München - Spanien bewundert Kroos. Podolski und Schürrle überzeugen. SPORT1 wirft einen Blick auf die Deutschen in der Champions League.

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Nur Emre Can und Koray Günter verhageln die Bilanz.

Sie sind als einzige Deutsche in der aktuellen Champions-League-Saison bereits raus. Can scheiterte mit Liverpool, Günter mit Galatasaray.

Alle anderen deutschen Spieler stehen im Achtelfinale. 14 mit dem FC Bayern, 16 mit Borussia Dortmund, 14 mit Bayer Leverkusen und 22 mit dem FC Schalke.

Eine ideale Bilanz für die deutschen Mannschaften: Zum zweiten Mal in Folge qualifizierte sich ein Quartett. Im Blick standen in dieser Woche aber vor allem die Deutschen im Ausland. SPORT1 zeigt, welche Weltmeister und womöglich künftigen Nationalspieler die Champions League begeistern:

• Toni Kroos

Zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte mähte sich Real Madrid mit sechs Siegen durch die Gruppenphase. Entscheidenden Anteil dabei hatte Kroos, so auch beim abschließenden 4:0 gegen Ludogorets Razgrad. Er bereitete das 2:0 durch Gareth Bale vor und herrschte wie gewohnt über das Mittelfeld. Nach einer Stunde durfte er vom Feld - es warten in dieser Saison noch deutlich wichtigere Spiele.

Am Donnerstag widmete das Real sehr nahestehende Sportblatt "Marca" Kroos die Titelseite. Dauertorschütze Cristiano Ronaldo und Lionel Messi nach Barcelonas Sieg gegen Paris haben da keine Chance.

Vor allem Kroos' Konstanz beeindruckt die Spanier. In den vergangenen 17 Monaten habe er 89 Spiele gemacht, steigerte sich dabei endgültig auf Weltklasse-Niveau. Sein Geheimnis laut "Marca": Kroos ernährt sich ausgewogen, verzichtet komplett auf Alkohol und kalorienhaltige Getränke und achtet sehr genau auf die nötigen Erholungsphasen.

Bei Real vermisst niemand mehr Xabi Alonso, vielmehr glaubt man beim Champions-League-Sieger, mit Kroos für die nächsten zehn Jahre im Mittelfeld ideal besetzt zu sein. "Kroos ist sein eigener Professor", sagte Trainer Carlo Ancelotti bereits vor einem Monat. "Er hat die Universität von Xabi Alonso schnell abgeschlossen." Die "Marca" verpasste ihm daraufhin einen Streberlook. Das war jedoch als großes Kompliment gemeint.

• Lukas Podolski

Beim 4:1 bei Galatasaray stürmte Podolski zum ersten Mal in dieser Saison in der Champions League von Beginn an für den FC Arsenal. Es ging zwar nur noch theoretisch um den Gruppensieg für die Londoner, aber auch so nutzte er seine Chance mit zwei Treffern.

"Er kam nach der WM spät zurück, doch jetzt ist er wieder auf einem sehr starken Level", lobte Trainer Arsene Wenger. Podolskis Situation könnte sich tatsächlich etwas bessern dank dieses Auftritts. Allerdings hatte Wenger sich bereits nach dem 2:1 in Anderlecht geäußert, als Podolski das Siegtor erzielte. Danach setzte er ihn wieder auf die Bank.

In der Liga wartet Podolski weiterhin auf seinen ersten Startelfeinsatz dieser Spielzeit. Immerhin darf er weiterhin auf Ruhm in der Champions League hoffen.

Per Mertesacker ist in Abwesenheit von Mikel Arteta weiterhin Arsenals Kapitän und Stabilisator in der Innenverteidigung.

• Andre Schürrle

Besser sieht es bei Schürrle aus: Insgesamt siebenmal gehörte er in Liga und Champions League zu Chelseas Startelf. Für einen Weltmeister aber immer noch zu wenig. Schürrles Tor beim 3:1 gegen Sporting könnte Jose Mourinho erinnern, ihn wieder öfter zu bringen.

Allerdings ermöglichte Schürrle mit einer zu kurzen Kopfballabwehr auch das Tor der Portugiesen.

• Marc-Andre ter Stegen

Es sollte seine große Chance sein gegen Paris Saint-Germain und Zlatan Ibrahimovic. Doch schon nach einer Viertelstunde überwand ihn der Schwede. Ter Stegen hatte keine Chance - darüber hinaus konnte er sich kaum auszeichnen, klärte ein paar Mal gut als mitspielender Torhüter.

Als Gruppensieger mit Barcelona geht es für ihn weiter. In der Champions League zumindest ist er gesetzt.

• Gedion Zelalem

Wenger gab gegen Galatasaray gleich mehreren Jungen eine Chance, so auch dem 17-Jährigen. Zelalem spielte bislang immer in der Youth League, fünfmal jeweils über 90 Minuten. Jetzt durfte er zum ersten Mal für eine Halbzeit in der Champions League ran.

In der Premier League stand er in dieser Saison noch nicht im Kader. Der Einsatz am Dienstag ist aber durchaus ein Zeichen. "Ich glaube wirklich, dass Gedion das Talent hat, ein ganz Großer zu werden", sagte Wenger. Schon im Januar hatte er den "neuen Fabregas" im FA-Cup zum ersten Mal bei den Profis gebracht.

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