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Sokratis Papastathopoulos (l., mit Neven Subotic) wechselte im Sommer 2013 von Werder Bremen zu Borussia Dortmund
Sokratis Papastathopoulos und Neven Subotic bilden momentan die Innverteidigung

München - Die Abwehr von Borussia Dortmund wackelt. Anders als in der Liga, steht der BVB gegen Arsenal vor einem defensiven Härtetest.

Es ist eine altbekannte Sportlerweisheit. Und deutlich mehr, als nur eine leere Floskel: "Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften."

Vielleicht hakten sie in Dortmund auch deshalb den lockeren 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg umgehend ab. Die Offensive brillierte, vor allem Neuzugang Adrian Ramos und Rückkehrer Shinji Kagawa wirbelten den Sport-Club mächtig durcheinander.

Aber selbst der gefeierte Japaner wollte sich nicht allzu lange mit seinem traumhaften Comeback aufhalten.

"Für uns gilt es, schnell umzuschalten und uns auf Arsenal vorzubereiten. Da müssen wir einen draufsetzen", sagte Kagawa.

Fünf Gegentore in drei Partien

Letzteres gilt vor allem für die Hintermannschaft der Borussia, die im dritten Bundesligaspiel bereits das fünfte Gegentor hinnehmen musste.

Selbst gegen über weite Strecken biedere Breisgauer stand nach dem Last-Minute-Gegentor durch Oliver Sorg nicht die Null. Wie soll das erst in der Champions League gegen das Londoner Star-Ensemble werden?

"Die Tendenz bei uns ist auf jeden Fall steigend", hielt Sebastian Kehl nach dem Spiel zwar fest: "Aber Arsenal wird sicher ein größerer Brocken als Freiburg." 

"Das darf nicht passieren"

Statt Felix Klaus oder Maximilian Philipp heißen die gegnerischen Offensivkräfte am Dienstagabend (ab 20.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm, auf SPORT1 im TV beim Bitburger Fantalk LIVE und im LIVE-TICKER) Alexis Sanchez oder Danny Welbeck.

Umso mehr wird es darauf ankommen, über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung abzurufen. In den bisherigen Spielen gelang das den Schwarz-Gelben viel zu selten.

Gegen Leverkusen kassierte die Borussia ein Blitztor nach gerade einmal neun Sekunden, in Augsburg verspielten die Schwarz-Gelben in der Schlussphase mit zwei Gegentoren fast noch einen scheinbar beruhigenden 3:0-Vorsprung.

"Das darf einer Mannschaft wie Borussia Dortmund einfach nicht passieren", hatte der inzwischen erneut verletzte Nationalspieler Marco Reus anschließend geklagt. "Auch im Hinblick auf die Champions League."

Vorne hui, hinten pfui

So gut die Dortmunder Offensivabteilung momentan funktioniert - gegen ein Kaliber wie den FC Arsenal sollten sich die Dortmunder besser nicht darauf verlassen, dass sie vorne schon irgendwie ein Tor mehr schießen als sie hinten kassieren

Dabei hatte BVB-Coach Jürgen Klopp vor Saisonbeginn noch explizit betont, ein besonderes Augenmerk auf die Defensivarbeit legen zu wollen.

"Wir sollten uns in der Vorbereitung darauf konzentrieren, nächste Saison weniger Gegentore zu kassieren", sagte Klopp: "Wir haben toll gespielt, aber da ist noch viel Spielraum."

Momentan allerdings scheint es, als ginge es genauso weiter. Vorne hui, hinten pfui.

Hummels kehrt zurück

Und das, obwohl die Dortmunder mit Weltmeister Matthias Ginter einen vierten hochkarätigen Spieler für die beiden Planstellen in der Innenverteidigung unter Vertrag genommen haben.

Das Problem: Ginter braucht nach verkürzter Vorbereitung noch Eingewöhnungszeit, der neue Kapitän Mats Hummels ist momentan verletzungsbedingt außer Gefecht. Noch.

"In dieser Woche habe ich einen großen Schritt nach vorne gemacht", sagte Hummels am Samstag.

Für Mittwoch plant der 25-Jährige die Rückkehr ins Mannschaftstraining: "Danach hängt es von der Entscheidung des Trainers ab, wann ich wieder darf, soll oder muss."

Subotic' Formkurve steigt an

Sicher ist aber, dass es am Dienstagabend noch ohne ihn gehen muss. Und somit könnten einmal mehr Neven Subotic und Sokratis das Duo in der Innenverteidigung bilden.

Der Grieche ist momentan die Konstante in der BVB-Defensive, Subotic dagegen sammelt nach monatelanger Verletzungspause noch Spielpraxis.

Immerhin ist dem Serben anzumerken, wie er mit jeder Partie mehr Sicherheit gewinnt. Die nackten Zahlen stimmen schon wieder: 76,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe und gar 100 Prozent gewonnene Kopfballduelle sind absolute Topwerte.

Gegen die saisonübergreifend seit 14 Pflichtspielen ungeschlagenen "Gunners" wird Subotic daher wohl erneut von Beginn an auflaufen. Beim nächsten Bundesligaspiel in Mainz könnte dann womöglich Hummels schon wieder zum Kader gehören.

Wie in den Meisterjahren

Von Gegner und Personalien unabhängig bleibt das Ziel aber immer dasselbe: Die Null muss wieder stehen.

"Wenn man auf unsere Meisterjahre zurückblickt, haben wir da relativ wenig Gegentore bekommen", sagte Sven Bender vor der Saison und erklärte: "Aus einem guten Defensiv- resultiert auch das Offensivspiel."

Ähnlich einfach klingt dann auch die ganz eigene Erfolgsweisheit des Dortmunder Sechsers.

"Dann", sagt Bender, "reicht auch mal ein 1:0, um drei Punkte mitzunehmen."

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