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Owen Hargreaves hat nicht die höchste Meinung von Roy Hodgson
Owen Hargreaves macht aus seinen Sympathien für seinen Ex-Klub keinen Hehl © Getty Images

München - Der Ex-Münchner bewertet die Arsenal-Partie als TV-Experte - sein Urteil schmeckt nicht jedem auf der Insel. In einem Punkt macht sich der frühere Nationalspieler angreifbar.

Engländer sind wahrlich nicht bekannt dafür, sich mit überschwänglichem Lob zurückzuhalten. Besonders dann nicht, wenn es darum geht, die Leistungen der eigenen Mannschaften zu würdigen. 

Das gilt für Fans genauso wie für Spieler, Trainer und Medien. Doch wehe, jemand wagt es, den Auftritt des Gegners allzu sehr zu huldigen. Dann muss er den bitterbösen Spott der Briten ertragen. Aktuell trifft es den TV-Experten Owen Hargreaves.

Der 34-jährige Ex-Profi begleitet für den Sender BT Sports die Spiele in der Champions League. Bei der 1:5-Pleite des FC Arsenal beim FC Bayern München konnte der Hargreaves jedoch nicht mit seinen Sympathien für seinen Ex-Klub hinterm Berg halten. 

"Hargreaves schickt Zuschauer in die Kernschmelze"

Nach dem Traumtor von David Alaba zum zwischenzeitlichen 3:0 befand der frühere Münchner Mittelfeldspieler: "David Alaba hat den besten Distanzschuss der Welt."

Das sorgte auf der Insel, wo sie die Vormachtstellung in Sachen wuchtiger Schüsse für sich beanspruchen, selbstredend für helle Aufregung. 

"Leg die Crack-Pfeife weg, Owen", kommentierte ein irritierter Nutzer bei Twitter.

Hargreaves' Hang zu Superlativen bringt ihm auch in den britischen Medien Kritik ein. Die Sun titelte nach seinem TV-Auftritt: "Mit seinen unerhörten Aussagen schickt Owen Hargreaves die Zuschauer in die Kernschmelze."

Ein freilich drastisches Urteil, bei dem noch Zorn über Hargreaves' letztes Bayern-Lob mitschwang. Vor zwei Wochen hatte der ehemalige englische Nationalspieler Jerome Boateng zum "weltbesten Innenverteidiger" gekürt. Auch das hatten sie auf der Insel als Affront betrachtet.

Richtig Ärger handelte sich Hargreaves aber erst ein, als er in der Nachbetrachtung des Duells zwischen Bayern und Arsenal den Spanier Xabi Alonso als "besten Ecken-Schützen der Welt" bezeichnete. Das war für die Standard-Experten in England nun wahrlich zu viel.

"Bei Hargreaves ist jeder Spieler bei irgendetwas der beste Spieler der Welt - sogar Alonso", spottete ein Nutzer bei Twitter.

Mit letzterem Urteil über den Spanier machte sich Hargreaves in der Tat angreifbar.

"Bester Eckenschütze der Welt" tritt gegen Fahne

Hatte Alonso doch ausgerechnet im Spiel gegen Arsenal eine Ecke gründlich verpatzt. Beim Ausholen hatte der Spanier gegen die Eckfahne getreten - und nicht gegen den Ball.

Nach dem Geschmack der Engländer sollte sich das der angeblich "beste Ecken-Schützen der Welt" nicht erlauben.

TV-Experte Hargreaves bekam also sein Fett weg - doch auch mit dem eigenen Team gingen die englischen Medien alles andere als zimperlich um. 

Der Mirror sah bei Arsenals schlimmster Demütigung seit dem 15. Februar 2012 im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse beim AC Mailand (0:4) ein Duell von "Jungs gegen Männer". Der Guardian schrieb von einer "Tracht Prügel", den die Bayern dem Tabellenzweiten der Premier League verpasst hatten.

Und der Independent fällte gar ein vernichtendes Urteil über das Team von Arsene Wenger: "Bayern war eine Klasse für sich. Arsenal ist für Mittelmäßigkeit bestimmt." 

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