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Juventus v FC Barcelona  - UEFA Champions League Final
BERLIN, GERMANY - JUNE 06: Andrea Pirlo of Juventus looks dejected after the UEFA Champions League Final between Juventus and FC Barcelona at Olympiastadion on June 6, 2015 in Berlin, Germany. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images) © Getty Images

Berlin - Das Finale gegen den FC Barcelona sollte für Andrea Pirlo und Gianluigi Buffon zur Krönung werden. Es endet in Tränen. Wie es mit dem großen Pirlo weitergeht, ist ungewiss.

Kurzzeitig musste man sich Sorgen um die Stabilität des Universums machen. Wenn zwei helle Sterne sich zu nahe kommen, kann das schließlich gefährlich werden.

Doch das Treffen von Andrea Pirlo und Xavi Hernandez nach dem Berliner Champions-League-Finale ging in dieser Hinsicht glimpflich aus. Der spanische Weltmeister nahm den italienischen Weltmeister herzlich in den Arm.

Das hatte der auch bitter nötig. Der Mann, dessen gleichbleibend ausdruckslos-melancholischer Gesichtsausdruck zum Markenzeichen geworden ist, heulte wie ein kleines Kind.

Gut möglich, dass die 70.000 Fans am Samstag in Berlin nicht nur das Ende von Xavis großer internationaler Karriere gesehen haben, sondern auch das von Pirlo.

Dessen Vertrag bei Juventus Turin läuft zwar noch bis 2016. Ob er ihn erfüllt oder aber ähnlich wie Xavi in Katar, den USA oder anderswo gut bezahlt die Laufbahn ausklingen lässt, ist weiter unklar.

"Pirlo ist müde"

Die Finalniederlage gegen Barca gab einen Hinweis darauf, dass die große Zeit des inzwischen 36 Jahre alten Pirlo sich nun doch endgültig dem Ende zuneigt.

Beim Versuch, zum dritten Mal nach 2003 und 2007 die Champions League zu gewinnen, war von ihm über weite Strecken wenig bis nichts zu sehen. "Pirlo ist müde", schrieb die Gazzetta dello Sport. Der Stratege "findet den Lichtschalter nicht", konstatierte Tuttosport.

Nach dem Plausch mit Xavi hatte Pirlo ganz kurz ein Lächeln auf den Lippen. Über seine persönliche Zukunft wollte er später aber nicht sprechen.

"Ich hoffe, dass es nicht sein letztes Spiel für uns war. Andrea ist die Ikone des italienischen Fußballs und von Juventus", sagte Turins Sportdirektor Giuseppe Marotta.

Buffon macht weiter

Die Kollegen wissen angeblich auch nicht mehr. Verabschiedungsszenen in der Kabine habe es nicht gegeben, versicherte Kapitän Gianluigi Buffon.

Die Torhüter-Legende ist sogar noch ein Jahr älter als Pirlo, denkt seinerseits aber keinesfalls ans Aufhören. Im Finale war er trotz seines entscheidenden Abprallers vor dem 1:2 bester Spieler seiner Mannschaft.

"Wer weiß, innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre kann ich mir vielleicht doch noch den ein oder anderen Traum erfüllen", sagte Buffon.

Die Champions League hat er noch nie gewonnen. Den nächsten Anlauf muss er womöglich ohne den alten Weggefährten Pirlo angehen.

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