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München - Die Bayern sind nach der Gala gegen Zagreb gerüstet für Dortmund. Auch, weil sie die richtigen Lehren gezogen haben. Pep Guardiola beschäftigt sich erst aber mit Party.

Pep Guardiola wollte noch nicht allzu weit nach vorne schauen.

"Lasst mich erst diesen Sieg genießen", sagte der Trainer des FC Bayern. Zuvor hatte er eine Gala seines Teams gesehen, ein 5:0 im Champions-League-Match gegen Dinamo Zagreb.

Dabei war die Vorstellung für die meisten schnell abgehakt. Im Fokus steht das anstehende Top-Spiel in der Bundesliga am Sonntag gegen Borussia Dortmund (ab 17 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Müller erwartet heißen Tanz

"Ganz Fußball-Deutschland schaut schon Richtung Sonntag und freut sich drauf, weil es von Anfang an sehr eng ist", wie es Thomas Müller formulierte. Vier Punkte trennen den Tabellenführer aus München vom Zweiten. "Es wird heiß hergehen", prophezeite der 26-Jährige.

Guardiola ließ sich derweil auch beim nächsten Versuch nichts zu dem Liga-Kracher entlocken. "Heute ist Oktoberfest, danach haben wir Zeit, um über Dortmund nachzudenken", sagte der Katalane.

Den traditionellen Wiesn-Besuch mit den Familien haben sich die Münchner nach dem Erfolg gegen die zuvor seit 45 Pflichtspielen ungeschlagenen Kroaten auch verdient. Douglas Costa (13.), Robert Lewandowski (21./28./55.) und Mario Götze erzielten die Treffer.

Coman und Costa füttern die Stürmer

"Wir haben eine gute Leistung gezeigt", sagte Guardiola, "die Mannschaft ist in Form." Was beinahe schon untertrieben ist.

Der FC Bayern hat sich in einen Rausch gespielt. In den vergangenen zehn Pflichtspielen brachte es der Rekordmeister auf 34 Tore. Der Coach führte das vor allem auf die neue gefürchtete Flügelzange zurück.

"Mit Douglas Costa und Kingsley Coman ist unsere Spielweise viel besser, wir können breiter spielen, und die Stürmer haben mehr Chancen", erklärte Guardiola.

Guardiola rotiert

Die Abhängigkeit von den derzeit (mal wieder) verletzten Arjen Robben und Franck Ribéry - sie ist im Grunde gar nicht mehr vorhanden. Seit Wochen zeigen die Münchner, dass es auch ohne die beiden geht.

Diese Transfers sind aber nicht die einzigen Lehren, die die Bayern aus der vergangenen Saison gezogen haben.

Der FCB-Trainer hat seine Anfangsformation vor dem elften Pflichtspiel der Saison schon zum elften Mal geändert.

So kam etwa der erst 20 Jahre alte Joshua Kimmich zu seinem Startelf-Debüt in der Königsklasse. Nicht nur mit einer beeindruckenden Pass-Quote von 96 Prozent hinterließ er bei seinem Coach prompt einen bleibenden Eindruck: "Er hat Wahnsinn gespielt. Er hat absolut alles, was ein Fußballer braucht."

Noch längst nicht am Höhepunkt

Die Rotation funktioniert: Keiner schmollt, alle bleiben im Rhythmus. Im Fall von Zagreb hat das Ganze den netten Nebeneffekt, dass Guardiola - auch wenn er es sicher anders begründen würde - Stars wie Thomas Müller oder Xabi Alonso schonen konnte. Für Borussia Dortmund.

Ganz gleich, wer zuletzt auf dem Rasen stand: Die Form stimmt. Und zeigt immer weiter nach oben.

Auch gegen die vermeintlich schwächeren Gegner zeigen die Münchner nicht den Hauch von Nachlässigkeiten, nehmen sie genauso wie die Schwergewichte. Selbst noch beim Stand von 5:0.

So scheint das Duell mit dem BVB aus Sicht des Rekordmeisters fast schon der perfekte Zeitpunkt zu sein für den nächsten Schritt. Denn der Rekordmeister sieht sich noch längst nicht am Höhepunkt der Leistungsgrenze.

Lewandowski bleibt hungrig

"Man darf nicht denken, dass man schon genug erreicht hat", beteuerte Lewandowski und drohte der Konkurrenz nach zehn eigenen Treffern in drei Partien förmlich: "Ich will immer mehr."

Gerne schon gegen seinen Ex-Klub, der über eine "sehr gefährliche Mannschaft" verfüge: "Wir müssen gut spielen, aber das ist zu schaffen."

Wie? Damit werden Guardiola und Co. sich ab Donnerstag intensiver beschäftigen. Erst steht auf dem Oktoberfest noch die letzte Party vor dem großen Showdown an.

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