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Bernd Leno erlebt einen schwierigen Abend © Getty Images

Borissow - Bayer Leverkusen droht nach einem folgenschweren Patzer von Keeper Bernd Leno das Aus in der Gruppenphase. Christoph Kramer übt indirekt Kritik an den eigenen Mitspielern.

Mit hängenden Köpfen suchten Weltmeister Christoph Kramer und seine Kollegen von Bayer Leverkusen das Weite, derweil ließen sich die Underdogs von BATE Borissow von ihrer Anhängerschaft für eine couragierte Leistung feiern.

Die Werkself hatte durch das mickrige 1:1 (0:1) beim weißrussischen Serienmeister ihr Ziel klar verfehlt und muss mehr denn je um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League zittern. (SERVICE: Die Statistik zum Spiel)

Die Unzufriedenheit bei den Rheinländern war groß nach dem enttäuschenden Remis, Kramer kritisierte nach dem Schlusspfiff sogar indirekt seine Mitspieler in der Offensive: "Hätten wir heute einen Thomas Müller dabei gehabt, hätte er am Fünfer an fünf Leuten vorbei ins Tor getroffen."

Nach dem Rückflug von Minsk nach Köln durfte sich das Team von Trainer Roger Schmidt zumindest über die Schützenhilfe des FC Barcelona freuen, der beim 6:1 (3:0)-Kantersieg gegen den AS Rom einen Überraschungscoup der Italiener und das vorzeitige Bayer-Aus verhinderte.

Gegen Barca muss gepunktet werden

Den Rheinländern droht dennoch das erste Scheitern in einer Gruppenphase seit 15 Jahren und sechs erfolgreichen Anläufen. Nur mit einem Sieg oder einem Unentschieden gegen das bereits für die nächste Runde qualifizierte Barca am letzten Spieltag (9. Dezember) ist die nächste Runde noch zu erreichen, dafür muss allerdings auch Borissow gegen Rom Hilfe leisten.

"Die erste Hälfte war sehr schwach. Das war der Schlüssel. Leider haben wir die Tore nicht gemacht. Fast ist der Worst Case eingetreten, aber so bleiben wir wenigstens Dritter. Das ist in dieser Gruppe keine Schande", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler enttäuscht.

Auch Trainer Roger Schmidt war bedient: "Es ist sehr ärgerlich, dass wir nicht gewonnen haben. Durch das frühe Gegentor sind wir nicht wie gewünscht in unseren Rhythmus gekommen. Wir hatten genügend Chancen um zu gewinnen, was auch verdient gewesen wäre."

Zumindest auf Admir Mehmedi war mal wieder Verlass. Der Schweizer Nationalspieler hatte Bayer nach einem erneuten Blackout von Torhüter Bernd Leno zumindest eine ordentliche Ausgangsposition für das Überwintern im Europacup gewahrt.

Leno-Schock nach 68 Sekunden

Mehmedi rettete mit seinem herrlichen Ausgleichstreffer in der 68. Minute Bayer immerhin noch einen Punkt, wodurch Leverkusen vor dem letzten Gruppenspieltag auf Rang drei liegt, der zumindest die Teilnahme an der Europa League als Trostpreis sichern würde. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Eine bessere Ausgangsposition verhinderte ein fataler Schnitzer von Leno, der zuletzt zweimal für die A-Nationalmannschaft nominiert war. Der 23-Jährige ließ vor 12.601 Zuschauern einen harmlosen Schuss von Michail Gordeitschuk nach 68 Sekunden "durch die Hosenträger" rutschen.

Es war in dieser Saison bereits der dritte grobe Patzer mit direkter Torfolge des Bayer-Torhüters. "Er ist geknickt, das ist klar. Aber Bernd ist trotzdem ein toller Torwart", sagte Völler.

Während Leno akut seine EM-Teilname gefährdet, dürfte selbst ein komplettes Ausscheiden aus dem Europacup für Trainer Roger Schmidt keine Folgen haben: Geschäftsführer Michael Schade hatte ihm bereits vor der Partie eine Jobgarantie erteilt.

Mehmedi entwickelt sich unterdessen mehr und mehr zum Mann für die wichtigen Tore, er hatte unter anderem in den spektakulären Partien gegen AS Rom (4:4) und den VfB Stuttgart (4:3) jeweils das vierte Tor erzielt.

Bayer startet Powerplay

Bayer musste in Borissow ohne ein halbes Dutzend Stammkräfte auskommen, darunter einige Abwehrspezialisten. Vor allem die Unordnung in der Defensive und ein Stellungsfehler von Giulio Donati hatte Gordeitschuk in Position gebracht.

Bayer startete umgehend ein Powerplay und schnürte Borissow in der eigenen Hälfte ein, verfiel aber auch viel zu früh in Hektik.

Trotz 70 Prozent Ballbesitz kam der Bundesligist erst Sekunden vor der Pause zur ersten Großchance, die Chicharito kläglich vergab. Nach der Pause wurde Bayer zielstrebiger. Doch zum Ausgleich kamen die Gäste erst, als Borissow die Kräfte schwanden.

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