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Germany - Training
Bald gemeinsam bei den Bayern? Thomas Müller und Oliver Bierhoff im DFB-Dress © Getty Images

München - Oliver Bierhoff gerät beim DFB ins Abseits, während die Bayern weiter einen Sportdirektor suchen. Die offenbar nahe liegende Lösung hat aber einen Haken. SPORT1 klärt auf.

Die Nachricht sorgte in der Fußball-Branche für Aufsehen. DFB-Präsident Reinhard Grindel hat sich nicht nur für die umstrittene Nations League ausgesprochen, sondern dabei auch explizit Oliver Bierhoff für dessen gegenteilige Meinung kritisiert.

Erst kürzlich hatte Grindels rechte Hand, Generalsekretär Friedrich Curtius, Bierhoff öffentlich angezählt und vor einer "Verselbständigung der Nationalelf" gewarnt. Von "Machtkampf im DFB" schrieb danach die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Schwerer Stand beim DFB

Da passte es ins Bild, dass bei der Verabschiedung von Lukas Podolski nur Grindel und Curtius in den Vordergrund drängten. Und nicht Bierhoff, obwohl dieser die Nationalmannschaftskarriere von "Prinz Poldi" über 13 Jahre ganz eng verfolgt hatte.

Ganz offensichtlich hat der Teammanager nach ebenfalls 13 überwiegend erfolgreichen Jahren im DFB unter der neuen Führung einen schweren Stand. Und so mancher auf den Fluren der Verbandszentrale in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise fragt sich, wie lange der macht- und selbstbewusste Bierhoff trotz Vertrags bis 2020 das noch mitmacht.

Zumal einer der Topjobs gerade vakant ist: Der des Sportdirektors beim deutschen Rekordmeister. Bierhoff und Bayern – auf den ersten Blick würde das passen.

Schon früher bei Bayern im Gespräch

Schon in den vergangenen Jahren war der 48-Jährige immer mal wieder für eine Führungsposition beim FCB im Gespräch.

Der im nahen Starnberg wohnende Bierhoff ist national und international glänzend vernetzt in der Szene, kennt sich im Marketing- und PR-Bereich aus und wäre zumindest perspektivisch auch als Bayern-Vorstand denkbar.

Der einstige Weltklassestürmer könnte zudem problemlos die Lücken ausfüllen, die durch den Abgang von Matthias Sammer bei den Münchnern entstanden sind: Als Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Vorstand, als Mahner nach innen und außen, als Repräsentant vor den Mikrofonen und am Spielfeldrand.

Das alles fehlt derzeit, weshalb vor allem Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge öfter in der Kabine und vor den Medien auftreten muss, als es seine eigentliche Aufgabe und ihm lieb ist.

"Oliver ist ein Kämpfer"

Doch trotz dieser Punkte ist Bierhoff offenbar noch nicht bereit, den DFB vor der angestrebten Titelverteidigung bei der WM 2018 in Russland zu verlassen. "Oliver ist ein Kämpfer, der gibt nicht einfach auf", sagt einer, der ihn seit langem gut kennt.

Und auch die Bayern-Bosse haben nach SPORT1-Informationen nicht konkret über Bierhoff nachgedacht, weil sie sich nach den Absagen von Philipp Lahm und Max Eberl keinen dritten Korb holen wollen. Und weil sie angesichts des sportlichen Erfolgs nicht unter Druck stehen.

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Daher ist auch der von Reiner Calmund ins Spiel gebrachte Xabi Alonso kein Thema. Vor allem, weil ihm ungeachtet aller Qualitäten die Erfahrung im Management fehlt. Zum anderen aber auch, weil der Spanier wie Lahm nach dem Karriereende im Sommer erst mal eine Auszeit plant.

Alternativkandidat Flick?

Sollten Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß aber doch noch zur der gemeinsamen Meinung gelangen, schon zur neuen Saison wieder einen Sportchef zu benötigen, käme vermutlich wieder ein alter Bekannter ins Spiel: Hansi Flick. 

Der Ex-Sportdirektor und frühere Assistent von Jogi Löw, der im Gegensatz zu Bierhoff die DFB-Bürokratie satt hatte und kündigte, war bereits ein Kandidat für die Leitung des FCB-Nachwuchsleistungszentrums. Flick hat Erfahrung als Trainer und Funktionär und zudem als einstiger Bayern-Profi den gewünschten Stallgeruch.

Andererseits gilt der Badener als zu zögerlich und wenig entscheidungsstark. Nicht die besten Voraussetzungen im zu erwartenden Kompetenzgerangel mit den Alphatieren Hoeneß und Rummenigge. Fortsetzung folgt.

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