Während Bayern, Dortmund und Leverkusen in der Champions League glänzen, schwächelt Schalke auch unter dem neuen Coach Di Matteo.

Was für ein Champions-League-Spieltag für die Bundesliga:

Bayern und Dortmund nach vier Siegen so früh wie noch nie fürs Achtelfinale qualifiziert, auch Leverkusen als Gruppenerster mit besten Aussichten.

Wichtige Erfolge auch für die Fünf-Jahres-Wertung der UEFA, in der die deutsche Liga immer näher an die weiter schwächelnde Premier League heranrückt.

Einzig Schalke 04 trübte die Feierstimmung, und das nachhaltig. Denn den Gelsenkirchenern droht nach dem 2:4 bei Sporting Lissabon erstmals seit neun Jahren das Vorrunden-Aus.

Und Schalke-typisch wird prompt erste Kritik am so euphorisch begrüßten neuen Coach Roberto Di Matteo laut. Dieser habe das Team seit seinem Dienstbeginn vor einem Monat keinen Schritt weitergebracht als unter dem gefeuerten Jens Keller, so der Vorwurf.

Richtig ist: Sieben Gegentore in den beiden Spielen gegen die keinesfalls überragenden Portugiesen sprechen nicht für die angekündigte neue Defensivstabilität unter dem angeblichen "Betonmischer" Di Matteo.

Selbst bei den knappen Erfolgen gegen die mittelmäßigen Liga-Rivalen Hertha und Augsburg konnten die Königsblauen nicht überzeugen, auch wenn sie ohne Gegentor blieben. Ganz zu schweigen vom ängstlichen Auftritt beim 0:1 in Leverkusen.

Bei Schalke hakt es auch unter dem neuen Trainer weiter hinten und vorne. Eklatante individuelle und mannschaftliche Patzer in der Defensive paaren sich mit der fehlenden Torgefahr.

Man sei fußballerisch nicht in der Lage, den Gegner unter Druck zu setzen, gab Klaas-Jan Huntelaar zu. Ein Offenbarungseid für die mit Nationalspielern gespickte Offensive.

Noch erschreckender aber waren die Erklärungen von Kapitän Benedikt Höwedes, der die fehlende Fitness für die Pleite verantwortlich machte - ein klares Nachtreten gegen Ex-Coach Keller.

Es wirft ein Schlaglicht auf das eigentliche Problem auf Schalke: Die fehlende Spielphilosophie. Alles steht und fällt stattdessen mit Form und Einstellung der Stars.

An guten Tagen können Boateng, Draxler, Huntelaar oder auch Sam ein Spiel alleine entscheiden. Nehmen sie dagegen wie zuletzt häufiger eine Auszeit oder sind verletzt, läuft wenig bis gar nichts zusammen. Letzteres ist vor allem in der Champions League der Fall.

Die Uhr tickt also schon für Di Matteo, denn angesichts der weiterhin angespannten finanziellen Situation ist ein Weiterkommen eigentlich Pflicht, ganz sicher aber die Qualifikation für die nächste Königsklasse.

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