Der Kantersieg beim AS Rom ist das Ergebnis konsequenter Trainerarbeit. In dieser Form ist der FC Bayern reif für den Henkelpott.

Der FC Bayern triumphiert in einem himmlischen Spiel über den AS Rom (Bericht). Vom Himmel gefallen sind die sieben Streiche im Olimpico aber nicht. Im Gegenteil.

Sie sind Ergebnis höchst irdischer Arbeit, ein Werk, das Pep Guardiola seit Amtsantritt 2013 obsessiv vorangetrieben hat. Positionsspiel, Ballbesitz und ein extrem hohes Verteidigen sind die Schlüssel.

In Rom raste der Ball phasenweise wie im Flipperautomaten von einer Station zur nächsten, "Fußball von einem anderen Stern" stöhnten Italiens Zeitungen. Es war eines der schönsten Bayern-Spiele seit langem - beinahe ein Kunstwerk.

Allerdings machte Rudi Garcia schwere Fehler. Der Trainer des italienischen Vizemeisters wollte mit Bayern auf Augenhöhe spielen, änderte auch lange nichts, als seine Mannschaft unterging im Bayern-Orkan.

Guardiola hat indes viel aus einem Wendepunkt gelernt: der 0:4-Pleite im Champions-League-Halbfinale gegen Real. Seitdem vertraut er allein seinem Stil, die Überlegenheit im Mittelfeld ist oberstes Gebot. Lex Pep also.

Und seine Spieler folgen ihm mittlerweile blind. Der Erfolg im Pokalfinale über Dortmund mit Dreierkette und neu sortiertem Mittelfeld half ebenfalls auf diesem Weg.

17 Tore in den vergangenen drei Spielen, ein Spektakel in Rom. Wann hat eigentlich in München einer zuletzt über WM-Müdigkeit geklagt? Auch dank Xabi Alonso, einem absoluten Glücksgriff auf dem Transfermarkt, ist die ausgeblieben.

Und dass die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer bei jeder Gelegenheit vor einer hammerharten Vorrunde gewarnt haben, hat die Spieler hellwach gemacht.

Die Münchner zählen spätestens nach dieser Gala-Vorstellung zum allerengsten Favoritenkreis auf den Champions-League-Titel. Auf dem Weg zum Finale in Berlin liegt jetzt die größte Gefahr ausgerechnet in Deutschland, der Bundesliga also.

Sollte Bayern wieder Wochen vor Saisonende den Titel holen, droht erneut ein Konzentrations- und Motivationsloch. Damit muss Guardiola dann besser umgehen als im vergangenen Frühjahr.

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