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Leverkusen, Bayern und Dortmund gewannen in dieser Woche ihre Champions-League-Spiele. DIASHOW: DER VIERTE SPIELTAG

München - Noch nie waren deutsche Klubs so gut in der Champions League. Die Bundesliga wird wohl bald die zweitbeste Liga Europas sein.

Obwohl erstmals in dieser Saison alle vier deutschen Mannschaften in dieser Woche ihre Spiele gewonnen haben: Borussia Dortmund, der FC Bayern und Bayer Leverkusen stehen als Gruppenletzte jeweils vor dem Aus. Nur der FC Schalke 04 ist bereits fürs Achtelfinale qualifiziert.

Eine schlimme Bilanz - in der UEFA Youth League. Eine Altersklasse darüber machen es die Kollegen mit echtem Bartwuchs aktuell deutlich besser. Von den letzten acht Partien mit deutscher Beteiligung gewannen die Bundesligisten sieben. Die Folge: Deutschland könnte zum ersten Mal seit der Saison 2000/01 an England vorbei und zum ersten Mal seit 1998 auf den zweiten Platz der UEFA-Fünfjahreswertung springen.

Auch in der aktuellen Wochenwertung nach Champions und Europa League glänzt die Bundesliga mit fünf Siegen in sechs Spielen. Nur Schalke patzte beim 2:4 in Lissabon. 

Bayerns Kapitän Philipp Lahm sagte auf Nachfrage von SPORT1: "Es ist schön, dass viele Bundesligisten erfolgreich sind in der Champions League und in der Europa League. Das zeigt den Stellenwert der Bundesliga."

Die Bundesliga frisst sich durch Europa.

Dass das Champions-League-Finale am 6. Juni in Berlin steigt, passt da ins Bild.

Punkte geteilt durch Mannschaften

Anhand dieser Fünfjahreswertung verteilt der europäische Verband die Startplätze für Champions und Europa League. Vereinfacht erklärt: Für jeden internationalen Sieg ihrer Mannschaften bekommt eine Liga zwei, für ein Unentschieden einen Punkt, in den Qualifikationsrunden gibt es jeweils die Hälfte.

Alle Zähler einer Saison werden zusammengezählt und durch die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften einer Liga geteilt. Das Ganze dann über die vergangenen fünf Jahre - fertig ist die Wertung.

2014/15 haben die deutschen Mannschaften bislang europaweit im Schnitt die meisten Punkte geholt. Die Bundesliga liegt auf Platz drei nur noch 1,977 Punkte hinter der Premier League. Läuft alles optimal, schnappt sich Deutschland noch in dieser Spielzeit Platz zwei.

Punkte geteilt durch Mannschaften

Der Trend ist klar: Die Vertreter der Bundesliga werden vor allem in der Champions League immer stärker. Zwölf ihrer bisher 16 Spiele haben sie aktuell gewonnen; noch nie waren sie zu diesem Zeitpunkt so gut. Erst in der vergangenen Saison hatten sie mit zehn Siegen nach vier Spieltagen eine Bestmarke aufgestellt.

Bayern, Leverkusen, Schalke und Dortmund haben in der Champions League insgesamt die meisten Punkte geholt (38), die meisten Tore geschossen (39) und im Vergleich mit England, Italien und Spanien die wenigsten Gegentore kassiert (14). Deutsche Rekorde lassen die Bosse in Manchester, Barcelona oder Turin mit der Stirn runzeln.

Engländer straucheln

Vor allem die Engländer bekommen derzeit kein britisches Pfund in die Beine (ROUNDUOP: Messi stellt Torrekord ein - Engländer patzen).

Die teuren Truppen von Manchester City und dem FC Liverpool kämpfen gegen das Aus, der FC Arsenal warf gerade gegen Anderlecht ein 3:0 weg. Lediglich der FC Chelsea führt seine Gruppe an - ist aber mit acht Punkten so schlecht wie kein anderer Gruppenerster.

"Es ist schwierig, die Ligen zu vergleichen", gab Bayerns Mario Götze auf SPORT1-Nachfrage zu bedenken. "Man muss selbst dort gespielt haben, denke ich. Man sollte es anderen Leuten überlassen, das zu bemessen."

Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg hat genau diese Erfahrung gemacht - trotzdem findet er es sehr schwierig, die Bundesliga mit der Premier League zu vergleichen. "Es sind beides sehr gute Ligen, aber jeweils mit unterschiedlichen Spielstilen. Zusammen mit der spanischen Liga sind das die besten Ligen der Welt", sagte der Belgier.

Bundesliga sportlich top

Dennoch ist die Fünfjahreswertung die sportlich fairste Gegenüberstellung aller europäischen Ligen. Die Bundesliga hat zwar noch Platz in der Brieftasche und so mancher Fußballfan aus Asien und Südamerika kennt eher den dritten Innenverteidiger von Manchester United oder dem FC Valencia als Vereine wie Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach.

Auf dem Platz aber hat im Moment niemand außer den Deutschen so richtig etwas zu melden.

Platz zwei in der Fünfjahreswertung wäre dabei vor allem fürs Ego schick, mehr Startplätze hätte er nicht zur Folge. Spätestens am Ende der nächsten Saison sollte es soweit sein: Dann ist auch die aus deutscher Sicht eher schwache Saison 2010/11 aus der Wertung gefallen.

Platz eins ist dagegen noch sehr weit entfernt: Spaniens Primera Division hockt dort über 16 Punkte vor der Bundesliga.

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