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Kevin-Prince Boateng (M.) wurde erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt

Lissabon - Schalke 04 enttäuscht bei Sporting Lissabon und verpasst den vorzeitigen Achtelfinal-Einzug. Sogar das Aus droht. Klaas-Jan Huntelaar schwächelt.

Mit der ersten Pleite in der Champions League unter Roberto Di Matteo hat für den FC Schalke 04 das große Zittern begonnen.

Die stark ersatzgeschwächten Gelsenkirchener gaben beim 2:4 (1:1) bei Sporting Lissabon eine frühe Führung aus der Hand und müssen um das Weiterkommen bangen.

Mit ihrem neuen Trainer, der 2012 mit dem FC Chelsea noch die wichtigste europäische Klubtrophäe gewann, droht den Königsblauen das erste Aus in der Gruppenphase seit neun Jahren.

Zwar liegt der Bundesliga-Achte vor den letzten beiden Spieltagen der Gruppe G weiter auf dem zweiten Platz hinter dem Topfavoriten Chelsea.

Doch der portugiesische Vizemeister Sporting kam durch seinen ersten Sieg bis auf einen Zähler heran.

Boateng angeschlagen

Ohne sieben verletzte Spieler und über eine Stunde auch ohne den angeschlagenen Mittelfeldstar Kevin-Prince Boateng ging Schalke durch ein Eigentor des algerischen WM-Stürmers Islam Slimani glücklich in Führung (17.).

Naby Sarr glich für den 18-maligen portugiesischen Meister ebenfalls per Kopf (26.) aus.

Jefferson (52. ), Nani (72.) und Slimani (90.+1) besiegelten die erste Saisonniederlage der Königsblauen in der Champions League, die nur zum Anschlusstor durch Dennis Aogo (88.) kamen.

Huntelaar blass

Auch mit dem eingewechselten Boateng gelang den enttäuschenden Gästen der Ausgleich nicht mehr.

Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der bislang 98 Treffer in 153 Pflichtspielen für die Gelsenkirchener erzielte, blieb erstmals in dieser Saison in der Champions League ohne Torerfolg.

Di Matteo hatte in der Startelf neben seinen Langzeitverletzten auch auf Boateng (Sprunggelenksprobleme) verzichtet.

Der Deutsch-Ghanaer saß ebenso auf der Bank wie auch der an einem leichten Infekt leidende Jan Kirchhoff. Die lange verletzte Leihgabe von Bayern München hatte beim 1:0 gegen den FC Augsburg am vergangenen Freitag ihr erstes Bundesligaspiel über 90 Minuten seit über 20 Monaten bestritten.

Di Matteo muss umbauen

Schon vor dem Anstoß gab es ein gellendes Pfeifkonzert.

Die Sporting-Fans pfiffen auf die Champions-League-Hymne und äußerten damit ihren Unmut über den abgewiesenen Protest gegen die Wertung des Schalker 4:3 im Hinspiel, bei dem ein unberechtigter Handelfmeter die Entscheidung gebracht hatte.

Falls die Sporting-Profis noch Wut im Bauch verspürten, ließen sie es sich nicht anmerken.

Zoff wegen Hinspiel

Gegen wieder sehr tief verteidigende Schalker versuchten sie es mit dosierter Offensive. Hitzig ging es dagegen in den Zweikämpfen zu.

Die Schalker Führung fiel nach einem Freistoß: Aogos Flanke verpasste Eric Maxim Choupo-Moting, dafür köpfte Slimani den Ball ins eigene Tor.

Auch der Ausgleich war Folge eines Fouls: Den Freistoß von Adrien Silva verwertete Sarr per Kopf zum 1:1.

Slimani mit Eigentor

Danach kam langsam etwas Spielfluss auf. Den bis dahin besten Angriff der Gelsenkirchener schloss Meyer mit einem Schuss über das Tor ab (36. ).

Auf der Gegenseite parierte Torwart Ralf Fährmann Schüsse des auffälligen Nani (37.) und von Joao Mario (38.).

Sporting übernahm immer mehr die Initiative und ging kurz nach der Pause auch verdient in Führung.

Erst danach wurden die Gäste aktiver. Vergeblich einen Elfmeter forderte Meyer, nachdem er im Strafraum zu Boden gegangen war.

Die Chance zum Ausgleich ließ der schwache Obasi leichtfertig aus (66.).

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