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Im Hinspiel in London scheiterten Robert Lewandowski und die Bayern an Arsenals Torwart Petr Cech (l.) © imago

München - Der FC Bayern München hat endlich mal wieder was gutzumachen. Das Spiel in der Champions League gegen den FC Arsenal verspricht deutlich mehr Spannung als zuletzt.

Mit einem Sieg gegen den FC Arsenal kann der FC Bayern am Abend in der Champions League (ab 20 Uhr im LIVETICKER und unserem Sportradio SPORT1.fm) das Erreichen der K.o.-Runde so gut wie klarmachen. Doch um das Achtelfinale (oder die Fünfjahreswertung der UEFA oder andere Nebensächlichkeiten) soll es hier gar nicht gehen.

Das Duell ist auch so schon spannend genug. Sieben Gründe, wieso wir uns auf das Duell der Bayern gegen Arsenal freuen können:

Weil Bayern endlich mal was gutzumachen hat:

0:2 im Hinspiel, am Wochenende das von den Spielern fast als Majestätsbeleidigung empfundene, weil vom Gegner allzu ermauerte 0:0 bei der Frankfurter Eintracht. Für Bayern geht es endlich mal wieder um was, zum ersten Mal seit langem muss man nicht mehr das Gefühl haben, dass diese Saison so oder so ein Selbstläufer ist. "Das ist ein wichtiges Spiel. Wir sollten und müssen gewinnen, sonst kommen wir irgendwann unter Druck", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Zugegeben: Irgendwann ist ein dehnbarer Begriff, aber ein bisschen was ist schon dran.  Auch Weltmeister und Arsenal-Verteidiger Per Mertesacker erwartet "wütende" Bayern. "Wir waren die erste Mannschaft, die sie wirklich herausgefordert und geschlagen hat. Sie werden beweisen wollen, dass sie besser sind als wir", sagte er.

Weil Arsenal Allianz Arena kann:

Bei den letzten zwei Duellen in München überzeugten die Londoner, in der Saison 2012/2013 gewannen sie 2:0, ein Jahr danach erkämpften sie sich immerhin ein 1:1 – und schieden trotzdem jeweils im Achtelfinale aus. Diesmal geht es für Arsenal fast schon darum, das Minimalziel nicht aus den Augen zu verlieren. Mit drei Punkten liegen die Engländer in der Gruppe gerade nur auf Platz drei. Eine Niederlage gegen Bayern würde sie ziemlich unter Druck setzen. Doch Arsenal ist gut drauf: In der Premier League ist die Mannschaft mittlerweile Zweiter – punktgleich mit Tabellenführer Manchester City.

Weil Bayern noch viel besser Allianz Arena kann:

Die letzte Niederlage zu Hause kassierte der FC Bayern im Halbfinale 2013/2014 beim Debakel gegen Real Madrid (0:4). Seitdem gewannen sie sieben Heimspiele und erzielten dabei 27 Tore.

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Weil Cech sogar Guardiola zum Sprücheklopfer macht:

Man muss nicht verstehen, wieso Chelsea Petr Cech diesen Sommer nach elf Jahren zum Lokalrivalen ziehen ließ – beim FC Arsenal lachen sie sich jedenfalls ins Fäustchen. Der 33-Jährige ist stark wie eh und je und der absolute Königstransfer der Gunners. Im Hinspiel brachte er auch die Bayern zur Verzweiflung – was Trainer Pep Guardiola jetzt zu einem coolen Spruch hinreißen ließ: "Petr Cech ist einer der besten Torhüter der Welt, aber das Tor ist immer noch groß genug", sagte er. Was zu beweisen wäre.

Weil Lewandowski zuletzt zweimal nicht getroffen hat:

"Ich kann nicht in jedem Spiel drei Tore machen", hat Robert Lewandowski zuletzt gesagt. Stimmt, verlangt auch keiner. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass er es könnte – und auch gerne würde. Nun hat er schon seit zwei Spielen nicht mehr getroffen, das sollte Ansporn genug sein für den Torjäger – der zu Hause ohnehin trifft, wie er will. 13 Tore in sieben Heimspielen sprechen für sich.

Weil Özil seltener abtaucht:

Mesut Özil, der teuerste Deutsche aller Zeiten, polarisiert wie kaum ein anderer Spieler. Er sei ein "zerbrechliches, außerirdisches Prinzlein. Er tauchte auf und wieder ab, aber er schuf auch Momente der Brillanz", schrieb der Guardian mal über ihn. Zuletzt aber überwogen eindeutig die brillanten Momente.  "Mesut ist vielleicht der intelligenteste Spieler, mit dem ich je zusammengespielt habe", lobte Philipp Lahm im Mirror, "er ist vielleicht der intelligenteste Spieler in Europa derzeit. Mesut sieht Sachen, die nur er sehen kann – seine Übersicht ist die beste, die ich je gesehen habe."

Die Statistik spricht für Özil. 22 Tore hat er in 58 Spielen in der Premier League vorbereitet und ist damit der absolute Vorlagenkönig der Liga. Alle 2,52 Spiele gibt er eine Vorlage, Eric Cantona auf Platz zwei brauchte einst 2,79 Spiele für ein Assist.    

Weil Wenger Guardiola wieder überraschen möchte:

Im Hinspiel fand Bayern kaum ein Rezept gegen die überraschend defensiv, aber ungemein clever agierenden Londoner.

Guardiola schien überrascht zu sein von Arsenals Spiel, Arsene Wenger schien ihn ausgetrickst zu haben.  Am Dienstag verriet Wenger, der als einer von Guardiolas Vorbildern gilt, auf SPORT1-Nachfrage, dass der Katalane einst sogar unbedingt zu Arsenal wollte – er ihn aber ablehnte. Guardiola sei damals schon etwas zu alt gewesen.

Weil Bayern keine eigene Liga braucht

Am Dienstag hatte der frühere Meistertrainer Felix Magath wegen der absoluten Dominanz der Bayern in der Liga die Gründung einer Europaliga angeregt, in der Bayern sich Woche für Woche gegen die besten Klubs der Welt messen würde.

Eine nette Idee, doch es gibt ja schon einen spannenden Wettbewerb, in dem die Bayern nicht immer dominieren:

Die Champions League!

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand, Arsenal habe den FC Bayern letzte Saison mit 2:0 geschlagen in München. Das war falsch, tatsächlich gewann Arsenal zuletzt in der Saison 2012/2013 mit 2:0 gegen Bayern. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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