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Jose Mourinho kritisiert nach dem 0:0 in Kiew einmal mehr die Schiedsrichter. Dafür wählt er ausgerechnet Worte von Intimfeind Arsene Wenger - selbstverständlich mit Kalkül.

Dass Jose Mourinho nach weniger erfolgreichen Spielen gerne einmal gegen die Schiedsrichter wettert, ist allgemein bekannt.

Dass er sich damit des Öfteren auch einmal mehr oder weniger saftige Geldstrafen einhandelt, ist für den Portugiesen inzwischen ebenfalls zur Routine geworden. Mindestens genauso wie die ewigen Sticheleien gegen Trainerkontrahent und Intimfeind Arsene Wenger vom FC Arsenal.

Umso erstaunlicher war es, dass Mourinho nach dem 0:0 seines FC Chelsea in der Champions League bei Dynamo Kiew ausgerechnet ein Zitat Wengers hervorholte, um seinen wieder einmal vorhandenen Unmut über die Unparteiischen kundzutun - nicht ohne Kalkül selbstverständlich.

"Der Schiedsrichter war schwach und naiv", sagte Mourinho also tatsächlich - und gebrauchte damit exakt die Worte, mit denen Arsene Wenger Mitte September Referee Mike Dean nach Arsenals 0:2-Pleite bei Chelsea kritisiert hatte.

Zur Erklärung: Wenger hatte für diese Aussage seinerzeit keine Strafe aufgebrummt bekommen, was Mourinho nach seiner jüngsten Verurteilung ziemlich erbost hatte.

Kritik auch an Rugby-Referee

Der Portugiese hatte nach dem 1:3 gegen Southampton Anfang Oktober den Schiedsrichtern unterstellt, sie hätten Angst, für Chelsea zu pfeifen - und war dafür mit 50.000 Pfund (ca. 67.500 Euro) Geldstrafe belegt worden.

"Angst kostet 50.000 Pfund. Schwach und naiv darf man sagen", hatte sich Mourinho daher unter der Woche beschwert.

Diesmal nahm der Portugiese aber nicht nur den Referee aus dem eigenen Spiel ins Visier. Auch Craig Joubert aus Südafrika bekam sein Fett weg. "Er war sehr gut, aber er hat einen großen Fehler gemacht. Deshalb weint ganz Schottland", meinte Mourinho.

Joubert hatte Australien im Viertelfinale der Rugby-WM in der Schlussphase einen unberechtigten Penalty zugesprochen, den Bernard Foley verwandelte und Schottlands 34:35-Niederlage damit besiegelte.

Diesmal entscheidet die UEFA

Ob der Chelsea-Coach mit seiner Wortwahl wie zuvor Wenger ungeschoren davonkommt, bleibt abzuwarten: Während in der Premier League die FA über Disziplinarstrafen entscheidet, hat in der Königsklasse die UEFA das Sagen - und könnte die Sachlage dementsprechend anders bewerten.

Wenger würde sich heimlich, still und leise sicherlich freuen, sollte sein Intimfeind tatsächlich für ein bei ihm geklautes Zitat bestraft werden.

Und für Verschwörungstheoretiker Mourinho wäre eine neuerliche Strafe wohl ein gefundenes Fressen.

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