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Der FC Bayern tritt im Achtelfinale der Champions League zunächst bei Juventus Turin an © Getty / SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann

München - Dank ihres treffsicheren Sturmduos können die Bayern zuversichtlich zum Champions-League-Hit nach Turin reisen. Es gibt aber auch Anlass zur Sorge. Der SPORT1-Check.

Zwei Drittel der Saison sind schon absolviert. Doch für den FC Bayern geht es jetzt erst richtig los.

Mit dem Hinspiel im Achtelfinale der Champions League bei Juventus Turin (Di., ab 20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) steht die erste große Bewährungsprobe an.

Mit dem 3:1-Sieg gegen Darmstadt 98 feierte der deutsche Rekordmeister eine gelungene Generalprobe. Doch wie gut sind die Bayern wirklich gerüstet für das Gastspiel beim Meister der Serie A?

Was macht Hoffnung, was gibt Anlass zur Sorge? SPORT1 macht den Faktencheck.

Bestes Sturmduo:

Mit 39 Bundesliga-Toren sind Thomas Müller und Robert Lewandowski das mit Abstand stärkste Sturm-Tandem in dieser Saison.

Nach 22 Spieltagen hat es in Deutschlands Beletage so eine Ausbeute noch nie gegeben.

Auch gegen Darmstadt war auf diese beiden einmal mehr Verlass. Müller brachte mit zwei Toren die Wende, Lewandowski machte mit seinem 3:1 den Deckel drauf.

Überhaupt gehen seit Rückrundenstart sämtliche Treffer auf das Müller-Lewy-Konto. Die doppelte Lebensversicherung der Bayern.

Mehr Optionen dank Rückkehrer:

Der Angriff der Bayern besteht aber nicht allein aus den treffsicheren Stürmern.

Franck Ribery kam gegen Darmstadt beim Stand von 1:1 ins Spiel und brachte sofort frischen Wind ins Bayern-Spiel. Dass er seit Anfang Dezember wegen eines Muskelbündelrisses außer Gefecht gesetzt war, war ihm nicht anzumerken.

Ob es bei ihm in Turin schon wieder für 90 Minuten reicht, wagte der Außenstürmer noch nicht zu sagen. Dafür aber könnte am Dienstag mit Mario Götze der nächste lange verletzte Spieler sein Comeback geben.

Gegen Darmstadt stand Deutschlands WM-Finaltorschütze zumindest schon wieder im Kader.

Vidal wird immer stärker:

Der Chilene findet rechtzeitig vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub zu alter Stärke zurück. Gegen Darmstadt verzeichnete er mit 161 Ballkontakten mit Abstand die meisten aller Bundesliga-Profis.

Dazu war er an sieben Torschüssen beteiligt und gewann starke 65 Prozent seiner Zweikämpfe. Der "Krieger" hat seine Waffen für das Duell gegen Juventus geschärft.

Fehlende Innenverteidiger:

Debütant Serdar Tasci konnte den Abwehrverbund nach den Ausfällen von Jerome Boateng und Holger Badstuber nicht stabilisieren und war am einzigen Gegentor beteiligt.

Mit 1,86 Meter ist er der längste Abwehrspieler im Zentrum der Bayern. Doch den Kopfballtreffer von Sandro Wagner konnte er auch nicht verhindern. Das erste Gegentor per Kopf in dieser Bundesliga-Saison werden sie auch in Turin zur Kenntnis genommen haben.

Bei Juve stehen mit Alvaro Morata (1,90 Meter) und dem ehemaligen Bayern-Stürmer Mario Mandzukic (1,87 Meter) ebenfalls zwei kopfballstarke Spieler im Aufgebot, die für die Münchner Abwehr um die eher klein gewachsenen Joshua Kimmich (1,76 Meter) und David Alaba (1,80 Meter) gefährlich werden könnten.

Eine Konstellation, die auch SPORT1-Experte Thomas Berthold mit Sorge betrachtet. "Die sind brutal schnell und können ihre Körper einsetzen. Du darfst denen keine Räume lassen", sagte er im Volkswagen Doppelpass.

Keine Torgefahr bei Standards:

Nicht nur hinten fehlen den Bayern großgewachsene Spieler, auch vorn macht sich ihr Fehlen bemerkbar.

Sage und schreibe 18 Eckbälle holten die Münchner gegen Darmstadt heraus, kein einziger davon wurde verwertet. Gegen Juventus mit den Abwehrhünen Leonardo Bonucci und Andrea Barzagli dürfte das ähnlich schwer werden.

Chancenverwertung:

36 Torschüsse wies die Bayern-Statistik gegen Darmstadt aus, von Erfolg gekrönt waren aber nur drei.

Schon vor der Pause hätte das Team von Pep Guardiola schon mindestens ein Tor erzielen müssen, als Arjen Robben frei auf das Tor zulief, aber an Keeper Christian Mathenia scheiterte. Auch Douglas Costas Versuch wäre ein Tor wert gewesen, doch der Ball klatschte gegen die Latte.

Wenn die sich Bayern also in Turin eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeiten will, müssen sie ihre Chancen besser nutzen.

Denn so viele Gelegenheiten wie Darmstadt wird ihnen die starke Juventus-Abwehr nicht bieten. Der Tabellenführer der Serie A ist zuletzt neun Mal in Folge ohne Gegentor geblieben.

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