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Sport1-Chefredakteur Digital Ivo Hrstic kommentiert die Lage beim FC Bayern © Sport1/Getty Images

München - Dem Ausscheiden des FC Bayern in der Champions League gegen den FC Barcelona muss ein Umbruch folgen. Trainer Pep Guardiola muss sich bekennen. Der SPORT1-Kommentar.

Heute beginnt die neue Saison des FC Bayern München. Das Ausscheiden gegen den FC Barcelona muss den dringend nötigen Umbruch beim Rekordmeister einläuten. Die in die Jahre gekommene "Triple-Mannschaft" hat ausgedient, die Ära eines großen Teams rund um Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Franck Ribery und Arjen Robben neigt sich dem Ende entgegen.

Diese Erkenntnis habe ich nicht exklusiv, die angesprochenen Umbruch-Pläne sind in Karl-Heinz Rummenigge, Matthias Sammer und Pep Guardiola längst gereift. Seit dem Triple-Gewinn unter Jupp Heynckes ist der Abstand zu Europas Elite auf Barca und Real Madrid eher größer geworden.

3, 2, 1 - keins? Die Titelbilanz des FC Bayern wird seit 2013 immer schmaler. Das an Guardiola festzumachen, wäre falsch. Das Triple von 2013, der WM-Triumph vieler Bayern-Spieler, dazu die Verletztenserie in dieser Saison - alles lähmende Begleiterscheinungen.

Um den Umbruch jetzt einleiten zu können, muss sich Pep Guardiola zum FC Bayern bekennen und zwar sofort. Dabei genügt der Verweis seinen bis 2016 laufenden Vertrag erfüllen zu wollen schon längst nicht mehr. Im Gegenteil, der Spanier muss sogar ein deutliches Signal senden und vorzeitig verlängern. Wie könnte Guardiola sonst die Zukunft des Klubs gestalten, wenn sein Abschied im nächsten Sommer bereits feststünde?

Matthias Sammer stellt zwar öffentlich klar, dass der Verein sich bei seinen Personalplanungen nicht von einem Trainer abhängig mache. Guardiola hat aber die schwierige Aufgabe, eine neue Mannschaft auf höchstem Niveau aufzubauen und dabei weiter Titel zu holen. Darüber hinaus ist der Spanier für FCB-Boss Rummenigge eine wichtige Schlüsselfigur für die gewünschte Internationalisierung des Klubs.

Nicht zuletzt kann der Verein mit dem Namen Guardiola potenzielle Wunsch-Spieler locken. Doch warum sollten die anbeißen und sich langfristig binden, wenn sie nicht wissen, wie lange der Star-Coach noch in München bleibt?

Sollte Guardiola sich langfristig zum FC Bayern bekennen, muss er auch die Identität noch mehr verinnerlichen. Der Fall Müller-Wohlfahrt hat gezeigt, wie schnell es sonst zur Zerreißprobe kommen kann. Gelingt es, dieses Dilemma aufzulösen, dann kann Guardiola eine neue Ära einleiten und eine große und erfolgreiche Mannschaft aufbauen. Erst dann wäre Peps Mission in München erfüllt.

Wenn der Spanier jetzt aber nicht verlängert, besteht die Gefahr, dass die Situation um den Trainer den Klub mehr schadet als nutzt, ihn lähmt und der FC Bayern den Anschluss verpasst. Diese Situation wäre nicht tragbar.

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