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Pep Guardiola (r.) lotste Thiago 2013 zum FC Bayern

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel, Christian Ortlepp , Denis de Haas und Stefan Kumberger

München - Ramon Cugats Patientenliste liest sich wie der Kader einer Fußball-Weltauswahl. Fernando Torres, Samuel Eto'o, Cesc Fabregas oder Mikael Arteta - sie alle ließen sich bereits beim spanischen Kniespezialisten behandeln.

In den Neunzigerjahren genoss Cugat auch Pep Guardiolas Vertrauen. Der Arzt machte den Mittelfeldstrategen des FC Barcelona nach einer Verletzung wieder fit.

Operation am Dienstag

Verständlich also, dass Guardiola sein größtes Sorgenkind bei Cugat in sicheren Händen wähnt. Thiago wird nach seinem Innenbandanriss am Dienstag in Barcelona operiert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es war eine Entscheidung des Spielers", sagt der Bayern-Trainer am Montag auf SPORT1-Nachfrage. Das heikle Thema hatte Guardiola bis nach Italien begleitet zum wichtigen Champions-League-Spiel bei AS Rom (Di., ab 20.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Es habe "keinen Druck vom Trainer oder vom Verein gegeben", beeilte sich der Starcoach zu versichern.

Entscheidung gegen Steadman-Klinik

Die Entscheidung verwundert dennoch, schließlich hieß es in den vergangenen Tagen stets, Thiago solle in Vail im US-Bundesstaat Colorado beim nicht minder berühmten Dr. Richard Steadman unters Messer.

Guardiola war indes mit der neuen Wendung im bayerischen Ärzteroman durchaus zufrieden. "Ich freue mich über seine Entscheidung", erklärt Guardiola im prunkvollen Saal des Luxushotels "Parco dei Principi" in Rom.

"Ramon Cugat ist der beste Traumatologe der Welt, ich bin sicher, Thiago wird danach wieder zurückkommen."

Jede Menge Interpretationsspielraum

Was wie die Entscheidung des Spielers Thiago für einen bestimmten Arzt erscheint, birgt jede Menge Interpretationsspielraum. Im Dauerclinch zwischen Guardiola und Bayern-Klubarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt scheint der Trainer wieder Oberwasser gewonnen zu haben.

Schließlich hatte er noch am Freitag zugeben, dass die Behandlung Thiagos im Frühjahr bei Cugat "vielleicht ein großer Fehler" gewesen sei.

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Nach dem damaligen Innenbandriss hatte sich der Spanier erneut verletzt, es wurde über eine Kortison-Behandlung spekuliert. Cugat hat das inzwischen dementiert, er habe lediglich "Wachstumsfaktoren" verabreicht.

Rummenigge müht sich um Gelassenheit

Jetzt wird Thiago erneut von Cugat operiert - mit Zustimmung des Klubs natürlich.

"Der spanische Arzt ist ein sehr guter Arzt, der im übrigen auch die selbe Technik anwendet, wie sie in Vail in Amerika angewandt wird", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Montagvormittag.

Von einem angeblichen Disput zwischen Guardiola und Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wollte er nichts wissen.

"Es gibt keinen Fehler"

Da seien "Unwahrheiten" verbreitet worden, sagte der Bayern-Boss. "Es gibt keinen Fehler, weder vom spanischen Arzt, noch hier in Deutschland. Das waren einfach unglückliche Zusammenhänge", sagte Rummenigge.

Sicher ist auf jeden Fall, dass Dr. Müller-Wohlfahrt nicht mehr alleine das Verfahren bestimmt.

Richtig, jener Müller-Wohlfahrt, der mit den Händen in den Muskeln einzutauchen versteht, der zig berühmte Patienten wie Sprinter Usain Bolt, die komplette deutsche Nationalelf, Skistars und und und zu behandeln pflegt.

Bekanntlich ist "Mull" aus Klubsicht die Koryphäe überhaupt, der erste Entscheidungsträger in medizinischen Dingen scheint er unter Guardiola aber nicht mehr.

Dauerkonflikt vorerst beendet

Es ist der vorläufige Endpunkt eines Dauerkonflikts, der schon im Herbst 2013 begann. Guardiola wunderte sich damals darüber, dass Müller-Wohlfahrt seine Praxis nicht am Klubgelände hat, sondern in gediegenen Räumen in der Innenstadt.

Aus Spanien ist Guardiola anderes gewohnt, Müller-Wohlfahrt ist umgekehrt größeres Vertrauen gewohnt. Bei Thiagos Operation in Spanien wird nun Bayerns zweiter Arzt, Peter Hänsel, mit vor Ort sein - womöglich auch ein Entgegenkommen in Richtung Müller-Wohlfahrt und Klub.

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