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München - Die Vorfreude des FC Bayern auf das Geisterspiel in Moskau hält sich in Grenzen. Ein Spiel aus der Vergangenheit dient jedoch als mahnendes Beispiel.

Pep Guardiola wirkte im edlen Ballsaal des Ritz-Carlton-Hotels im fernen Moskau alles andere als glücklich.

"Ich habe das noch nie erlebt, und ich hoffe, das ist das letzte Mal", sagte der Trainer des FC Bayern voller Missmut. Es sprach über das bevorstehende Geisterspiel gegen ZSKA Moskau.

Bei voraussichtlich einstelligen Temperaturen treten seine Bayern am Dienstagabend (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) vor 18.000 leeren Zuschauerplätzen in der kaum Champions-League-würdigen Arena Chimki an.

Wegen rassistischer Ausfälle der ZSKA-Fans erklärte die UEFA eine die Partie zum Geisterspiel, trotz aller Proteste auch aus dem Bayern-Lager.

Trainingscharakter in der Königsklasse

Nicht nur Karl-Heinz Rummenigge ärgerte sich, dass unter dieser Strafe auch sein Verein zu leiden hat: "Dort werden bis auf ein Häuflein Funktionäre und Journalisten keine Menschen im Stadion sein. Das ist einfach nur schade, das braucht niemand. Es tut mir für unsere Fans leid", sagte Bayerns Sportvorstand.

"Das sieht aus wie ein Trainingsspiel", unkte auch Arjen Robben. Champions-League-Stimmung will beim Rekordmeister angesichts der widrigen Umstände nicht aufkommen. Erst recht nicht, da die Vorbereitung durch einer nächtlichen Bombendrohung im Teamhotel empfindlich gestört wurde.

Dabei hat die Begegnung in Moskau für die Bayern angesichts der knüppelharten Gruppe E mit dem AS Rom und dem englischen Meister Manchester City alles andere als Trainingscharakter. Verlieren ist beim vermutlich schwächsten Gruppengegner verboten.

Borissow als mahnendes Beispiel

So stimmte Stürmer Robert Lewandowski seine Teamkollegen trotz leerer Tribünen auf ein hartes Stück Arbeit ein. In der Champions League müsse man immer Gas geben, "egal ob es Moskau ist oder Madrid".

Die Vorsicht kommt nicht von ungefähr. Schon in der Titelsaison 2012/2013 erlebten die Münchener als haushoher Favorit in Osteuropa ihr blaues Wunder. "Jedes Spiel ist gleich schwer, das hat man damals auch gegen BATE Borissow gesehen", erinnerte Guardiola an die damalige 1:3-Niederlage der Bayern in Weißrussland.

Kein Platz für große Emotionen

Der Spanier ist in Moskau bemüht, die Anspannung im Team hoch zu halten: "Wir haben eine große, große Chance. Wir haben erst ein Spiel gewonnen, aber wir können einen großen Schritt machen."

Zu gewinnen haben die Bayern dabei wenig: Alles andere als ein Sieg käme einer Blamage gleich ? zumal die Moskauer im ersten Gruppenspiel mit 1:5 in Rom untergegangen sind. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"In unserem Kopf sind nur drei Punkte", offenbarte Lewandowski dann auch einen Einblick in die Bayern-Psyche vor der Partie. Für große Emotionen ist im Geisterspiel von Moskau schlicht kein Platz.

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Voraussichtliche Aufstellungen:

Moskau: Akinfejew - Mario Fernandes, Wassili Beresutski, Ignaschewitsch, Tschennikow - Natcho, Milanow - Tosic, Eremenko, Musa - Doumbia

München: Neuer - Boateng, Dante, Alaba - Lahm, Alonso, Bernat - Robben, Müller, Götze - Lewandowski

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