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München - Madrid geht martialisch ins Rückspiel gegen Wolfsburg. Im Fall des Ausscheidens an Zinedine Zidanes Jubiläumstag wird sich diese Energie auf den Trainer konzentrieren.

Madrid fletscht die Zähne vor Reals Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den VfL Wolfsburg. Und manch einer ist dabei unfreiwillig komisch.

Die Sportzeitung Marca weiß, dass es "nicht unmöglich" sei, das 0:2 aus dem Hinspiel umzudrehen und beschwört dafür auf ihrer Titelseite in riesigen Buchstaben "kühlen Kopf und heiße Bälle" – nur um darunter eine Anzeige sagen zu lassen: "Erektionsprobleme? Vorzeitige Ejakulation? Unsere Ärzte können helfen!"

Zidane beschwört Reals Vernunft

Und irgendwie, um im Bild zu bleiben, müssen die Madrilenen am Dienstagabend tatsächlich einen Mittelweg zwischen diesen beiden Männerplagen finden. "Zur Halbzeit sollte es nicht 0:0 stehen. Wir müssen mutig, aber vernünftig sein", beschwor Trainer Zinedine Zidane das wohltemperierte Spiel seiner Mannschaft.

Der Franzose selbst steht im Mittelpunkt, schließlich findet die Partie am 100. Tag seiner Amtszeit statt. Von 17 Spielen gewann er bislang 13 und verlor nur zwei. Eine an sich hervorragende Bilanz.

Genau die beiden Pleiten könnten aber schon jetzt für ihn zum Problem werden. Durch die Heimniederlage in der Liga Ende Februar im Derby gegen Atletico verspielte Real endgültig die Chance auf den Titel, und die armselige Vorstellung letzte Woche in Wolfsburg kostet den Verein womöglich das sicher geglaubte Halbfinale in der Champions League.

Zidane als Reals Guardiola?

Oh, wie hatten sie sich vorgenommen bei Real, dass mit Zidane alles besser wird. Und anders. Zidane als Madrids Guardiola, eine Spielerlegende, große Liebe zum Verein, befördert vom Posten bei der zweiten Mannschaft.

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Drei Monate später ist Zidane schon nur noch wie jeder andere Trainer, dem bei Real die Saisonziele entgleiten. Glaubt man den Medien in Madrid, ist der Klub bereit, Zidanes Schicksal vom Rückspiel gegen Wolfsburg abhängig zu machen.

Noch gilt das Getrommel dem kommenden Gegner, Dani Carvajal drohte Wolfsburg mit "Krieg" im Bernabeu. Die Zeitung AS kündigte die "Nacht der Aufholjagd" an (übrigens ebenfalls mit Sexdoktor-Anzeige, die gab es offenbar im Sonderangebot, nur eben ohne heiße Bälle).

Aus gegen Wolfsburg wird nicht verziehen

Geht es schief gegen die Wölfe, wird sich all die Energie von Medien und Fans gegen die eigenen Männer richten. Die Spieler werden dann wieder in ihren Autos beschimpft und attackiert; Zidane wird das wohl erspart bleiben, nur wird er am Saisonende wohl gehen müssen.

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Damit setzt sich Zidane jedoch nicht auseinander. "Madrid ist niemals auf ein Ausscheiden vorbereitet. Ich mache mir keine Sorgen", sagte er. Etwas anderes nehmen sie ihm auch nicht ab bei Real.

Derlei Grandezza wird einfach erwartet. Auch, damit der Sturz noch dramatischer wird. Real pflegt mit großer Geste zu gewinnen – und genau so soll Zidane auch gehen können.

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