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Matthias Becker, Leiter Digitale Redaktion, wünscht sich in den nächsten Jahren mehr Konkurrenz für den FC Bayern in der Bundesliga © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Der FC Bayern wird zum fünften Mal in Folge Meister. Eine beachtliche Leistung, aber auch ein klares Signal an die Konkurrenz. Der SPORT1-Kommentar.

Herzlichen Glückwunsch an den FC Bayern zum Gewinn des Meistertitels.

Es ist der fünfte in Folge - und er ist natürlich verdient. Für den Rekordmeister ist er - mal wieder - ein neuer Rekord. In Wolfsburg feierten Spieler und Trainer mit roten T-Shirts auf denen eine flache Hand mit fünf Fingern zu sehen ist. Für den Rest der Liga ist diese Hand ein Schlag ins Gesicht.

Selbstverständlich war der FC Bayern auch in dieser Saison wieder klar die beste Mannschaft der Liga. Diese Selbstverständlichkeit ist es, die der in Sicherheitsabstand folgenden Konkurrenz, der DFL und letztlich auch den Bayern selbst zu denken geben sollte.

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Fünf mal wurde die deutsche Meisterschaft in der Geschichte der Bundesliga am 30. Spieltag oder früher entschieden, drei dieser fünf Entscheidungen fallen in die vergangenen fünf Jahre. Spannung sieht anders aus, zumal auch die übrigen Titelrennen seit 2010 frühzeitig entschieden waren.

Der DFL kann das nicht gefallen. Ein Wettbewerb, bei dem jeder vorher weiß, wer ihn gewinnt, wird über kurz oder lang weniger Interesse erregen. Da kann der Abstiegskampf noch so spannend sein, wenn das Überraschungsmoment beim Kampf und den Hauptpreis wegfällt, sinkt die Faszination.

Die von vielen wegen ihrer horrenden TV-Einnahmen beneidete Premier League hatte seit 2012 vier verschiedene Meister. Sollte Tottenham Hotspur den FC Chelsea in dieser Saison noch abfangen, wären es sogar fünf Teams ins fünf Jahren.

Zustände, von denen die Bundesliga meilenweit entfernt ist. Aber Aufgeben ist auch keine Lösung. Es braucht Mut von der Konkurrenz. Der BVB hat in seiner Umbruchs-Saison eine Mannschaft aufgebaut, die Anlass zu Titelfantasien gibt.

RB Leipzig wird durch die Champions-League-Teilnahme an Qualität und Erfahrung gewinnen. Und vielleicht gelingt ja auch einem aufstrebenden Klub wie der TSG Hoffenheim mal der ganz große Wurf.

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Grund genug, sich von den "Wir-gucken-von-Spiel-zu-Spiel"-Inseln und dem traurig-vernünftigen Saisonziel Platz vier zu verabschieden. Die Bayern freuen sich sicher über mehr Konkurrenz als Sparring für die großen Schlachten gegen Barca und Real.

"Wir wollen Meister werden!" Diese Ansage von einem Bundesliga-Verein, der nicht aus München kommt, hätte mal was. 

Und keine Angst, wenn es dann doch nicht klappt, gilt: Man kann kämpfen und verlieren. Aber wer nicht kämpft, hat von vornherein verloren. 

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