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Nach viereinhalb Jahren zurück auf der Trainerbank, Jupp Heynckes (M.) © SPORT1-Grafik: Picture Alliance/SPORT1

Nach den jüngsten Differenzen geloben Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge Einigkeit. Noch entscheidender ist aber, dass der neue Trainer schnell die Wende bringt.

Dass Jupp Heynckes bei seiner Vorstellung am Montag zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß saß, war ein symbolträchtiges Bild.

Denn der neue Coach soll nicht nur schnell den Erfolg zum FC Bayern zurückbringen, er soll der Vereinsführung auch die Zeit geben, "alle Probleme und Baustellen zu befrieden", wie es Hoeneß ausdrückte.

Ein Eingeständnis, dass beim deutschen Rekordmeister derzeit nicht nur sportlich einiges im Argen liegt. Die Unruhe hatte zuletzt den gesamten Klub erfasst, bis hin zur Vereinsspitze.

Die Talfahrt unter Carlo Ancelotti wurde flankiert von widersprüchlichen Aussagen des Führungsduos: Ob Sportdirektoren-Kandidaten, Asienreise, Lewandowski-Kritik oder 100-Millionen-Transfers - Rummenigge und Hoeneß dokumentierten öffentlich ihre Gegensätze.

Nicht wenige sprachen von einem Machtkampf der beiden Alphatiere um die Zukunft des Klubs, der auch die Trainerfrage komplizierte: Rummenigge favorisierte  angeblich Thomas Tuchel, Hoeneß Julian Nagelsmann.

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Am Ende holte man statt eines jungen, innovativen Erneuerers den 72-jährigen Heynckes nach viereinhalb Jahren Pause aus dem Ruhestand zurück – ein Kompromiss aus Mangel an Alternativen.

Misslingt der Rückgriff auf die glorifizierte Vergangenheit, wird die schon jetzt unüberhörbare Kritik am in die Jahre gekommenen Führungsduo deutlich zunehmen.

Immerhin haben Hoeneß und Rummenigge erkannt, dass beim FC Bayern nur dann Ruhe und Ordnung eintreten kann, wenn auch die Spitze mit einer Stimme spricht.

Für seine Verhältnisse fast schon kleinlaut gab Hoeneß die "Unebenheiten" in der Außendarstellung zu und gelobte Besserung.  Nun müssen die Bosse den Worten Taten folgen lassen.

Noch entscheidender ist aber der Erfolg auf dem Platz. Insofern sind sowohl Hoeneß als auch Rummenigge darauf angewiesen, dass ihr Plan mit dem großen Versöhner Heynckes funktioniert.

Schon die nächsten Wochen mit den schweren Aufgaben in allen Wettbewerben gegen Celtic Glasgow, RB Leipzig und Borussia Dortmund werden maßgeblich dafür sein, wie geordnet die Jahreshauptversammlung im November verlaufen wird.

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