Video

München - Der FC Bayern trifft in Barcelona auf den besten Sturm der Welt. Abwehrchef Boateng will Messi und Co. den Spaß verderben.

Die drei Tenöre: So firmieren sie in Spanien. Lionel Messi, Suarez und Neymar. Es sind drei Künstler mit dem Ball, die virtuos den richtigen Ton treffen. Diese Zauberfüße des FC Barcelona haben es gemeinsam bereits auf 108 Pflichtspieltore gebracht in dieser Saison.

Als der FC Bayern 2013 Barcelona im Champions-League-Halbfinale mit insgesamt 7:0 Toren demütigte, war die Gleichung vor allem: Messi ausschalten, Spiel gewinnen.

Das wird jetzt nicht mehr reichen. "Wir müssen als Mannschaft gut verteidigen, schon vorne damit anfangen", forderte daher Jerome Boateng vor dem Match im Camp Nou (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVETICKER und im deutschen Sportradio SPORT1.fm).

"Dann können sie viele Tore schießen"

Mit leichter Ehrfurcht sprach der Münchner Abwehrchef von "einem außergewöhnlichen Sturm", der im Halbfinalhinspiel der Champions League auf den FCB zukommt.

Das beste Mittel dagegen? Den Tenören erst gar keine Bühne für ihre Arien geben. "Wir wollen verhindern, dass sie in Rollen kommen. Wenn sie ins Spielen kommen, wird es schwer, dann können sie viele Tore schießen", warnte Boateng.

Illgner sieht Trio auf dem Zenit

Bodo Illgner hat genau das bereits beobachtet. Der Ex-Keeper von Real Madrid lebt weiterhin in Spanien und weiß, wie Barcelonas Stars Fußball zelebrieren können, wenn Gegner wie Getafe (0:6) oder Cordoba (0:8) ihnen Platz lassen.

"Barca und sein Super-Trio sind in dieser Saison immer stärker geworden. Sie befinden sich auf ihrem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit", stellte der Weltmeister von 1990 im Gespräch mit SPORT1 fest.

Nahezu unaufhaltsam und unkontrollierbar, so präsentierten sich Neymar (33 Pflichtspieltore), Suarez (24) und Messi (51) zuletzt.

"Die drei harmonieren überragend miteinander und gönnen sich auch gegenseitig Tore", erklärte Illgner. Bestes Beispiel: Am Wochenende schenkte Messi dem Kollegen Neymar ein Elfer-Tor, obwohl er noch gegen Cristiano Ronaldo um die Torjägerkanone kämpft.

Schlüssel liegt im Mittelfeld

Illgner empfiehlt den Bayern, schon die Anspiele aus dem Mittelfeld zu unterbinden.

"Der Ball nach vorne darf gar nicht zustande kommen", sagte der Spanienexperte. "Im Mittelfeld ist Barca nach Problemen zu Saisonbeginn allerdings auch immer besser geworden. Und Messi lässt sich tief fallen."

Pique erlaube sich allerdings "den einen oder anderen Schnitzer", auch Dani Alves streue hin und wieder eine Schwächephase ein.

Boateng bleibt selbstkritisch

Umgekehrt sind für die Bayern Konzentrationsfehler wie in beim 1:3 in Porto im Viertelfinale absolut tabu. Selbst der sonst so zuverlässige Boateng hatte sich in Portugal von den Patzern seiner Kollegen anstecken lassen. 

Der Weltmeister hörte daher genau hin, als am Montag an der Säbener Straße die Frage danach aufkam, dann erklärte er: "Wir sind alle Menschen. Man muss danach darauf achten, nicht zu verkrampfen."

"Der beste Innenverteidiger der Welt"

Er selbst schaffte das nach seinem Fehler, traf im Rückspiel beim 6:1-Sieg per Kopf. Und eine außergewöhnliche Arbeitsprobe gegen Lionel Messi lieferte er schon im WM-Finale gegen Argentinien ab. "Er ist der beste Innenverteidiger der Welt", befand daher auch Teamkollege Javier Martinez.

Der Spanier kehrte gegen Leverkusen nach seinem Kreuzbandriss auf den Platz zurück, wird in Barcelona sicher nicht von Anfang an spielen.

Worauf es für den Champions-League-Sieger von 2013 ankommt, um ins Finale nach Berlin zu kommen, weiß er dennoch. Es ist sein deutsches Lieblingswort: "Zweikampf".

"Vor zwei Jahren haben wir im Halbfinale viele Zweikämpfe gewonnen. Wir spielen wieder mit einem großen Herz." Gegen die drei Tenöre wird das Pflicht sein.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel