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Ruggiero Rizzitelli (r.) spielte sowohl für den FC Bayern als auch für den AS Rom

Vor dem Champions-League-Spiel des FC Bayern beim AS Rom (Dienstag ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) hat Ruggiero Rizzitelli Bayern-Neuzugang Medhi Benatia schlechten Stil bei dessen Abgang aus Rom vorgeworfen.

"Ich sage immer: Es gibt diese Art oder jene. Man darf nicht die Fans und die Stadt an der Nase herumführen", erklärte Rizzitelli im Gespräch mit SPORT1.

Der Ex-Profi stürmte früher selbst in den neunziger Jahren für den FC Bayern, spielte zudem sechs Jahre für den AS Rom. "Benatia wollte mehr verdienen und wusste, dass ihm der Klub, sagen wir, Kleingeld angeboten hatte. Da ist es besser den Fans zu sagen: Ich würde gerne gehen, denn ich habe die Möglichkeit woanders viel mehr zu verdienen", meinte Rizzitelli.

Seiner Meinung nach hätten die Tifosi das mit der Zeit verstanden. "Es gehört zum Geschäft, dass man dort hin geht, wo es mehr Geld gibt, wo man größere Chancen hat, etwas zu gewinnen."

Stattdessen habe Benatia die Anhänger über seine Absichten im Unklaren gelassen.

"Den Fans hat er gesagt, er wolle in Rom bleiben, doch der Klub würde zu wenig zahlen", berichtete Rizzitelli.

"Die Geschichte war aber so: Der Verein war nicht verpflichtet ihm mehr zu geben, hat ihm aber mehr angeboten, weil er eine sehr starke Saison gespielt hatte. Für Benatia war das nicht ausreichend, er sprach von Peanuts. Das ist nicht in Ordnung aus Respekt gegenüber dem Klub."

Von den sportlichen Qualitäten des Innenverteidigers ist Rizzitelli aber überzeugt.

"Er ist ein großartiger Spieler, das hat er in der vergangenen Saison in Rom demonstriert. Er galt ja vorher als Spieler aus der Provinz, der nur bei kleineren Klubs wie Udine aufgefallen ist."

Die zirka 30 Millionen Euro an Ablöse, die der FC Bayern für Benatia ausgegeben hat, betrachtet der Fußball-Experte als "gerechtfertigt". Das gelte auch angesichts der aktuellen Anpassungsschwierigkeiten des Marokkaner in München.

"Er muss sich eingewöhnen", sagte Rizzitelli und verwies auf die neue Sprache, Kultur und den speziellen Stil von Trainer Pep Guardiola.

Im Stadio Olimipico dürfte Benatia ein heißer Empfang erwarten, nachdem es in den vergangenen Wochen wechselseitige Vorwürfe zwischen ihm und den Bossen seines Ex-Klubs gegeben hatte.

"Ich denke, es ist klar, dass die Pfiffe nicht spurlos an ihm vorübergehen", sagte Rizzitelli dazu. "Im Lauf von 90 Minuten gewöhnst du dich aber daran, ich denke am Anfang wird er aber etwas daran zu knabbern haben angesichts dieser Vorgeschichte."

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