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TSG 1899 Hoffenheim v Bayern Muenchen - Bundesliga
Tor des Tages: Andrej Kramaric' Kracher brach einige Rekorde © Getty Images

München - Die TSG Hoffenheim schafft Geschichtsträchtiges. Sven Ulreich heißt Münchens Unglücksrabe und alle Bayern-Gegner dürfen eine Schnapszahl feiern. Daten.

Serien sind in erster Linie dazu da, um gebrochen zu werden, sagt man. Genau das müssen sich am Dienstagabend auch Julian Nagelsmann und seine Hoffenheimer Gipfelstürmer gedacht haben, als sie den FC Bayern, bei dem Arjen Robben zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte als Kapitän auflief, in Sinsheim zum Tanz baten.

Auf ganzen sieben Positionen rochierte Trainerfuchs Carlo Ancelotti seine Startelf im Vergleich zum Kantersieg in Augsburg - das gab es in der Bundesliga unter dem Italiener zuvor noch nie.

Und - man mag es kaum glauben - auch ein Mister mit über 1.000 Spielen als Übungsleiter auf dem Buckel kann einmal daneben liegen. Da macht es auch nichts, wenn auf der anderen Seite ein gerade einmal 29-Jähriger dem gegnerischen Team die Anweisungen gibt.

Hoffenheims doppeltes 100er-Glück

90 Minuten und einen Hammer vom derzeit furios aufspielenden Andre Kramaric (sieben Tore in den letzten sieben Partien) später, war es dann soweit: Der Aufsteiger von 2008 ging im 18. Bundesliga-Spiel gegen das deutsche Aushängeschild erstmals als Sieger vom Platz - es war gleichzeitig der exakt 100. Sieg in der Bundesliga. Im 299. Spiel - bei 88 Remis und 111 Niederlagen.

Ein Wunder ist das nicht, sind die Kraichgauer in dieser Saison im heimischen Stadion doch noch gänzlich unbesiegt und bauten den eigenen Vereinsrekord auf nun 14 ungeschlagene Heimspiele in Folge aus. 

Der Pechvogel heißt Ulreich

Böse Zungen mögen nun behaupten, dies alles sei die Schuld von Torwart Sven Ulreich, der den verletzten Manuel Neuer in der Bayern-Kiste an diesem Abend sonst souverän vertrat. Mit dem Schwaben im Tor kassierten die Roten, die ausnahmsweise in Schneeweiß aufliefen, erstmals nach 539 Minuten wieder ein Gegentor in der Bundesliga.

Aus Münchner Sicht noch bedauerlicher ist aber die Tatsache, dass das Gegentor schließlich zur ersten Pflichtspielniederlage nach 20 Partien seit dem 2:3 in Rostov Ende November in der Champions League führte. Wirklich schlimm für die Gäste aus München ist das nicht, da man mit noch immer mindestens zehn Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze alleine die Kreise zieht - und die Wochen der Wahrheit erst jetzt noch anstehen.

Aluminium-Rekord

Ein Geräusch, welches derweil des Öfteren bei Bayern-Spielen ins Ohr dringt, hört sich ungefähr so an: Dong!

Bereits 21 Mal traf ein Spieler des Rekordmeisters Latte oder Pfosten. Das ist Ligarekord. Alleine Goalgetter Robert Lewandowski, der auch gegen Hoffenheim wieder ans Aluminium traf, zeigte sich für ein solches Malheur sieben Mal verantwortlich. Auch das ist Ligarekord.

Und noch eine Serie ging zuende: Mit Uli Hoeneß als Präsidenten hatte der FC Bayern nämlich keines der letzten 64 Bundesliga-Spiele verloren. Nun gab es für ihn in dieser Funktion die erste Niederlage seit dem Oktober 2012 (1:2 gegen Leverkusen). 

Und wäre das alles noch nicht genug, dürfen jetzt alle Bayern-Gegner auf eine Schnapszahl die Gläser erheben: Für die Münchner setzte es in Hoffenheim nämlich die 333. Niederlage in der Bundesliga-Geschichte.

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