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Lange tut sich Gladbach zu Hause gegen eine starke Stuttgarter Abwehr schwer. Raffael erlöst die Borussia schließlich. Christoph Kramer verletzt sich erneut am Kopf.

Raffael genoss den Jubel bei der Auswechslung, die Umarmung seines Trainers Dieter Hecking fiel dem Anlass entsprechend herzlich aus. Zwei Tore waren dem Brasilianer gelungen - vor allem dank seines kaltblütigen Spielmachers setzte Borussia Mönchengladbach seinen Aufwärtstrend in der Bundesliga fort.

Die Fohlenelf gewann das lange Zeit dürftige Duell zweier verletzungsgeplagter Mannschaften gegen den VfB Stuttgart letztlich verdient mit 2:0 (0:0) und sprang in die obere Tabellenhälfte.

Der Brasilianer Raffael erzielte mit einem Volleyschuss (57.) und per Foulelfmeter (74.) seine ersten Saisontore für die Borussia. Zudem durchbrach Dieter Hecking mit den Bundesliga-Punkten 500 bis 502 seiner Trainer-Karriere eine Schallmauer.

Kramer mit Kopfverletzung ausgewechselt

"In der ersten Halbzeit war es ein Spiel, wie ich es mir nicht erhofft hatte. Wir hatten nicht die Passgeschwindigkeit, um Stuttgart vor Probleme zu stellen. In der zweiten Halbzeit hat es dann gepasst, die Mannschaft hat die zweite Luft gekriegt. Großes Kompliment, dass sie das heute so durchgezogen hat", sagte Hecking nach dem Spiel.

Bitter für die Gladbacher war aber die Verletzung von Christoph Kramer, der sich bei einem Kopfballduell eine Platzwunde an der Stirn, eine leichte Schädelprellung und eine geschwollene Nasenwurzel zuzog und in der zweiten Halbzeit in der Kabine bleiben musste. Sein Einsatz im Auswärtsspiel am Samstag bei Dortmund ist fraglich.

Stuttgart mit harmloser Vorstellung

Die Schwaben wurden drei Tage nach der schweren Verletzung von Kapitän Christian Gentner dagegen für eine harmlose Vorstellung bestraft und verloren auch ihr drittes Auswärtsspiel der Saison. (Spielplan und Ergebnisse der 1. Bundesliga)

"Uns hat die offensive Entlastung gefehlt", sagte VfB-Trainer Hannes Wolf bei Sky. "Nach dem 1:0 für Gladbach war es offen, wir hatten wahrscheinlich sogar mehr Chancen. Es ist schade."

"Wir wollen keine kleinen Brötchen backen", hatte VfB-Trainer Hannes Wolf vor dem Anstoß gesagt. Entsprechend einsatzfreudig begann seine Mannschaft vor den 44.063 Zuschauern. Stuttgart hielt die spielstarke Borussia mit viel Aufwand an der kurzen Leine, die Folge war eine umkämpfte, aber auch äußerst zähe Anfangsphase.

Mit zunehmender Spieldauer erhöhte Gladbach den Druck, ohne jedoch zu Chancen zu kommen. Bei Stuttgart wurde in dieser Phase vor allem Gentner schmerzlich vermisst. Die Mannschaft hatte beim Einlaufen ein Zeichen an ihren Kapitän geschickt, alle Spieler trugen Trainingsjacken mit seinem Namen. Der 32-Jährige war wenige Stunden vor der Begegnung operiert worden.

Sippel ersetzte Sommer

Auf dem Rasen passierte bis zum Pausenpfiff nicht viel. Ein Linksschuss von Nationalspieler Lars Stindl (33.) in die Arme von Torhüter Ron-Robert Zieler war noch die gefährlichste Szene. Auf der Gegenseite wurde Schlussmann Tobias Sippel in seinem ersten Pflichtspiel seit 395 Tagen kaum geprüft. Sippel ersetzte Yann Sommer, der mit einer Innenbanddehnung am Knie ausfiel. (Tabelle der 1. Bundesliga)

Zur zweiten Halbzeit musste Gladbachs Kramer angeschlagen in der Kabine bleiben. Für den Weltmeister kam der erst 18 Jahre und 34 Tage alte Mickael Cuisance als zweitjüngster Spieler der Klubgeschichte zu seinem Bundesliga-Debüt. Keine 20 Sekunden waren gespielt, als Stuttgarts Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde die bis dahin beste Chance der Begegnung vergab.

VfB-Anhänger zündeln

Wenig später knackte die Borussia schließlich das Abwehrbollwerk: Raffael leitete sein erstes Saisontor mit einem Pass auf Elvedi ein und vollendete den Angriff mit einer gekonnten Direktabnahme. 17 Minuten später machte der Brasilianer vom Punkt alles klar. Zuvor hatte Dennis Aogo im Strafraum Thorgan Hazard zu Fall gebracht. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Negativ fielen derweil die VfB-Fans auf, die über den gesamten Spielverlauf immer wieder bengalische Feuer zündeten. Schiedsrichter Sören Storks (Velen) unterbrach daher in seinem zweiten Bundesliga-Spiel nach der Pause sogar kurzzeitig die Partie.

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