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München - Zum Champions-League-Start gegen ManCity hoffen die Bayern besonders auf den Torjäger. An Abstimmung hapert es aber noch.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

Robert Lewandowski wird sich umstellen müssen. Wieder einmal. Und wie so oft, seit er sich Anfang Juli beim FC Bayern als neuer Torjäger vorgestellt hat.

Erst trainierte das Team ohne die WM-Fahrer, dann wechselten seit dem ersten Pflichtspiel im Supercup in Dortmund stets die Mit- und Zuarbeiter für den Polen.

Eine kleine Rückschau: Beim Bundesliga-Auftaktsieg in Wolfsburg wirbelte Arjen Robben, in Schalke fehlte Robben genauso wie Franck Ribery und beim 2:0-Sieg über Stuttgart gab Ribery sein Comeback, um nun wieder auszufallen.

Wie lange, ist noch ungewiss.

(Der Unterschied zwischen Xabi Alonso und Robert Lewandowski - ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Drei Ligaspiele - ein Tor

Die Knie-Probleme Riberys tun Bayerns Kreativabteilung vor dem Champions-League-Start gegen Manchester City (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) weh. Immerhin scheint ein Jokereinsatz von Arjen Robben möglich.

Lewandowskis Job wird durch die vielen Personalwechsel nicht leichter - im Gegenteil.

In der Saisonvorbereitung verzückte er die Fans noch mit Toren zum Zungeschnalzen. Seit es um Punkte geht, müht er sich redlich, ist aber längst nicht mehr so auffällig. Bis jetzt steht nur das Tor beim 1:1 auf Schalke in der Bilanz.

"Brauchen alle noch Rhythmus"

"Wir brauchen alle noch Rhythmus", erklärt Philipp Lahm auf SPORT1-Nachfrage zur aktuellen Arbeitsbeziehung zwischen Torjäger und Team. "Wir wissen, dass er ein super Spieler mit sehr viel Qualität ist, und die Saison ist noch jung".

Lewandowski selbst sieht sich in München "gut integriert", wie er nach dem 2:0 über den VfB Stuttgart sagte. Auch in Lederhosen hat der Ex-Dortmunder schließlich schon beim Termin für einen Werbepartner posiert.

Zugleich ist dem 26-Jährigen bewusst, dass "wir uns weiter verbessern müssen".

Dabei lassen schon einige Szenen erahnen, wie prunkend und glitzernd einmal Lewandowski aus dem Bayern-Puzzle herausstechen könnte. Etwa wenn er wie gegen Stuttgart den Ball elegant annimmt und aus der Drehung abzieht.

Nicht mehr einziger Vollstrecker

Auch in der Champions League können nur ganz wenige Stürmer mit der Ballverarbeitung und dem Torinstinkt Lewandowkis konkurrieren. Allein Torgelegenheit in Serie - wie als erster BVB-Angreifer - hat er beim FCB nicht.

Das liegt natürlich an den Nachwirkungen dieser kraftzehrenden WM, die einigen Hauptdarstellern des Teams noch immer in den Knochen steckt. Der Pole selbst war während des Spektakels in Brasilien ja nur Fernsehzuschauer, sein Team hatte sich nicht qualifiziert.

Außerdem landen - kaum verwunderlich - noch immer Zuspiele in Lewandowskis Rücken. Am Feintunig hapert es.

Lewandowski muss sich umstellen

Und anders als beim BVB ist Lewandowski, was den Torabschluss angeht, für seine Mitspieler nicht die einzige Option.

Die Bayern spielen variantenreicher, sind schwerer ausrechenbar - auch dank Arjen Robben. Das bringt aber im selben Moment mit sich, dass Lewandowski weniger finale Pässe bekommt, sich noch mehr fallen lassen muss, um Chancen zu bekommen.

Wie sich der 1,84-Meter-Mann für das Team aufarbeitet, ist jedoch niemanden verborgen geblieben. "Ich bin sehr zufrieden mit seiner Einstellung, seinem Charakter, er ist bei jedem Spiel da", kommentiert Trainer Pep Guardiola.

Und Jerome Boateng verkündet angesprochen auf Lewandowskis Start: "Gute Spieler passen bei uns immer rein." Nur weil Lewandowski mal nicht treffe, bedeutet das aus Boatengs Sicht nicht, dass er nicht gut spielt.

Götze als kongenialer Partner?

Zum Auftakt gegen den englischen Meister ManCity, der bereits starke Auftritte beim Sieg über Liverpool und beim Remis gegen Arsenal zeigte, hoffen die Bayern auf einen Lewandowski mit Raketenschuhen. Und mit Laserpräzision.

"Ich hoffe, dass ich jetzt bald mein erstes Tor in unserem Stadion schieße. Ich muss einfach ruhig bleiben", erklärt der Pole dazu.

Mario Götze, der zweite Ex-Dortmunder im Team, hat bereits gegen Stuttgart sein erstes Heimspieltor der Saison erzielt.

Von der aufsteigenden Form des deutschen WM-Finalhelden soll jetzt auch Lewandowski profitieren, schon in Dortmund bildeten die beiden ein fast unaufhaltsames Duo.

Neubelebung in München erwünscht.

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