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TSG 1899 Hoffenheim v Eintracht Frankfurt - Bundesliga
Schalk im Nacken: Julian Nagelsmann © Getty Images

Sinsheim - Der TSG Hoffenheim gelingt auf den letzten Drücker der Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Im Kampf um die Champions League liegt der Druck nun beim BVB.

Benjamin Hübner wusste gar nicht, wohin mit seiner Freude.

"Die Mannschaft war direkt bei mir und hat mich zu Boden gedrückt, ich konnte gar nicht anders jubeln", erklärte der Innenverteidiger der TSG Hoffenheim seine eher verhaltene Reaktion auf den späten 1:0-Siegtreffer (90.) gegen Eintracht Frankfurt bei Sky. (Ergebnisse und Spielplan)

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Dass der 27-Jährige ausgerechnet gegen den Arbeitgeber seines Vaters, Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner, traf, war in Anbetracht der Bedeutung des Sieges für seinen Klub zweitrangig. Denn dank des Dreiers stießen die Kraichgauer Borussia Dortmund von Platz drei. (Die Tabelle der Bundesliga)

Diesen will die TSG im direkten Duell um die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League am kommenden Samstag mit aller Macht verteidigen. "Alles andere wäre ja Schwachsinn", unterstrich Hübner.

Nagelsmann: "Druck brutal bei Dortmund"

Die neue Rolle als Gejagter nahm Julian Nagelsmann ebenfalls gerne an. "Bei aller Bescheidenheit, aber der Druck liegt brutal bei Borussia Dortmund. Die müssen Dritter werden, wir nicht - aber wir wollen gerne", sagte der TSG-Trainer. "Wir haben jedes Spiel gegen Dortmund ganz ordentlich gestaltet, das versuchen wir jetzt wieder und dann schauen wir mal, wie es am Samstag ausgeht."

Der Sieg gegen Frankfurt, mit dem die Kraichgauer ihren Heimrekord auf 16 Partien ohne Niederlage ausbauten und mit 58 Zählern eine neue Punkte-Bestmarke aufstellten, täuschte aber nicht über eigene Nachlässigkeiten hinweg. Denn trotz ihrer spielerischen Überlegenheit konnten sich die Gastgeber zunächst keine echten Torchancen erarbeiten. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Die Frankfurter, die im Vergleich zum Pokal-Halbfinale am vergangenen Dienstag bei Borussia Mönchengladbach (7:6 im Elfmeterschießen) auf fünf Positionen verändert waren, konzentrierten sich erst einmal auf die Defensive. Die Hessen, bei denen Alexander Meier, Jesus Vallejo, Makoto Hasebe, Omar Mascarell, Slobodan Medojevic und Mijat Gacinovic fehlten, hatten mit dieser Taktik Erfolg - auch nach 20 Minuten hielt die Abwehr dicht. (Der Tabellenrechner der Bundesliga)

Mitte der ersten Hälfte erhöhten die Hoffenheimer die Schlagzahl, es fehlte aber weiter die Durchschlagskraft vor dem Tor der Gäste. Dennoch war die TSG in der 26. Minute der Führung ganz nahe, Nadiem Amiri traf den Pfosten. Obwohl die Kraichgauer bis zum Ende der erste Hälfte weiter Druck machten, fehlte das nötige Tempo bei den Offensivaktionen. Die Eintracht brachte das torlose Remis in die Pause.

Abraham trifft aus dem Abseits

Auch nach dem Seitenwechsel warteten die Zuschauer zunächst vergebens auf Torchancen. Lediglich ein Abseitstreffer des früheren Hoffenheimers David Abraham sorgte für ein wenig Aufregung (54.). Die Entscheidung von Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) gegen den Frankfurter Innenverteidiger war aber korrekt. Kurz darauf sah Abraham seine fünfte Gelbe Karte - er fehlt damit im kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg.

Nach rund einer Stunde hatte Nagelsmann vom müden Kick seiner Elf genug gesehen. Der Coach brachte Stürmer Mark Uth für den schwachen Andrej Kramaric, um die Offensive zu beleben. Die Maßnahme brachte zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Auch nach 70 Minuten war von einem Hoffenheimer Angriffswirbel nichts zu sehen. Bis dahin war der TSG-Auftritt einer der schwächsten in dieser Saison. Haris Seferovic hatte in der 86. Minute sogar noch eine gute Gelegenheit für die Gäste, ehe Hübner die Hausherren jubeln ließ.

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