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Arjen Robben (r.) traf in der ersten Halbzeit doppelt

Aus dem Stadio Olimpico berichten Mathias Frohnapfel, Christian Ortlepp und Stefan Kumberger

Was für ein Spektakel! Der FC Bayern hat beim AS Rom Spitzenfußball zelebriert, den italienischen Vizemeister im eigenen Stadion mit 7:1 vorgeführt.

Dem Einzug des deutschen Meisters ins Champions-League-Achtelfinale dürfte mit nunmehr neun Punkten aus drei Spielen nicht mehr viel im Wege stehen. Vor 62.000 Tifosi im Stadio Olimpico spielten die Münchner wie entfesselt auf, so dass es bereits zur Pause 5:0 stand.

Arjen Robben (9., 30.), Mario Götze (24.) und Robert Lewandowski (25.) nutzten ihre wunderschön herausgespielten Chancen eiskalt. Thomas Müller profitierte zudem von einem Handelfmeter, den er sicher verwandelte (36.).

Nach der Pause glückte Gervinoh (65.) zumindest noch der Ehrentreffer, ehe Joker Franck Ribery und Xherdan Shaqiri den 7:1-Endstand besorgten. Für die völlig entgeisterten Römer war es zugleich die höchste Heimniederlage in ihrer Champions-League-Historie. 

Die Bayern werden sich indes am Mittwoch bei Papst Franziskus den Segen für weitere Wundertaten abholen.

Guardiola von Anfang an zuversichtlich

Bayern-Coach Pep Guardiola hatte noch am Montag über den Leistungsstand seines Teams philosophiert.

"Wir haben die gleichen Resultate wie zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison, dabei zwei Unentschieden, doch wir spielen besser", sagte Guardiola. Der FCB-Chefstratege sollte Recht behalten ? und wie!

Vor der Partie hatten die römischen Zeitungen schon "mostri" ("Monstern") geschrieben, als sie die Münchner meinten. Vor allem auf die nahezu unzerstörbaren Passfolgen und ein perfekt aufgezogenes Positionsspiel der Bayern traf das zu.

Bayern mit gewaltigem Druck

Beispielhaft war das Führungstor. Zu diesem Zeitpunkt war die Münchner Abwehrkette 20 Meter in die gegnerische Hälfte vorgerückt, Bayern hatte keine Angst vor Gegenangriffen, sondern drückte ungemein. Ein Doppelpass des überragenden Philipp Lahm mit Robben brachte den Niederländer in Schussposition, Robben schlenzte den Ball aus spitzem Winkel ins Tor (9.).

Die Bayern dominierten, spielten wie in Lasergeschwindigkeit, während die Roma anfangs nur in ein, zwei Konterszenen über Gervinho gefährlich wirkte.

Ein Doppelschlag entschied die Partie: Müller gab mit der Hacke traumhaft auf Götze weiter, der das 2:0 besorgte (24.). Lewandowski legte nach einer klasse Kombination über Xabi Alonso und Juan Bernat sofort nach (25.).

Und bereits nach 30 Minuten hieß es 4:0, die italienischen Fans starrten mit Entsetzen auf die Anzeigetafel im altehrwürdigen Olympiastadion. Robben hatte erneut zugeschlagen.

Den Schlusspunkt dieser außergewöhnlichen 45 Minuten, setzte schließlich Müller nach einem umstrittenen Handelfmeter (36.).

Beste Bayern-Hälfte unter Guardiola

Seitdem Guardiola im Sommer 2013 in München übernommen hat, war es die beste Bayern-Hälfte überhaupt. Dabei hatten die Münchner schon im Vorjahr in der Gruppenphase bei Manchester City zeitweise wie mit Zauberfüßen gespielt.

In Rom hatte Guardiola sein Team im Vergleich zum 6:0 über Werder Bremen auf drei Positionen umgestellt: Robert Lewandowski rückte ebenso in die Startelf wie Juan Bernat und Medhi Benatia.

Benatia spielt gegen Ex-Klub

Vor allem die Entscheidung zugunsten Benatias überraschte, schließlich erwartete den Marokkaner nach dem Abschied vom AS Rom ein heißer Empfang, zumal der Marokkaner in Unfrieden aus der ewigen Stadt gegangen war.

Dante musste stattdessen auf der Bank bleiben, Benatia - im Sommer für zirka 30 Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt - erlebte indes eine Galavorstellung seiner neuen Mannschaft.

Neuer in Bestform

Allerdings hielt Neuer zu Beginn der zweiten Hälfte wie mit Magnethandschuhen, rettete gegen Gervinho (52.) und Alessandro Florenzi (53.).

Und der Weltmeister-Keeper wollte scheinbar um keinen Preis den Giallorossi einen Ehrentreffer zugestehen, hielt auch in der Folge überragend. Erst in der 65. Minute überwand Gervinho per Kopfball Neuer.

Nach dem Gegentreffer spielten die Bayern weiter nach vorn, der eingewechselte Franck Ribery sammelte zudem nach seinen Patellasehnenproblemen weiter Einsatzminuten. Der Franzose erzielte außerdem nach einem schnellen Konter noch das Tor zum 6:1, ehe Xherdan Shaqiri das 7:1 erzielte.

Die Weltmeister im Team wie Philipp Lahm, Jerome Boateng, Manuel Neuer, Thomas Müller und Mario Götze fühlten sich an das WM-Halbfinale gegen Brasilien erinnert. Deutschland siegte damals ebenfalls wie entfesselt mit 7:1.

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