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München - Der FC Bayern will mit aller Macht ein Aus in der Champions League gegen Schachtjor Donezk (Mi., ab 20 Uhr LIVETICKER u. SPORT1.fm) verhindern. Aus Neuers Aussagen lässt sich viel ablesen.

Alles wäre zunichte gemacht. Zerstört durch einen einzigen Fehler. Einen Ausgleichstreffer etwa kurz vor Schluss. 

Der FC Bayern, stolzer Dauerteilnehmer an den vergangenen drei Champions-League-Halbfinals, würde die Runde der letzten Acht verpassen. Und das gegen Schachtjor Donezk. Ein passables Team, aber sicher auf europäischer Ebene keine Übermannschaft.

So weit darf es aus Bayern-Sicht nicht kommen. "Ein Ausscheiden wäre fatal", sagte Manuel Neuer daher vor dem Rückspiel gegen die Ukrainer (Mi., ab 20.15 Uhr LIVETICKER u. Sportradio SPORT1.fm).

Der Keeper forderte:  "Wir müssen gewinnen, etwas anderes kommt nicht in Frage. Wir mögen so eine Situation." 

Nach dem 0:0 von Lemberg gehen die Münchner mit einem gefährlichen Resultat ins Rückspiel. Je länger es torlos steht in der Arena, umso aufgeregter dürften ihre Herzen klopfen.

Verlängerung in der Kalkulation

Neuer will davon aber nichts wissen. "Es ist erstmal wichtig, kein Tor zu kassieren", stellte er fest.  "Wenn es lange 0:0 steht, ist es auch okay, wenn wir in der Verlängerung dann das 1:0 machen."

Die Bayern sprechen von einer möglichen Verlängerung gegen Donezk, ein Team, das noch nicht einmal in der krisengeschüttelten ukrainischen Liga im Moment Schrecken verbreitet. Am Wochenende gab es für den Bergarbeiter-Klub nur ein 2:2 bei Metalist Charkow.

Verkehrte Welt? Oder gar übertriebene Vorsicht? Aus Neuers Aussagen lässt sich in jedem Fall ablesen, welch immense Bedeutung die Champions League für das Münchner Selbstverständnis hat.

2011 scheiterte der Rekordmeister zuletzt im Achtelfinale und das trotz eines 1:0-Siegs zuvor bei Inter Mailand. Der Katzenjammer nach der 2:3-Pleite zu Hause war gewaltig.

"Zweifeln nicht an uns"

"Wir zweifeln nicht an uns", betonte Neuer jetzt.

Er selbst hatte ja schon nach dem 4:1-Sieg über Köln vor anderthalb Wochen darüber gesprochen, wie wichtig es gewesen sei öfter getestet  worden zu sein - auch mit Blick auf das Spiel gegen Donezk.

Mit dem Klub aus Osteuropas Krisenregion hat sich der Nationaltorwart intensiv auseinandergesetzt. Ruhig sind Neuers Hände ineinander gefaltet, als er am Montagnachmittag über Luiz Adriano referiert, der sehr gut den Ball halten könne. Und über Donezk' Abwehrformation weiß Neuer: "Die Innenverteidiger spielen auch sehr gute Diagonalbälle."

Den Gegner unterschätzt zu haben, das wollen sich die Münchner nicht vorwerfen lassen.

Statistik macht Mut

In den vergangenen vier Spielen erzielten die Bayern 15 Treffer und doch gab es immer wieder wie gegen Köln und in Hannover Konzentrationsschwächen.

Doch die Statistik macht den Bayern Mut:  Der Klub ist in seiner Europacup-Geschichte nach torlosen Unentschieden auf des Gegners Platz bislang fünfmal weitergekommen und nur einmal ausgeschieden. 25 Jahre ist es her, als Bayern im Halbfinale gegen den FC Liverpool in dieser Konstellation scheiterte - Deja vu strengstens verboten.

Zumal Taktiktüftler Pep Guardiola in seinem Trainerbüro wieder stundenlang Videomaterial gesichtet hat, bereits vor dem Hinspiel hatte er seinen Profis eingebimst, Konter um jeden Preis zu verhindern.

"Müssen Geduld haben"

Die Botschaft ist auch bei Rafinha angekommen. Der Brasilianer zeigte sich auf SPORT1-Nachfrage am Montag überzeugt, dass Donezk auch in München "sehr defensiv" auftreten werde.

"Alle Gegner warten erstmal ab, wir müssen Geduld haben, das wissen wir."

In der Ukraine war Rafinha rasch angestachelt, kabelte sich immer wieder mit Donezk‘ Brasilianern wie Alex Teixeira oder Fred. "In diesen Spielen gibt es keine Freunde", kündigte Rafinha für das Wiedersehen an und ließ wissen, dass die Münchner "bisher" noch kein Elfmeterschießen trainiert hätten.

Allein die Frage danach zeigt aber, dass die Anspannung vor dem "wichtigsten Spiel der Saison", wie Pep Guardiola sagt, längst an der Säbener Straße angekommen ist.

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