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Dortmund - Pierre-Emerick Aubameyang wird vor dem Spiel gegen Wolfsburg aus dem Kader gestrichen. Der Sportdirektor begründet die Entscheidung und kritisiert den Stürmer scharf.

Pierre-Emerick Aubameyang stellt sich bei Borussia Dortmund immer mehr ins Abseits.

Der Stürmer aus dem Gabun wurde vor der Nullnummer von gegen den VfL Wolfsburg aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen, weil er der Mannschaftssitzung vor dem Spiel ferngebieben war.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc nannte Aubameyangs Verhalten "nicht zu tolerieren". Bei Sky nahm Zorc nach der Partie zu den neuesten Verfehlungen des 28-Jährigen Stellung: "Irgendwann kommt der Punkt, an dem du das nicht mehr tolerieren kannst. An diesem Punkt sind wir heute angekommen." 

Zorc kündigt Geldstrafe an

Aubameyang wurde bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres wegen Disziplinlosigkeiten aus dem Kader gestrichen. "Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Wir haben heute ein sehr kontroverses Gespräch geführt. Diese Verhaltensweise habe ich über Jahre bei ihm nicht gesehen. Er war sonst immer diszipliniert und sehr professionell", so Zorc weiter, der auch eine Geldstrafe ankündigte: "Wir werden das auch monetär sanktionieren." 

Dass der Stürmer über die Winterpause hinaus in Dortmund bleibt, wollte Zorc nicht garantierten: "Klar ist natürlich, dass es so nicht weitergehen kann. In Spielersitzungen werden ganz wichtige Abläufe unmittelbar vor einem Spiel besprochen. Wenn man da nicht erscheint, kommt Unruhe in die Mannschaft." 

Laut Vereinsauskunft besteht kein Zusammenhang mit einem Vorfall vom Vormittag. Aubameyang hatte bei Instagram geklagt, er fühle sich von einem Journalisten rassistisch beleidigt

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Stöger erklärt den Rauswurf

Schon vor dem Spiel hatte Trainer Peter Stöger die Maßnahme damit begründet, dass Aubameyang eine Mannschaftssitzung unentschuldigt verpasst hatte. 

"Das war eine wichtige Mannschaftssitzung. Daran haben alle teilgenommen, auch die, die verletzt waren. Wir wollen gemeinsam am Teamspirit arbeiten. Er ist dem ferngeblieben", sagte BVB-Trainer Peter Stöger bei Sky. "Deshalb habe ich die Einschätzung, dass er momentan nicht so fokussiert ist auf das wichtige erste Spiel. Deshalb haben wir jetzt die Konsequenzen gezogen.

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Aubameyang sei "ein wenig überrascht gewesen", erklärte Stöger: "Er hat das Ganze für sich nicht ganz so wahrgenommen. Für uns ist das aber trotzdem eine ganz klare Geschichte. Die Sitzung war nicht geheim, sie war angekündigt und kommuniziert."

Auf die Frage, ob und wie sich Aubameyang entschuldigt habe, sagte der Österreicher: "Er hat kurz angedeutet, dass er es vergessen hätte. Aber ich glaube wir wissen alle, dass es nicht so war."

Bürki: "Regel gelten für jeden Spieler"

BVB-Keeper Roman Bürki teilte die Entscheidung des Trainerteams. "Es gibt Regeln, die gelten für jeden Spieler, egal wie viele Tore er geschossen hat. Das muss einfach eingehalten werden und das weiß er auch. Ich glaube, das ist eine logische Entscheidung", sagte der Schweizer.

Der BVB-Trainer kündigte aber auch an, dass er dem Torjäger eine neue Chance geben werde.

"Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht nachtragend bin und mich nicht mit Kleinigkeiten abgebe", meinte Stöger und ergänzte: "Wenn etwas Wichtiges ist, reagieren wir, das haben wir gemacht. Das bedeutet aber auch, dass er sich nächste Woche wieder ganz normal für die Mannschaft qualifizieren kann."

Bürki macht Aubameyang klare Ansage

Bürki versicherte, dass die Mannschaft den Toptorjäger wieder mit offenen Armen empfangen werde - machte Aubameyang aber auch eine klare Ansage.

"Wir brauchen ihn, das hat man heute wieder gesehen. Es wäre schade, wenn er uns noch öfter wegen solchen dummen Aktionen fehlen würde", sagte Bürki nach der Partie am Sonntag.

Aubameyang hält BVB in Atem

Aubameyangs Eskapaden halten die Dortmunder seit Jahren in Atem. Mal flog er unerlaubt nach Mailand zum Einkaufen, mal drehte er trotz Verbots ein Image-Video auf dem Trainingsplatz.

Zudem gab es immer wieder Spekulationen über einen Abschied aus Dortmund, die Aubameyang teilweise selbst befeuerte. 

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nahm den 28-Jährigen zuletzt noch in Schutz. Aubameyang sei "ein totaler Profi", sagte Watzke.

Im Spanien-Trainingslager hatte Aubameyang entgegen der Gepflogenheiten seine Familie im Mannschaftshotel einquartiert.

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