es war sehr emotional. Die rote Karte gegen Finnbogason war völlig überzogen", sagte er nach dem wichtigen Heimsieg.

"Wir müssen uns jetzt den Arsch aufreißen. Das ist das Einzige, was jetzt zählt", hatte Verteidiger Hinteregger nach den letzten dürftigen Auftritten gefordert. Und Augsburg begann dann auch wild entschlossen. Zwar sahen die Aktionen defensiv nicht immer souverän aus, in der Offensive waren sie dafür umso wuchtiger.

Finnbogason hatte in der fünften Minute die erste ganz große Möglichkeit - und beim anschließenden Eckball von Daniel Baier ließen die Kölner dann Hinteregger völlig aus den Augen. Yuya Osako (7.) hätte für die Elf von Gäste-Trainer Peter Stöger fast postwendend ausgeglichen, verfehlte aber vor dem praktisch verwaisten Tor den Ball.

Nervenbündel Baum treibt FCA an

Der zuletzt stark kritisierte FCA-Coach Baum tigerte meist durch seine Coaching Zone wie ein Raubtier im Käfig. Der 37-Jährige schrie und gestikulierte dazu fast unablässig. Auch ohne Raul Bobadilla (Wadenverletzung) und mit vier neuen Spielern in der Startelf im Vergleich zum 0:2 bei Hertha BSC war Augsburg aggressiver und vor allem geistig zunächst reger als die Kölner (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Bestes Beispiel dafür war das Foul vor Verhaeghs Elfmeter von Sörensen an Augsburgs Kevin Danso, als der Kölner einfach viel zu behäbig reagierte. Jonathan Schmid hätte in der 36. Minute eigentlich schon für klare Verhältnisse sorgen können, scheiterte aber an FC-Torwart Timo Horn.

Mit den frischen Offensivkräften Simon Zoller und Artjoms Rudnevs versuchte Stöger dem Spiel der Geißböcke nach der Pause frische Impulse zu verleihen. Die Wechsel zeigten auch durchaus Wirkung, wenngleich der 1:2-Anschlusstreffer sehr glücklich fiel. Aber Köln erspielte sich danach ein Übergewicht und war plötzlich auch wesentlich engagierter. Bei Augsburg hingegen begann das Zittern bis zum herbeigesehnten Schlusspfiff.

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