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Cristiano Ronaldo erzielte beim FC Liverpool das Führungstor für Real Madrid
Cristiano Ronaldo hat in dieser Saison sowohl in der Primera Division als auch in der Champions League in jedem Spiel getroffen

München - Gegen den FC Liverpool kann der Weltfußballer den nächsten Rekord knacken. In seiner Heimat wird er in Stein gemeißelt.

Im Dezember wird er zum Denkmal. Aus Stein.

Ob Cristiano Ronaldo in seiner Heimatstadt Funchal dann genauso breitbeinig auf seine Mitmenschen herabblicken wird, wie er das hin und wieder bei seinen Gegenspielern auf dem Fußballplatz macht, ist noch nicht geklärt. Das weiß nur Bildhauer Ricardo Veloza, der ihn in Szene setzt.

Sicher ist dagegen, dass Ronaldo als drei Meter hohe Statue physisch alle überragen wird.

Im Nacken von Senor Raul

Das tut er jetzt schon. Dass Ronaldo eine lebende Fußball-Legende ist, können selbst seine größten Widersacher nicht abstreiten.

Er hat mit 29 Jahren so viele Einzel- und Mannschaftstitel gesammelt, wie wohl sonst nur noch Lionel Messi. In ein paar Monaten wird er - wer will daran zweifeln? - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum dritten Mal in seiner Karriere Weltfußballer.

Mit Madrid peilt er die Titelverteidigung in der Champions League an und die nächsten Erfolge in Spaniens Liga und Pokal.

Davor kann er schon im Spiel gegen den FC Liverpool (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER, auf SPORT1.fm und im TV beim Bitburger Fantalk) mit zwei Treffern den Torrekord von Raul (71 Tore) in der Champions League übertreffen.

Eigentlich stellt sich nur die Frage, wie oft er diesmal einnetzt: Zweimal, dreimal, viermal? Hatten wir alles schon in dieser Saison? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Klub der Allergrößten

Pele, Franz Beckenbauer, Diego Maradona - in diese ewige Bestenliste hat sich Ronaldo längst eingetragen.

Wirtschaftlich sowieso. Der teuerste Fußballer der Welt ist jetzt ganz offiziell eine Milliarde Euro Wert - und damit ein Tausendfaches seiner ach so geliebten Ferraris und Lamborghinis.

Als wäre das nicht schon zu viel des Guten, befindet sich der Portugiese aktuell in der Form seines Lebens.

In der Primera Division hat er in dieser Saison in jedem Spiel getroffen, das gleiche gilt für die Champions League - ein neuer Rekord! 22 Tore in 15 Spielen lautet seine vorläufige Trefferbilanz 2014/15. Mit 17 Ligatoren hat er nach 10 Spieltagen mehr als so mancher ehemalige Torschützenkönig.

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Die Ronaldo Lektion: Immer mehr

Bei Real Madrid kommt Ronaldo mit 274 Treffern in 261 Spielen tatsächlich auf einen in Fußball-Neuzeiten unglaublichen Schnitt von 1,05 Toren pro Spiel. Zwischenzeitlich lag er auf diese Saison gerechnet jenseits des Zweierschnitts.

Die Ronaldo Lektion: Es geht immer noch mehr.

"Es ist Cristianos Jahr. Er hat viele Tore erzielt und wichtige Titel gewonnen", fasst Reals Trainer Carlo Ancelotti ebenso knapp wie treffend zusammen. "Er befindet sich derzeit in einer fantastischen Phase - unmöglich besser zu spielen!"

Titel mit der Nationalmannschaft fehlt

Nur eine Knieverletzung konnte CR7 im Sommer kurzzeitig stoppen. Bei der Nationalmannschaft lief es dementsprechend erneut nicht gut: Aus in der Vorrunde bei der WM in Brasilien.

Ein Titel mit Portugal ist das Einzige, was Ronaldo noch fehlt. Die Finalpleite bei der EM 2004 ist seine vielleicht größte Niederlage. Für die Kritiker ein gefundenes Fressen, für seine Gegner Anlass zu Spott.

An Ronaldo prallt das alles ab. Diesen Eindruck vermittelt er zumindest nach außen. Wer ihn besser kennt, sagt ihm einen sensiblen Charakter nach.

Feinsinnig mit den eigenen Fans

Gegenüber seinen Fans zeigt Ronaldo diese Feinsinnigkeit. In den sozialen Netzwerken schickt er regelmäßig persönliche Grüße in die ganze Welt.

Kürzlich bat er in einem Brief an Miamis Staatsanwaltschaft um Gnade für einen Flitzer, der ihn bei einem Testspiel in den USA umarmt hatte.

Aber man kennt ihn auch anders.

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Sätze aus der Mourinho-Schule

Legendär ist sein Satz "Fans verspotten mich, weil ich gut aussehe, reich und ein großartiger Spieler bin". Die Mourinho-Schule klingt aus diesen Worten.

Von Trainer und Mentor Jose Mourinho hat Ronaldo ein Lebensmotto übernommen: Seid für mich oder seid gegen mich, aber ich bin euch nicht egal.

Dazu passt auch das Zitat: "Vielleicht hassen sie mich, weil ich zu gut bin!" oder: "Ich will der Beste sein ? das habe ich in den vergangenen Jahren geschafft!"

Die "Tormaschine" Ronaldo - sie hat in Manchester bei Alex Ferguson zuerst das Kämpfen gelernt, in Madrid bei Mourinho ist sie dann endgültig in die Riege der Allergrößten vorgestoßen. "Es wird nie wieder einen wie ihn geben", adelte ihn Mourinho.

Ronaldo ist auf dem besten Weg zur "Rekordmaschine".

Ronaldo polarisiert 

Dabei polarisiert er wie kaum ein anderer.

Natürlich liegt das auch an seiner Erscheinung: Gegeltes Haar, gestählter Körper, eigene Unterwäschekollektion, schnelle Autos, breiter Stand, ausladende Jubelgesten.

Und viele, viele Tore.

Wenn er nach einem verwandelten Elfmeter zum 4:1 in der Nachspielzeit des CL-Finales gegen Atletico Madrid jubelt, als hätte er das Siegtor geschossen, wo er doch zuvor eher blass geblieben war, findet das nicht jeder gut.

Doch wenn er mit dem Rücken zum Tor in Manier eines Karatekämpfers per Hacke unhaltbar trifft, ist das einfach ein genialer Fußballmoment.

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