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Mario Mandzukic lieferte sich mehrere umkämpfte Duelle © Getty Images

Madrid - Real Madrid kommt in einer wahren Zweikampf-Schlacht gegen Atletico nicht über eine Nullnummer hinaus. Immer wieder im Mittelpunkt: Mario Mandzukic.

Real Madrid ist der erneuten Teilnahme am Finale der Champions League einen weiteren Schritt näher gekommen.

In einer körperlich bis überhart geführten Partie mussten sich Toni Kroos, Cristiano Ronaldo und Kollegen im Viertelfinal-Hinspiel bei Stadtrivale Atletico Madrid zwar mit einem 0:0 begnügen, holten dadurch aber eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche im Estadio Bernabeu heraus (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Bei der Neuauflage des Vorjahresfinales war Real überlegen, allerdings stemmten sich der überragende Atletico-Torwart Jan Oblak und seine Vorderleute erfolgreich gegen die Niederlage. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Spektakulär war der Gipfel aber vor allem in seinen Zweikämpfen, vor allem Atleticos Angreifer Mario Mandzukic stand immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Erst verpasste ihm Sergio Ramos in einem Luftzweikampf einen Cut über dem Auge, dann schlug ihm Dani Carvajal auf die Brust.

Einen angeblichen Biss in Mandzukics Arm dementierte der ehemalige Leverkusener aber bereits: "Ich habe nach dem Spiel gesehen, dass ich beschuldigt wurde, einen Gegner gebissen zu haben. Lasst mich klarstellen: Ich habe niemanden gebissen und das auch nicht versucht", schrieb er bei Twitter.

Auch Mandzukic entkräftete die Vorwürfe: "Guten Morgen! Das gestrige Spiel war sehr hart und beide Teams haben alles gegeben, aber für mich gab es keinen Streit, keinen Biss, kein gar nichts."

Kroos hadert

"Wir haben uns von den vielen Unterbrechungen beeinflussen lassen und konnten unser Spiel im zweiten Durchgang nicht mehr so durchbringen wie in der ersten Halbzeit", sagte Kroos bei Sky. "Das können wir uns vorwerfen - genau wie die Tatsache, dass wir in den ersten 45 Minuten das Tor nicht machen."

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Toni Kroos (r.) wechselte im Sommer 2014 vom FC Bayern zu Real Madrid © Getty Images

Oblak indes meinte: "Es ist immer gut, wenn man zu Null spielt." Seine eigene Leistung wollte er aber nicht beurteilten: "Die ganze Mannschaft hat gut gearbeitet."

Oblak verhindert Reals Führung

325 Tage nach dem 4:1-Erfolg n.V. gegen Atletico im Finale von Lissabon übernahmen die Königlichen vom Start weg das Kommando und stürzten die Mannschaft von Trainer Diego Simeone von einer Verlegenheit in die andere.

Die erste große Möglichkeit im mit 50.000 Besuchern ausverkauften Estadio Vincente Calderon hatte Gareth Bale bereits in der vierten Minute. Der Waliser scheiterte aber an Oblak.

Fünf Minuten später war der slowenische Nationaltorwart nach einem Freistoß von Ronaldo zur Stelle. Kurz vor der Pause verhinderte Oblak mit zwei weiteren Glanztaten gegen WM-Torschützenkönig James Rodriguez einen Rückstand seiner Mannschaft.

Kroos unauffällig

Auch nach der Pause behielt Real, das seit dem Finale in der Königklasse keines der folgenden sieben Duelle gegen die Rojiblancos gewonnen hat, die Kontrolle.

Die lange verletzten und auch vermissten Rückkehrer Luka Modric und James Rodriguez sorgten immer wieder für einige gefährliche Vorstöße. Ronaldo und Kroos, der seinen 50. Einsatz in der Champions League hatte, setzten sich dagegen kaum in Szene.

Allerdings kam Real längst nicht mehr so zur Entfaltung wie noch im ersten Abschnitt, weil sich die Rojiblancos immer mehr in die Partie bissen, es entwickelte sich eine Zweikampf-Schlacht, unter der der Spielfluss litt.

Mandzukic muss kräftig einstecken

Bei den Hausherren war der frühere Münchner und Wolfsburger Mandzukic nach längerer Verletzungspause wieder an Bord. Der ehemalige Bundesliga-Profi zog sich kurz nach der Pause eine blutende Wunde zu - und musste sichtbar wütend miterleben, wie diese bei späteren Duellen mehrmals wieder aufplatzte.

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Sichtlich erbost: Mario Mandzukic (r.) im Disput mit Schiedsrichter Milorad Mazic © Getty Images

Der nicht immer sichere Schiedsrichter Milorad Mazic aus Serbien hätte nach der Ellbogen-Attacke von Ramos eigentlich Elfmeter geben und Reals Verteidiger mindestens verwarnen müssen. Doch der Kroate hatte im Laufe der Partie noch mehr einstecken mussen. Doch Carvajal kam genauso glimpflich davon wie zuvor Ramos.

Kroos verteidigt Kollegen

Kroos verteidigte seine Teamkollegen allerdings gegen jede Forderung nach härterer Bestrafung und hielt - nicht zu Unrecht - fest: "Mario war schon auch kein Kind von Traurigkeit."

In der Offensive ackerte Mandzukic zwar ordentlich, blieb aber ebenso wirkungslos wie der später eingewechselte Atletico-Torjäger Antoine Griezmann.

Kroos' Weltmeister-Kollege Sami Khedira verfolgte nach überstandenen Rückenproblemem das Geschehen von der Ersatzbank. Mit Blick auf die Körperlichkeit der Partie wohl auch besser so.

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