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Mario Mandzukic von Atletico Madrid gegen Daniel Carvajal (r.) von Real Madrid
Szene zwischen Carvajal (r.) und Mandzukic © Getty Images

Der Atletico-Stürmer steht nach dem torlosen Derby im Fokus. Daniel Carvajal von Real Madrid wehrt sich gegen Bissvorwürfe. Dem Ex-Leverkusener droht dennoch eine Sperre.

Mario Mandzukic stapfte wutentbrannt in die Kabine. Über seinem linken Auge klebte ein Pflaster, die Wange war mit Blutflecken übersät.

Wer den Kroaten ins Gesicht schaute, konnte erahnen, was sich zuvor auf dem Rasen abgespielt hatte.

Das Madrid-Derby zwischen Atletico und Real sollte Traumkombinationen, Tricks und Tore liefern.

Wortgefechte und Fehlentscheidungen 

Stattdessen sahen die Fans insbesondere in der zweiten Halbzeit versteckte Fouls, hitzige Wortgefechte und schwere Fehlentscheidungen. Ein 0:0 der harten Sorte.

Mandzukic war der Protagonist im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League. Besser gesagt: der Prügelknabe.

Nach einem Gerangel mit Daniel Carvajal war er zu Boden gegangen. Der Rechtsverteidiger von Real Madrid wurde sogar in spanischen Medien beschuldigt, seinen Gegenspieler gebissen zu haben. Dagegen setzte er sich zu Wehr.

"Ich habe nach dem Spiel gesehen, dass ich beschuldigt wurde, einen Gegner gebissen zu haben. Lasst mich klarstellen: Ich habe niemanden gebissen und das auch nicht versucht", schrieb der Rechtsverteidiger bei Twitter.

Schlag auf die Brust 

Auf TV-Aufnahmen war zu sehen, wie der ehemalige Leverkusener Mandzukic' Arm im Gesicht hatte und am Ex-Bayern-Akteur nicht vorbeikam. In der Folge schlägt er Mandzukic auf die Brust.

Das Opfer entkräftete ebenfalls diese Theorie: "Das gestrige Spiel war sehr hart und beide Teams haben alles gegeben, aber für mich gab es keinen Streit, keinen Biss, kein gar nichts", twitterte der Nationalspieler.

Die Auseinandersetzung geschah im Rücken von Schiedsrichter Milorad Masic, weswegen keiner der beiden Spieler bestraft wurde. Carvajal drohen demnach Ermittlungen von der UEFA.

Schiedsrichterbeobachter des europäischen Verbandes war der ehemalige Weltklasse-Schiedsrichter Pierluigi Collina.

Pierluigi Collina
Pierluigi Collina wurde sechsmal Weltschiedsrichter © Getty Images

Dass Masic das Spiel überhaupt leiten durfte, stieß bei einem Atletico-Spieler auf Unverständnis. "Sie können doch keinen Schiedsrichter aus Serbien pfeifen lassen", regte sich Mario Suarez auf. Was der spanische Nationalspieler genau an der Ansetzung zu mäkeln hatte, ließ er offen.

Eins war jedoch offensichtlich: Sein Teamkollege Mandzukic war in dem äußerst umkämpften Spiel mehrfach das Ziel harter Attacken der Real-Spieler. Bei einem Schlag von Abwehrspieler Sergio Ramos erlitt er einen Cut am Auge.

Am Rande des Platzverweis

Mandzukic selbst stand jedoch nach mehreren Ellbogen-Schlägen ebenfalls am Rande eines Platzverweises. Trotzdem erhielt der Angreifer von seinen Teamkollegen großes Lob. 

"Mario gibt uns die Kraft, die wir brauchen", sagte Kapitän Gabi. Simeone sprach von einem "harten Spiel" für Mandzukic, und würdigte, selbst ganz der Freund des gepflegten Zweikampfes, die "wunderschönen" Duelle des Kroaten mit Ramos und Raphael Varane.

Das Rückspiel, meinte Simeone, werde erneut eine Begegnung, die "das Schöne am Fußball zutage fördert; das, was uns diesen Sport so sehr lieben lässt".

Dann - soviel steht fest - werden die Fans neben harten Zweikämpfen auch wieder Tore sehen.

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