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Lionel Messi (r.) erzielt in Nikosia drei Tore für den FC Barcelona. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der Dienstagsspiele

Lionel Messi bricht im Trikot des FC Barcelona Bestmarken. Der Argeninier spricht schon vom Finale. Ein anderer Topstar zittert.

München - Mit seinem phänomenalen Tor-Rekord wollte sich Lionel Messi gar nicht lange aufhalten.

Während seine Mitspieler dem Superstar des FC Barcelona nach seinem 74. Treffer in der Champions-League noch ehrfurchtsvoll huldigten, nahm "La Pulga" (der Floh) bereits neue Ziele ins Visier. Der Ausnahmespieler träumt vom Finale in Deutschland.

"Mit den Toren kommen wir Berlin näher. Das ist es, was wirklich zählt", sagte der 27 Jahre alte Argentinier gewohnt zurückhaltend ().

Vorbei an Raul

Mit seinem Dreierpack zum 4:0 bei Apoel Nikosia katapultierte sich der kleine Mann aus Rosario an die Spitze der ewigen Torjägerliste der Königsklasse und ließ den früheren Schalker Raul (71 Tore) und Dauerrivale Cristiano Ronaldo (70/Real Madrid) hinter sich ().

"Fantastisch fühlt sich das an", meinte Messi anschließend ein wenig schüchtern. Selbstbeweihräucherung ist ihm fremd.

Doch nach dem erneuten Auftritt für die Geschichtsbücher wollten seine Teamkollegen um den deutschen Nationalkeeper Marc-Andre ter Stegen und Trainer Luis Enrique nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Sie feierten ihren stillen Anführer, der seine Treffer in nur 91 Champions-League-Spielen erzielt hat.

Zum Vergleich: Raul hatte für seinen Rekord 142 Partien gebraucht und Ronaldo bereits 107 Auftritte in der Champions League absolviert. "Messi ist der beste Spieler aller Zeiten. Er wird uns auch in den kommenden Jahren immer wieder überraschen", sagte Luis Enrique. "Er macht uns jeden Tag stolzer", ergänzte Pedro.

Führungstor durch Suarez

Es ist die nicht schwindende Leichtigkeit, mit der Messi seine Fans begeistert und seine Gegner frustriert. Beim Sieg auf Zypern ließ er zunächst 81-Millionen-Mann Luis Suarez den Vortritt (27.), um anschließend (38., 58., 87.) in gewohnter Manier zu brillieren. (SHOP: Jetzt Fanartikel kaufen)

Am letzten Spieltag können sich die Katalanen mit einem Sieg gegen Paris St. Germain Platz eins der Gruppe F sichern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und Messi kann seine Rekorde ausbauen. Er hat in der Königsklasse in 23 verschiedenen Städten getroffen, zum fünften Mal mindestens drei Tore in einem Spiel erzielt und kommt auf sagenhafte 93 Scorerpunkte.

Bereits am Samstag hatte Messi den Torrekord in der spanischen Liga geknackt und sein Konto auf 253 Treffer hochgeschraubt.

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Rekordjahr mit Schönheitsfehler

Doch trotz all der Bestmarken wird das Jahr 2014 einen Schönheitsfehler behalten. Bei der WM in Brasilien wurde Messi zwar in einer umstrittenen Entscheidung zum besten Spieler des Turniers gewählt, seiner Mannschaft konnte er im Finale gegen Deutschland aber kaum helfen.

Kurz nach der Halbzeitpause hatte Messi die Chance, Manuel Neuer zu bezwingen und Argentinien auf die Siegerstraße zu bringen. Doch der Torjäger verzog. Wenn ich dieses Tor erzählt hätte, wären meine Leistungen bei der WM als spektakulär eingeordnet worden", sagte er später der argentinischen Zeitung "Ole".

Messis jüngste Auftritte zeigen jedoch, dass die Enttäuschung langsam verblasst und der Stürmer unvermindert Lust auf neue Meilensteine verspür.

Totti kann sich nicht freuen

Das gilt auch für Methusalem Francesco Totti, der schon vor dem 1:1 seines AS Rom bei ZSKA Moskau als ältester Torschütze der Champions-League-Geschichte in den Büchern der UEFA stand.

Mit seinem Freistoßtreffer zum 1:0 (43.) erhöhte der Italiener nun auf 38 Jahre und 59 Tage. Doch der Ausgleich durch Wassili Beresuzki (90.+3) verhagelte Totti die Laune. Die Römer müssen nach der Niederlage des FC Bayern in Manchester wieder um den Einzug ins Achtelfinale bangen.

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