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München und Hannover - Holger Badstuber spricht im SPORT1-Interview über seine Form und die Konkurrenz in Bayerns Defensive. Für das Champions-League-Achtelfinale baut er auch auf die Fans..

Holger Badstuber ist auf dem besten Weg zurück zu alter Stärke. 83 Prozent seiner Duelle gewann der Innenverteidiger des FC Bayern beim 3:1-Sieg gegen Hannover 96.

Damit war der 25-Jährige der zweikampfstärkste Spieler auf dem Platz, hatte zudem mit 126 die meisten Ballkontakte aller Akteure.

"Ich fühle mich peu à peu besser - die Bewegungen kommen wieder", sagt Badstuber im SPORT1-Interview über seinen Leistungsstand nach seinem vierten Bundesligaspiel über 90 Minuten in Folge.

Der 25-Jährige spricht außerdem über den Konkurrenzkampf in der Bayern-Innenverteidigung, ein mögliches Nationalelf-Comeback und das Achtelfinale-Rückspiel in der Champions League gegen Schachtjor Donezk (Mi., ab 20.15 Uhr LIVETICKER u. Sportradio SPORT1.fm).

SPORT1: Herr Badstuber, gegen Hannover 96 hat sich der FC Bayern zunächst schwergetan. Wie ordnen Sie das 3:1 ein? 

Badstuber: Am Ende war es ein Arbeitssieg - ein verdienter Arbeitssieg. Hannover stand sehr, sehr tief, das hat es schwierig gemacht. Auch die Bodenverhältnisse  waren nicht einfach.

SPORT1: Ihr Trainer Pep Guardiola hatte zuvor von einer Generalprobe für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gesprochen. Muss gegen Donezk eine Leistungssteigerung her?

Badstuber: Gegen Donezk wird es ein komplett anderes Spiel. Wie gesagt: In Hannover war es eine schwierige Partie. Wir konnten unser Spiel nicht wie gewünscht aufziehen, weil der Gegner sehr tief stand. Ich denke nicht, dass das am Mittwoch so krass sein wird. Champions League ist ohnehin nochmal komplett etwas Anderes. Aber es war auf alle Fälle eine gute Probe. Wir können jetzt mit einem Sieg im Rücken ins Spiel gegen Donezk gehen - und das ist sehr, sehr wichtig für so eine Partie.

SPORT1: Wird am Ende die Mentalität der Mannschaft ausschlaggebend sein?

Badstuber: Das ist ein Aspekt. Gegen Hannover war das mit ein Grund für unseren Sieg. Der direkte Gegenzug zum Ausgleich hat uns sehr gut getan. Danach hatten wir das Spiel wieder mehr im Griff, die zweite Halbzeit ging dann ganz klar an uns.

SPORT1: Wie funktioniert aus Ihrer Sicht zurzeit die Abstimmung in der Dreier- oder zuvor Viererkette?

Badstuber: Es ist wichtig, dass wir reden. Wenn wir reden, machen wir uns hinten das Leben sehr leicht. In Hannover war das aufgrund der zweiten Halbzeit, wo wir eigentlich gar nichts zugelassen haben, in Ordnung. Aber wir müssen uns immer wieder aufs Neue beweisen und dem Gegner so wenig Platz lassen wie möglich.

SPORT1: Zuletzt hieß es, in der Bayern-Defensive sei nur Platz für zwei Innenverteidiger. Gegen Hannover hat man gesehen, dass es durchaus mehr sein können.

Badstuber: Ja, hieß es. Aber das ist nicht von uns so interpretiert worden, sondern von anderer Seite. Es ist immer Platz und wir brauchen jeden Spieler, bei den vielen Spielen, die wir haben. Jetzt geht es wieder in der Champions League weiter. Gerade in so einem wichtigen Spiel brauchen wir jeden Mann, auch auf der Bank und im Kader.

SPORT1: Für Sie war es gegen Hannover das vierte Bundesliga-Spiel über 90 Minuten in Folge. Wo sehen Sie sich derzeit selbst nach Ihrer langen Verletzungspause?

Badstuber: Ich will nicht immer über die Vergangenheit reden. Ich bin wieder zurück und fühle mich peu à peu besser - die Bewegungen kommen wieder. Ich habe den ersten Schritt hinter mir, jetzt kommen die weiteren Schritte. Aber da ist noch Luft nach oben.

SPORT1: Sie haben gesagt, Sie bräuchten noch Geduld, bis Sie wieder auf dem Niveau sind, wo Sie sich sehen.

Badstuber: Ja, genau. Das ist nicht vergleichbar mit meiner Situation vor drei Jahren. Ich bin älter und reifer geworden und nehme das anders wahr. Von daher kann das dann auch anders aussehen.

SPORT1: Was muss gegen Schachtjor Donezk anders aussehen als beim 0:0 im Hinspiel?

Badstuber: Wir brauchen auf alle Fälle ein Tor. Spielerisch wird es wieder komplett anders. Natürlich wird es nicht einfach. Das ist Champions League, das ist uns allen bewusst. Wir fokussieren uns darauf, arbeiten daran, schauen uns das letzte Spiel nochmal an und werden dann mit der richtigen Strategie ins Spiel gehen.

SPORT1: Kann der Heimvorteil eine entscheidende Rolle spielen?

Badstuber: Sicherlich. Das war ja mit der Auslosung praktisch vorhergesagt, dass das zweite Spiel ein Knackpunkt wird. Durch das 0:0 im Hinspiel ist alles offen. Aber wir haben vielleicht einen zwölften Mann im Rücken. Diesen Vorteil wollen wir nutzen.

SPORT1: Das Ziel in der Champions League dürfte klar sein…

Badstuber: Wir sind der FC Bayern. Wir haben immer Ambitionen. Wir wollen soweit wie möglich kommen. Dafür müssen wir Schritt für Schritt weitergehen.

SPORT1: Apropos Schritt für Schritt: Ist die DFB-Auswahl für Sie als 30-maligem Nationalspieler zurzeit schon wieder ein Thema?

Badstuber: Nein, momentan nicht. Ich habe ganz viele Aufgaben mit dem FC Bayern vor mir, die ich erledigen will. Ich will meinen Job machen und muss Leistung bringen. In die Nationalmannschaft kommt man, wenn man über lange Zeit seine Leistung bringt und auf einem konstant hohen Niveau spielt. Da will ich jetzt wieder hin.

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