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Frankreichs Premierminister Manuel Valls während des Champions-League-Finals im Gespräch mit UEFA-Präsident Michel Platini © Getty Images

In der Berlin-Affäre macht Frankreichs Premierminister Manuel Valls einen Rückzieher: Der Regierungschef kündigte die Rückerstattung der Flugkosten für die Mitnahme seiner beiden Söhne zum Finale der Champions League am vergangenen Samstag in der deutschen Hauptstadt zwischen dem FC Barcelona und Juventus Turin (3:1) in Höhe von 2500 Euro an.

"Da es sich um eine offizielle Reise gehandelt hat, habe ich dafür die Mittel genutzt, die einem Premierminister zur Verfügung stehen. Aber ich habe mich streng korrekt zu verhalten und habe deswegen entschieden, die Flugkosten meiner Söhne zurückzuzahlen. Wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich nicht wieder so handeln", sagte Valls am Donnerstag vor seinem Abflug ins französische Übersee-Department La Reunion im Indischen Ozean.

Der erst zu Wochenbeginn bekannt gewordene "Familienausflug" an die Spree hatte Valls innenpolitisch schwer unter Druck gebracht. Kritik wehrte der Premier zwar mit dem Hinweis auf offizielle Gespräche mit der Führung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) über Themen der bevorstehenden EM-Endrunde 2016 in Frankreich zurück, allerdings verhehlte der in Barcelona geborene Regierungschef auch nicht den privaten Charakter des Trips aufgrund seiner "Fußball-Leidenschaft" und der "ansonsten geringen Zeit für meine Familie".

Die Rückzahlung der Flugkosten für seine beiden Söhne war eine zentrale Forderung der Oppositionsparteien.

Das Image des Premiers hat durch die Affäre schwer gelitten. Die Opposition konnte Valls durch sein Verhalten unterstellen, jeglichen Kontakt zur Lebensrealität der französischen Bürger verloren zu haben. In Umfragen zeigten sich über drei Viertel der mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen kämpfenden Franzosen "geschockt", dass die Staatskasse für die Berlin-Reise mit 15.000 Euro belastet worden sei.

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