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München - Ribery steht im Rückspiel gegen Schachtjor Donezk auch wegen seiner jüngsten Unbeherrschtheiten unter Beobachtung. Guardiola ermahnt den Franzosen, dessen Verhalten an Zidane erinnert.

Franck Ribery lachte kurz, dann wich er der Frage der ukrainischen Reporter so geschickt aus, wie sonst den Beinen der Gegenspieler bei seinen gefürchteten Dribblings.

Ob er im Rückspiel des FC Bayern München gegen Schachtjor Donezk (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER und bei SPORT1.fm) eine Schippe drauflegen müsse, im Vergleich zu seiner Leistung beim 0:0 im Hinspiel, wollte der Reporter wissen.

Ribery wurde auch gefragt, ob er sich ein wenig mehr beherrschen und ruhiger spielen müsse. (DATENCENTER: Champions League)

Schachtjor sei eine Kontermannschaft, antwortete der Franzose unverbindlich: "Aber wir spielen zu Hause und haben eine gute Chance."

Man könnte vermuten, dass der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler genervt ist von den Fragen nach seinen Temperamentsausbrüchen.

Nachtreten gegen Kessel und Costa

Dabei haben diese in jüngster Zeit wieder durchaus ihre Berechtigung. Im Hinspiel in Lwiw erlaubte sich Ribery ein angedeutetes Nachtreten gegen Donezks Douglas Costa.

Im DFB-Pokal langte der Superstar gegen Braunschweigs Benjamin Kessel hin. Beide Mal kam Ribery ohne Bestrafung durch den Schiedsrichter davon.

"Franck ist ein Weltklassefußballer und in Top-Verfassung", sagte Manuel Neuer zu SPORT1. Die Mannschaft braucht Ribery, gerade deswegen steht er gegen Donezk auch unter besonderer Beobachtung.

"Er muss das kontrollieren"

"Wir brauchen Francks Emotionalität", erklärte Trainer Pep Guardiola, mahnte aber zugleich: "Natürlich muss er das kontrollieren. Das weiß er auch."

Neu ist die Situation für Ribery nämlich nicht. Immer wieder ließ sich der Tempo-Dribbler in seiner Karriere zu Unbeherrschtheiten hinreißen.

Im Dezember 2012 schlug Ribery dem Augsburger Ja-Cheol Koo im Achtelfinale des Pokals ins Gesicht und sah die Rote Karte.

Im Frühjahr desselben Jahres soll er Arjen Robben in der Halbzeit des Spiels gegen Real Madrid ebenfalls ins Gesicht geschlagen haben und dafür offenbar vom FC Bayern mit einer hohen Geldstrafe belegt worden sein.

Rote Karte kostete Finale

2010 stieg Ribery Lyons Lisandro Lopez im Halbfinale der Champions League auf den Knöchel und wurde ebenfalls des Feldes verwiesen.

Der Platzverweis kostete ihn das Finale gegen Inter Mailand, ohne Ribery verlor die Mannschaft von Louis van Gaal das Endspiel gegen die Italiener.

Die Liste ließe sich noch um einige Beispiele erweitern.

"Das war nicht böse gemeint. Das ist Fußball", rechtfertigte Ribery seinen Tritt gegen Braunschweigs Kessel.

"Ich war genervt und frustriert. Da ist es doch völlig normal, dass ich so reagiere", erklärte Ribery 2009, nachdem er den damaligen Karlsruher Andreas Görlitz mit der Hand im Gesicht getroffen hatte.

Riberys Spielweise provoziert Fouls, aufgrund seiner Dynamik ist er oft nur durch unfaire Aktionen zu stoppen. Und die Gegenspieler wissen natürlich von Riberys explosivem Temperament und versuchen dies zu ihrem Vorteil zu nutzen.

"Wenn drei, vier Spieler pro Spiel versuchen, dir in die Beine zu treten oder dich zu foulen, dann versucht er sich einfach nur zu wehren", sagte David Alaba bei Sky.

Parallelen zu Zidane

Die Situation Riberys erinnert dabei an die eines anderen genialen Franzosen. Auch Zinedine Zidane wurde immer wieder provoziert, seine Ausraster sind ebenso legendär wie seine Geniestreiche.

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Zinedine Zidane sah nach seinem Kopfstoß gegen Marco Materazzi im WM-Finale 2006 die Rote Karte © Getty Images

Zidanes Karriere endete im Sommer 2006 schließlich spektakulär mit einem Kopfstoß gegen Italiens Marco Materazzi im WM-Finale.

Zidane wuchs als Kind algerischer Einwanderer in schwierigen Verhältnissen auf.

Auch Ribery musste bereits in seiner Kindheit lernen, sich zu wehren. Notfalls auch mit Fäusten.

Diese Erfahrungen prägten die Karriere Zidanes. Dieses Temperament in den Griff zu bekommen, ist auch eine der größten Herausforderungen für Franck Ribery.

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