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Gonzalo Castro Bayer Leverkusen
Gonzalo Castro will mit Bayer Leverkusen endlich wieder ins Viertelfinale der Champions League © Getty Images

Leverkusen - Bayer Leverkusen ist im Achtelfinal-Hinspiel gegen Atletico Madrid Außenseiter. Gonzalo Castro erklärt bei SPORT1, warum die Werkself aber längst nicht chancenlos ist.

Gonzalo Castro kennt sich aus. Mit der spanischen Liga. Und deshalb natürlich auch mit Atletico Madrid.

Kein Wunder - als Halbspanier verfolgt er die Primera Division seit Jahren ebenso regelmäßig wie intensiv. Und damit auch die Entwicklung des aktuellen Meisters. Und die ist in der Tat beeindruckend.

"Atletico hat eine super Mannschaft, die in den letzten drei, vier Jahren unheimlich an Qualität gewonnen hat und diese Qualität auch jetzt wieder bestätigt. Vor kurzem haben sie Real mit 4:0 geschlagen. Ein ganz schwerer Gegner", sagte der Mittelfeldmann von Bayer Leverkusen SPORT1 vor dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Atletico (ab 20.15 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER). 

Trainer Diego Simeone hat seit seinem Amtsantritt 2011 eine schlagkräftige Truppe geformt, die auch Abgänge wie den von Torjäger Diego Costa auffangen kann. Die Tore schießen nun der frühere Bayern-Stürmer Mario Mandzukic, der französische Nationalspieler Antoine Griezmann oder Atletico-Legende Fernando Torres.

Keine Schwächen, viele Stärken

Neben der schlagkräftigen Offensive hat Castro bei den Madrilenen noch eine weitere große Stärke ausgemacht. "Atletico ist extrem gefährlich bei Standardsituationen, sehr kompakt, unheimlich aggressiv - einfach schwer zu spielen", sagt der 27-Jährige.

Für Bayer geht es gegen den spanischen Meister nicht nur um den Einzug in die Runde der letzten Acht. Für die Werkself geht es um mehr.

Um das Ende einer schwarzen Serie. Um das Ende der aktuellen Krisen-Diskussionen. Natürlich geht es auch um Geld. Um wichtige Einnahmen, nachdem der Klub in der Sommerpause fast 30 Millionen Euro in den Kader investiert hat.

Prestige und Renommee

Aber natürlich auch um Prestige. Renommee. Um Anerkennung, um die der Verein seit Jahren kämpft, bislang oft vergeblich. Nichts eignet sich dafür allerdings besser als weitere Auftritte auf der großen Fußball-Bühne.

Gonzalo Castro Bayer Leverkusen
Gonzalo Castro sieht Bayer Leverkusen gegen Atletico Madrid als Außenseiter, aber nicht chancenlos © Getty Images

Auch wenn die in der Vergangenheit zumeist spätestens im Achtelfinale endeten.

In der vergangenen Saison gab es gegen Paris St. Germain zuhause eine 0:4-Klatsche, in Paris ein 1:2. 2011/12 war gegen den FC Barcelona Endstation, als die Werkself in der Addition aus Hin- und Rückspiel 2:10 (1:3, 1:7) unterlag. 2004/05 verlor Bayer zweimal gegen den FC Liverpool (1:3, 1:3).

2002 stand Bayer gegen Real Madrid zwar im Finale (1:2). Damals gab es aber kein Achtelfinale, sondern eine zweite Gruppenphase.

Mutig sein

Castro, der bereits 2010 bei den beiden Aufeinandertreffen Leverkusens mit Atletico (1:1, 1:1) in der Europa-League-Gruppenphase mit dabei war, ist optimistisch. "Wir haben sicherlich ein paar Mittel, um sie in Schwierigkeiten zu bringen. Wir haben das Format, Atletico auszuhebeln", sagte er.

Man werde versuchen, ein sehr unangenehmer Gegner zu sein. "Wenn wir in Leverkusen ein gutes Ergebnis erreichen, dann können wir auch in Madrid etwas reißen. Wir müssen versuchen, auch gegen sie unser Spiel durchzusetzen, mutig zu sein", sagte der fünfmalige Nationalspieler.

Mutig - das war Bayer zuletzt zu selten. Das in der Hinrunde so oft zelebrierte Power-Pressing, der Hochgeschwindigkeitsfußball, geriet zunehmend ins Stocken. Aus den letzten neun Spielen gab es nur zwei Siege.

Während Bayer also gegen Atletico um das Viertelfinale kämpft, verliert die Mannschaft in der Liga parallel die erneute Qualifikation für die Königsklasse aus den Augen.

"Wir haben uns das anders vorgestellt, das ist klar. Leider haben wir in den ersten Spielen wieder zu viele Chancen liegengelassen. Und wir haben zwei Mal ganz späte Tore kassiert, das war natürlich bitter", ärgerte sich Castro. Wie zuletzt beim 2:2 in Augsburg. Inzwischen ist die Werkself von Platz drei auf Rang sechs abgerutscht.

FC Augsburg v Bayer 04 Leverkusen  Gonzalo Castro
Bayer Leverkusen holte aus den letzten neun Spielen nur zwei Siege © Getty Images

Wo geht die Reise hin?

Doch wo geht für Bayer die Reise denn nun hin? Castro selbst hatte in der Winterpause gesagt, dass man nach den ersten Rückrundenspielen über Saisonziele diskutieren könne.

"Es wird ja schon reichlich diskutiert, in der Öffentlichkeit heißt es ja schon, dass wir unsere Ziele verspielen. Aber das glaube ich nicht", stellte Castro klar.

"Wenn wir unser Manko der mangelhaften Chancenverwertung in den Griff bekommen, dann werden wir den Anschluss nach oben halten. Ich bin sicher, dass wir auch in der kommenden Saison wieder international dabei sein werden", sagte er.

Ob Champions League oder Europa League - das ist dann die Frage.

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