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Mario Gomez (r.) verballert gegen Hertha BSC die sichersten Chancen © Getty Images

Trotz bester Torgelegenheiten kassiert der VfL Wolfsburg in Berlin eine Niederlage. Mario Gomez vergibt den Ausgleich, das Restprogramm des VfL ist hart.

Die Flanke segelte perfekt auf ihn zu, Mario Gomez setzte zum Schuss an - und ballerte die Kugel aus fünf Metern an die Latte des Berliner Tores.

In der 67. Minute vergab der Nationalspieler eine 100-prozentige Chance zum Ausgleich für den VfL Wolfsburg und war anschließend der Verzweiflung nahe.

Kein Gomez-Tor, keine Punkte für Wolfsburg. Diese Regel galt - wie so oft schon in dieser Saison - auch in Berlin.

Nach der ebenso bitteren wie unnötigen 0:1-Niederlage bei Hertha BSC musste VfL-Trainer Andries Jonker schon eine vielzitierte Fußballer-Floskel bemühen, um seine Enttäuschung in Worte zu fassen.

"Wenn du selbst die Chancen nicht nutzt, dann macht das der Gegner", sagte der Niederländer.

Konkurrenz patzt

Nur weil die Konkurrenten ebenfalls nicht punkteten, rutschte der VfL nicht auf den Relegationsplatz. Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass die Wolfsburger den DFB-Pokal gewannen und Vizemeister wurden - in dieser Saison droht dem Meister von 2009 der Abstieg (Die Tabelle der Bundesliga).

Alleine das Auftreten des Teams macht Jonker in der heißen Endphase der Saison Hoffnung: "Ich habe den Jungs nach dem Spiel gesagt: 'Wenn wir in der Lage sind, in Berlin so ein Spiel abzuliefern, dann schaffen wir es, in der Bundesliga zu bleiben. Glaubt es mir, wir kriegen das hin.'"

Hertha macht es dem VfL vor

Lange waren die Niedersachsen in Berlin die bessere Mannschaft, erspielten sich vor allem in der Anfangsphase Chance um Chance - und doch trafen die Gäste das Tor einfach nicht (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Gomez erzielte acht der zehn VfL-Treffer unter Jonker, in Berlin scheiterte der Stürmer einmal freistehend an Hertha-Keeper Rune Jarstein und einmal an der Latte. Wie effektive Chancenverwertung geht, zeigte - wieder einmal - Vedad Ibisevic.

Der Bosnier sorgte mit seiner einzigen Möglichkeit für das Siegtor. Und dafür, dass der VfL mit leeren Hände die Rückreise an den Mittelland-Kanal antreten musste.

"Wir hatten fünf 100-prozentige Chancen, die Berliner wissen wahrscheinlich selbst nicht so wirklich, warum sie gewonnen haben. Wir haben uns selbst geschlagen", sagte Manager Olaf Rebbe, nachdem bereits nach wenigen Sekunden Yunus Malli frei vor Jarstein vergeben hatte.

"Wenn wir die Tore am Anfang schießen, gewinnen wir fast zu 100 Prozent das Spiel", sagte Kapitän Luiz Gustavo.

Hartes Restprogramm für Wolfsburg

So bleibt den hochkarätig besetzten Wolfsburgern wieder einmal nur die Hoffnung, dass die individuelle Klasse am Ende den Ausschlag für den Klassenerhalt gibt. 

"Mit unserer Qualität muss es reichen, dass wir bis zum Ende der Saison noch Punkte machen. Es ist jetzt einfach ein Monat, in dem alles zählt", sagte Gustavo.

"Uns hilft keiner. Wir müssen uns selbst helfen", sagte Rebbe, doch der Blick auf das Restprogramm verheißt nichts Gutes. Bayern München, Eintracht Frankfurt sowie Borussia Mönchengladbach heißen die nächsten Aufgaben (Alle Spiele und Ergebnisse der Bundesliga im Überblick). .

Und am letzten Spieltag könnte es sogar zu einem "Endspiel" kommen. Dann ist der Hamburger SV der Gegner.

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